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Naturpark
Verzückt vom Start der Wildgänse

Hatten allen Grund zum Feiern: Der Naturpark Westhavelland zog viele Besucher ins Arboretum nach Dreetz.
Hatten allen Grund zum Feiern: Der Naturpark Westhavelland zog viele Besucher ins Arboretum nach Dreetz. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 01.07.2018, 19:06 Uhr
Dreetz Das 20-jährige Bestehen des Naturparks Westhavelland feierten am Sonnabend im Arboretum Dreetz mehr als 300 Besucher und die Mitarbeiter sowie geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft. Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) würdigte die Arbeit von Parkverwaltung und -freunden. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) erinnerte sich an seine noch nicht gar so weit entfernteJugend.

Der mehr als 130 000 Hektar umfassende Naturpark hat sich unter anderem einen Namen durch geführte Bootstouren auf der Havel einen Namen gemacht. Überregional bekannt ist er durch die Möglichkeit, die sehr seltenen Großtrappen bei der eindrucksvollen Balz beobachten zu können – und als von Lichtverschmutzung verschonter SternenparkWesthavelland.

Nachdem die Jagdhornbläser Havelland das Publikum begrüßt hatten, lud die in der Region ansässige Schauspielerin Nina Omilian als Park-Botschafterin zu Rückblick und Vorausschau ein. Es sei ein großes Glück gewesen, dass 1998 auch der Park gegründet wurde, wenn man sich ansieht, was sonst noch so in der Welt los war, flachste sie: In Bayern sei zwar 1998 auch endlich die Todesstrafe abgeschafft worden, US-Präsident Bill Clinton aber bekam richtig Ärger, nachdem er zuvor Spaß mit Praktikantin Monica Lewinski gehabt hatte. Und, die Moderatorin schien aufzuschrecken, dann gab es damals noch ein unerklärbares Comeback der Softpop-Band „Modern Talking“. Bloß gut, dass auch der Park gegründet wurde.

Dann sang der vier Protagonistinnen kleine, aber richtig gute Frauenchor „Die Stechower Liechörchen“ das Volkslied „Kein schöner Land“, ehe kurz darauf Minister Vogelsänger die Freiluftbühne betrat. Er lobte den Naturpark als den größten des Landes, der sich immerhin über vier Landkreise erstrecke. Es sei bei allem Artenschutz gelungen, auch die Interessen der 140 auf dem Gebiet ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe zu berücksichtigen. Er wünschte Mitarbeitern des Parkes für die weitere Entwicklung alles Gute. Dabei liege ihm vor allem die Wiederansiedelung der Großtrappe am Herzen, um welche sich der Park seit Langem bemüht. Moderatorin Omilian entlockte dem Minister noch, dass er stolzer Gartenbesitzer ist: „Ja, das sind 742 Quadratmeter, die leider zurzeit auch recht trocken sind. Einen vernünftigen Heckenschnitt kriege ich übrigens allein recht gut hin.“

Landrat Ralf Reinhardt erinnerte das Jubiläum an seine 15-monatige Zeit als Zivildienstleistender in Dreetz. 1995/96 sei dies gewesen. Den Park gab es noch nicht, doch alles wurde schon mal vorbereitet: „Ich durfte Wasserstände übermitteln und Vögel zählen.“ Am meisten Spaß habe das bei den Singschwänen bereitet. Und er könne nur jedem naturinteressierten Menschen empfehlen, „einmal selbst dabei zu sein, wenn am frühen Morgen am Dreetzer See mehr als 30 000 Graugänse gen Himmel starten“. Für ein paar Momente schien der sonst üblicherweise auf dem Boden der Tatsachen stehende Reinhardt entrückt durch den sagenhaft schönen Gänsestart, der sich vor seinem inneren Auge gerade nochmals abzuspielen schien.

Es sei wunderbar, wie sich der Park in nur zwei Jahrzehnten entwickelt habe, lobte Reinhardt. Allerdings habe er dann doch noch einen ganz anderen Wunsch an Vogelsänger, mit dem er nicht hinter dem Berg halten wolle: „Ich denke, wir bekommen das gemeinsam hin, dass der zweite Naturpark im Landkreis, das Stechlin-Ruppiner Land, um das Gebiet der Sielmann-Stiftung in der Kyritz-Ruppiner Heide erweitert wird.“ Dieses nicht nur durch die großflächige Heide- und Ginsterblüte hervorragende Naturgut habe den Naturpark-Status verdient. Der schon wieder im Publikum sitzende Minister lächelte dazu – was vielleicht als gutes Zeichen gelten darf.(hr)

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