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Zieglerfest lockt Besucher nach Altglietzen / Verein veranstaltet Führungen

Handwerk
Rund um den Ringofen

Fachkundig: Berthold Totzke vom Förderverein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen führt beim Zieglerfest eine Besuchergruppe durch den Ringofen in Altglietzen.
Fachkundig: Berthold Totzke vom Förderverein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen führt beim Zieglerfest eine Besuchergruppe durch den Ringofen in Altglietzen. © Foto: Nadja Voigt
Nadja Voigt / 25.06.2018, 06:45 Uhr
Altglietzen (MOZ) Der Förderverein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen hat am Sonnabend viele Besucher nach Altglietzen gelockt. Beim Zieglerfest trafen die Vorstandsmitglieder aber auch auf alte Bekannte: Wie Helmut Schulz aus Neuenhagen. Er hat zum Beispiel das Modell des Hoffmannschen Ringofens im Maßstab 1:30 gebaut, das seit vielen Jahren in der Ausstellung zu sehen ist.

Die zog am Sonnabend zwischen 14 und 18 Uhr viele Neugierige an. Berthold Totzke war eines der Vereinsmitglieder, die eine Gruppe über das Gelände und in das Innere des Ringofens in Altglietzen führte.  Früher 20 Jahre im Drainrohr-Werk beschäftigt, konnte der Ingenieur fachkundig Auskunft geben, wie der Ringofen funktionierte und welche Arbeit dort geleistet wurde. Zudem waren sowohl seine Großeltern als auch sein Vater schon im Hoffmannschen Ringofen beschäftigt, erzählte Totzke am Rande der Führung. Deshalb könne er genau davon berichten, wie die Arbeit in Altglietzen früher war. „Zum Beispiel gab es einen sogenannten Schildtürenmaurer, der sein ganzes Arbeitsleben nur damit verbrachte, die Öffnungen rund um den Ofen aufzumauern und später wieder einzureißen“, berichtet er. Denn Türen aus Holz oder Stahl hätten den Temperaturen im Inneren nicht standgehalten. Bei knapp 1000 Grad wurden die Ziegel dort gebrannt. Der Ton dafür wurde mit Loren aus der nahen Grube angeliefert. Wie überhaupt alles mit Loren und auf Schienen transportiert wurde. „Und der Ofen brannte 365 Tage im Jahr. Auch an Ostern, Weihnachten und Silvester“, berichtete Totzke den staunenden Besuchern. Nur alle acht bis zehn Jahre wurde der Ofen zu Wartungszwecken ausgemacht.

„Unser Ansinnen als Verein ist der Erhalt des Ringofen“, sagte Berthold Totzke am Sonnabend. „Und mit dem Zieglerfest wollen wir der Bevölkerung den Ringofen zugänglich machen.“ Auch heute noch wird auf dem Gelände gearbeitet. Dort entstehen zum Beispiel Fliesenrohlinge. Der historische Ringofen dient als Museum und wird vom Verein erhalten. Denn: „Vor zirka 60 Jahren gab es in unserer Region noch 15 Ziegeleien. Die Ziegelei in Altglietzen ist die letzte Produktionsstätte. Da die Ziegelindustrie um Bad Freienwalde eine mehr als 100-jährige Tradition hat, gründete sich 2006 der Förderverein zur Erhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Hoffmannschen Ringofens in Altglietzen.“

Weiterhin habe sich der Verein zum Ziel gesetzt, den Ringofen nicht nur als technisches Denkmal zu erhalten, sondern auch die dazugehörende Geschichte einer Ziegelei ins Leben zu rufen. „Denn für viele war die Ziegelei mit ihrem historischen Ringofen nicht nur Arbeitsstätte, sondern zugleich ein Stück Heimat.“ Um an der Tradition festzuhalten, führt der Förderverein einmal im Jahr das Zieglertreffen durch.(nv)

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