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Neue Gedenktafel erinnert an Geschichte der Kolonie Groß Eichholz / Einige Originalhäuser noch vorhanden

Historie
Als jeder ein Grundstück bekam

Die ältesten Einwohner haben die Tafel enthüllt: Erika Uhlig (87) und Reinhard Kürger (89). Dabei waren Holger Ackermann (rechts) als Domäneninspektor und Ortsvorsteher Kay Fabian.
Die ältesten Einwohner haben die Tafel enthüllt: Erika Uhlig (87) und Reinhard Kürger (89). Dabei waren Holger Ackermann (rechts) als Domäneninspektor und Ortsvorsteher Kay Fabian. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 19.06.2018, 06:45 Uhr
Groß Eichholz Ein Musterbeispiel, wie man eine Gemeinschaft begründet, die auf Eigentum basiert, sei die Kolonie Groß Eichholz, so der Regionalhistoriker Erich Oehring.  Am Sonntag wurde eine Tafel zur 232-jährigen Geschichte der Siedlung enthüllt. Rund einhundert Leute waren dazu gekommen.

Es wurde ein kleines Volksfest gefeiert mit Kaffee und Kuchen und dem Posaunenchor von Münchehofe unter der Leitung von Bernhard Büttner. Dabei erklangen nicht die üblichen Stimmungshits, sondern preußische Klänge. Immerhin galt es, mit der Gründung der Waldsiedlung Kolonie Groß Eichholz 400 Jahre nach Gründung des Dorfes auch Friedrich den Großen, König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg, Alter Fritz genannt, zu würdigen.

Dieser habe sich, so berichtet die enthüllte Tafel, als Reformer um die Entwicklung des Rechts, besonders des Landrechts verdient gemacht und in neu erschlossenen Gebieten Dörfer und Kolonien wie die „Colonie Groß Eichholz“ errichtet, um dort freie Bauern anzusiedeln. Wie Erich Oehring ausführte, erhielt jeder ein Hausgrundstück und dazu vier Morgen Wiese. Die besondere Neuerung dabei sei gewesen: Man konnte es verkaufen, verschenken und vererben. Vorwiegend waren es ausgediente Soldaten, die in den Genuss kamen.

Einige originale Häuser aus dem 18. Jahrhundert sind noch vorhanden, und auch auf dem Friedhof ist die Geschichte des Ortes noch nachvollziehbar. „Es ist ein Verdienst, dass auf ihm alte Grabsteine entdeckt wurden und es Norbert Lenhardt gelungen ist, die Einwohner zu mobilisieren, sie wieder würdig aufzustellen“, lobte der Historiker.

Um die Gäste ein bisschen in das Flair der Ursprungszeit zu versetzen, war der Alte Fritz auf einem großen Poster präsent und aus Fleisch und Blut der Groß Schauener Holger Ackermann als Königlicher Domäneninspektor, der befand, dass die Kolonie auch nach 232 Jahren noch ein schönes Fleckchen sei. Unterstützung hatten die jetzigen „Kolonisten“ bei der Umsetzung ihres Vorhabens, eine Tafel zu errichten, von der Stadt Storkow erhalten, für die der Leiter für Stadtmarketing und Tourismus, Andreas Gordalla, gekommen war. „Die Geschichte lebt von Erinnerung. „Seien Sie stolz darauf, was hier entstanden ist“, sprach er auch ausdrücklich in Richtung von Lenhardt, der die Umsetzung organisatorisch in der Hand hatte.

Die Tafel zeigt auf der Rückseite ein Luftbild und viele, viele Leute, die in der Kolonie oder in dem Dorf Groß Eichholz leben beziehungsweise verwandtschaftlich oder geschichtlich mit diesen verbunden sind. Für die künftige Geschichtsschreibung wurde bei dem Treffen am Sonntag auch etwas getan, indem sich alle in eine Unterschriftenliste eintrugen. Manche waren aus Berlin, Bernau und Beeskow angereist. Ortsbürgermeister Kay Fabian freute sich, „dass der Zusammenhalt nicht nur in der Kolonie sehr groß ist, sondern auch mit Groß Eichholz selbst“.

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