Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Etat von Garzau-Garzin reicht nicht für dringend nötige Reparaturen an alter Feldsteinstraße Garzin–Bergschäferei

Schäden
Straßenkosten überfordern Gemeinde

Baustelle
Baustelle © Foto: Martin Schutt
Gabriele Rataj / 29.06.2018, 07:00 Uhr
Garzau-Garzin (MOZ) Seit die kleine Gemeinde im Amt Märkische Schweiz die herabgestufte Kreisstraße von Garzin Richtung Bundesstraße 168 übergeholfen bekam, bereitet sie dem Ort Probleme. Denn sie besteht aus Feldsteinen.

Das Thema ist wieder auf den Plan gerückt. Nachdem die Gemeinde in vergangenen Jahren schon zweimal rund 40 000 Euro für nötigste Straßenreparaturen ausgegeben hat, muss sie sich langfristig Gedanken über diese neun Kilometer Wegstrecke machen. Der kleine Etat reicht nicht für aufwendige Reparaturen.

Für den Radtouristen auf dem straßenbegleitenden, gut ausgebauten R 1 ist die alte Feldsteinstraße ländliche Idylle pur. Zwischen Dorfausgang Garzin über den Siedlungsteil Liebenhof hinüber zur Bergschäferei fügt sie sich so schön in die leicht hügelige Landschaft mit Feldern und Heckensäumen, dass es eine wahre Augenweide ist.

Die Augen indes beginnen den Gemeindevertretern zu tränen, wenn sie an die Verbindung zwischen den verstreut liegenden Siedlungsteilen denken. Denn der Verbund aus robustem Feldstein, der viele Jahrzehnte standhielt, ist größeren Transportfahrzeugen und landwirtschaftlichen Maschinen auf Dauer nicht gewachsen. Das historische Straßenmaterial bricht ein, Schadstellen häufen sich und die Kommune hat die Pflicht, diese zu reparieren.

„Jetzt haben wir die Chance, dafür womöglich Fördermittel aus dem ländlichen Wegebau zu bekommen“, erklärt Bürgermeisterin Jana Hinkel zum Beschluss der Gemeindevertreter, zunächst für die Strecke zwischen Garzin und Liebenhof ein Büro mit der Planung zu beauftragen und dabei über Alternativen in Asphalt nachzudenken – „damit wir überhaupt mal über Kosten reden, Vergleiche ziehen können.“

Marlies Schröder aus dem Baubereich der Amtsverwaltung, Fachfrau für die Anträge auf Förderung, unterstreicht, dass nur bei Vorliegen erster Planungsunterlagen das Projekt eine weitere Chance hat. Dabei gehe es keineswegs um das innerörtliche Pflaster in Liebenhof, beschwichtigt Mathias Henning aus der Bauverwaltung erregte Gemüter aus den betroffenen Siedlungsteilen.

Diese Bürger haben sich in einem Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt. Sie sprechen sich für den Erhalt der „regionaltypischen Ästhetik“ aus „kulturhistorischen Gründen“ aus. Zwar sehen auch sie, dass die Straße zwischen Bergschäferei und Liebenhof saniert werden muss, doch sie möchten dazu einen Kostenvergleich zwischen Asphaltierung und „Schönheitsreparaturen (eigentlich nur an zwei/drei Stellen)“. Zwischen Liebenhof und Garzin plädieren sie nur für Reparaturen.

„Wir sind noch ganz am Anfang und werden in der Planungsphase noch über vieles reden können“, sagt Bürgermeisterin Jana Hinkel. Das aber braucht Bereitschaft.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG