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Super-Cup der Uckermark entschieden

Fußball
90-minütiges Duell auf Augenhöhe

Jörg Matthies / 25.06.2018, 05:00 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Zwei verschossene Pinnower Elfmeter haben das Supercup-Match der Uckermark zugunsten der Fußballer des Kreispokalgewinners Schönower SV gegen denKreisoberliga-Meister SV Pinnow entschieden. Der SSV setzte sich im ausgeglichenen Duell zweier künftiger Landesklasse-Teams mit 6:4 durch.

Als Höhepunkt zwischen zwei Nachwuchs-Wochenenden mit Meisterschaftsturnieren sowie Pokalentscheidungen in Heinersdorf war der HSV als „Multi-Veranstalter“ dieser Saison am Freitagabend auch noch Ausrichter des vierten uckermärkischen Vergleichs Meister kontra Pokalsieger. Fußballkreischef Frank Fleske nutzte die Gelegenheit, vor dem Anpfiff dem Vorsitzenden Nino Pawlak für das große Engagement des Vereins im Schwedter Ortsteil mit einem gut gefüllten Ballnetz zu danken.

Dann hielten sich beide Teams, die weitgehend in Bestbesetzung antreten konnten, nicht lange mit der Vorrede auf. Am Ende sollte zu konstatieren sein, dass alle vier Treffer der regulären Spielzeit in den ersten gut 25 Minuten gefallen waren.

Den Auftakt machte der wieselflinke Aboozar Hassanzada, als er den Pinnowern im Spielaufbau den Ball abluchste, drei Verteidiger samt Keeper Benjamin Kempin umdribbelte und das Leder nach 135 Sekunden ins leere Tor einschob (0:1/3.). Nur eine Minute später folgte ein weiterer SVP-Ballverlust, aber Wojciech Szczupakiewicz scheiterte an Kempin. Unübersehbar war der Respekt, mit dem die Pinnower dem (noch) höherklassigen Kontrahenten begegneten. „An das andere Tempo muss man sich erstmal gewöhnen“, meinte später Kapitän Patrick Höfert.

Jedenfalls blieb der SSV klar tonangebend, besaß durchSzczupakiewicz aus Nahdistanz (9.) und Maik Zachowskis direkten 20-Meter-Freistoß hauchdünn am Pfosten vorbei (19.) die nächsten aussichtsreichen Möglichkeiten. Spätestens nach dem unhaltbaren 30-Meter-Pfund von Piotr Grabarczyk zum 0:2 (21.) musste man fürchten, dass sich hier eine völlig einseitige Geschichte entwickelt.

Doch weit gefehlt: Wie aus (zu diesem Zeitpunkt noch) heiterem Himmel ruckte das Team von Coach David Schrödter an. Höfert brachte einen weiten Freistoßschlag an den Torraum, Kevin Wilke lief ein – 1:2 (23.). Der Torschütze hätte nach einem gelungenen Doppelpass am Strafraum beinahe sofort nachgelegt (24.). Tatsächlich dauerte es nur zwei weitere Minuten bis zum Ausgleich: Geburtstagskind Mino Lehnhardt (22) legte für Tobias Schmock auf, der die SSV-Abwehr wie Fahnenstangen aussehen ließ und zum 2:2 vollendete (26.).

Natürlich keimte in beiden Fanlagern sowie bei den neutralen Fußballguckern unter den rund 160 Schaulustigen die Hoffnung, dass es so spektakulär weitergehen würde – leider kam es anders. Schönows Coach Rainer Scholz, durchaus unfreiwillig zum letzten Mal als Teamverantwortlicher auf der Bank, bedauerte das Fehlen seiner spielgestaltenden Kräfte Bartosz Tatarczuk und Dariusz Szmulski und sah deshalb keinen durchdachten Spielaufbau seines Teams mehr. So kamen die Pinnower sogar im weiteren Verlauf, der sich absolut auf Augenhöhe gestaltete, zur größeren Anzahl von Chancen. Die hochkarätigsten besaßen Wilke gleich nach der Pause nach schöner Vorarbeit von Christoph Nagel (51.) und schließlich Lehnhardt, der sich bei einem ziemlich freien Schuss aus 18 Metern selbst ein Geburtstagsgeschenk hätte machen können (86.). Zwischendurch hatte eine etwa 15-minütige Regeneinlage dem Geschehen auf dem Platz auch nicht gerade gutgetan. So musste Referee Siegfried Scharmer, der anlässlich seines 40-jährigen Schiri-Jubiläums die Partie leiten durfte und dies insgesamt sehr ordentlich tat, die Teams zum Elfmeterschießen bitten – im Supercup ist es seit jeher üblich, auf eine Verlängerung zu verzichten.

Beim Strafstoßduell erfüllten die Schönower Ylber Troni, Eric Lindow, Tino Stolzenburg und Maik Zachowski ihre Aufgaben ohne Fehl und Tadel, während neben den erfolgreichen Kristof Konitzer und Mino Lehnhardt bei den Pinnowern Marcel Meißner (vorbei) und Kevin Wilke (gehalten) nicht verwandelten.

So feierten die Schönower nach dem Gewinn des Lübzer Kreispokals nun also das Cup-Double in dieser Saison, während die Pinnower zwar etwas traurig, aber durchaus nicht unzufrieden waren. „Spiel und Zahl der Chancen waren völlig in Ordnung“, bestätigte Pinnows Coach David Schrödter.

Der Supercup, den sich der eine oder andere weiter eher als Auftakt zur neuen Saison statt als Spieljahresausklang wünscht, hatte jedenfalls eine durchaus attraktive Auflage 2017/18 erlebt.

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