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Jury des brandenburgischen Landeswettbewerbs zu Gast im Barnim / 17 Bewerber sind noch im Rennen

Landeswettbewerb
Ruhlsdorf stellt sich dem Zukunftstest

Olav Schröder / 04.07.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 04.07.2018, 18:09
Ruhlsdorf (MOZ) Im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“  will Ruhlsdorf sich unter 17 brandenburgischen Kreissiegern auf Landesebene behaupten. Die siebenköpfige Jury stattete jetzt dem Ortsteil einen ausführlichen Besuch ab.

Gleichsam auf Herz und Nieren - sprich auf ihre „Zukunftstauglichkeit“ - werden die Kandidaten im Laufe des brandenburgischen Dorfwettbewerbs geprüft. Nicht das Ortsbild, wertvolle Sehenswürdigkeiten oder eine besondere Historie spielen in dem vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft ausgelobten Dorf-Vergleich die entscheidende Rolle. Vielmehr werden in erster Linie das soziale und kulturelle Leben, die Bau- und Grüngestaltung, die wirtschaftliche Entwicklung und vor allem bürgerschaftliche Initiativen geprüft und bewertet. Neben Geldpreisen, die das Land bereit stellt, werden die beiden erstplatzierten Dörfer Brandenburg im kommenden Jahr im Bundesfinale vertreten.

Im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" will Ruhlsdorf sich unter den 17brandenburgischen Kreissiegern auf Landesebene behaupten. Die siebenköpfige Jury stattete jetzt dem Ortsteil einen ausführlichen Besuch ab.
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Ruhlsdorf in der Bewerbung

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Mit einem vielseitigen Programm - unter anderem mit einer Videopräsentation und einer Kremserfahrt vom Heimatmuseum zum Max-Haus und der Wasserskianlage - stellte sich Ruhlsdorf vor. Es ist ein „Dorf, das die Balance hält“ sagte Ortsvorsteherin Annett Klingsporn und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Als historisches Bauerndorf gebe es auch heute im Ort drei eigenständige Landwirtschaftsunternehmen, darüber hinaus aber auch mehr als 50 weitere Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie den Kiesabbau. Insgesamt zeichne sich ein wirtschaftlicher Aufwärtstrend ab. Neu hinzugekommen sei der Tourismus, insbesondere durch das Feriendorf Dorado und die Wasserskianlage. Der Zuzug in dem kleinen Neubaugebiet mit rund 15 Grundstücken sei verträglich, so dass langjährige und neue Ruhlsdorfer zueinander finden.

Das stieß auf das Interesse der Jury um Tobias Wienand vom Ministerium für Ländliche Entwicklung: Wie eine solche Balance erreicht werde? Und wie Tourismus und Ausflugsverkehr in einem ruhigen Ort mit rund 500 Einwohnern funktionieren könnten? Der regelmäßige Bürgerbrief an alle Einwohner, der Begrüßungsbesuch neuer Bürger - mit Hinweisen auf vielfältige Vereins-Angebote und Aktivitäten bis hin zum Frühjahrsputz - und die gemischte Besetzung von Vorständen und dem Ortsbeirat trage hierzu bei, erläuterte Annett Klingsporn, die selbst vor nicht einmal zehn Jahren nach Ruhlsdorf gezogen ist.

Im Bürgerhaus mit dem Heimatmuseum verschafften sich die Juroren, die unter anderem die Tourismus-Marketing Brandenburg, den Landesbauernverband, die Denkmalpflege und den Landfrauenverband vertreten, einen ersten Einblick. Sigrun Seeger, Leiterin der Arbeitsgruppe Museum, schilderte, wie Pfarrer i.R. Werner Schröer mit knapp zehn Mitstreitern das Museum aufgebaut habe und es Schritt für Schritt erweitere. 1000 Besucher im Jahr und regelmäßigen Öffnungszeiten stießen auf Bewunderung - ebenso wie die Arztsprechstunden. „Ich bin in Ruhlsdorf geboren“, sagte der 56-jährige stellvertretende Ortsvorsteher Frank Lützow. „Es gab immer tageweise Sprechstunden eines Landarztes.“ Und dass auch heute noch eine Schwester vor Ort sei, erspare vielen älteren Einwohnern weite Wege.

Den Ruhlsdorfer Blick in die Zukunft eröffneten die weiteren Pläne für die Ortsmitte. Eine Caféküche mit Bibliothek soll als Treffpunkt im Bürgerhaus bis 2019 entstehen. Abgesehen von den Materialkosten hauptsächlich in Eigenleistung der Ruhlsdorfer, unterstreicht Annett Klingsporn. Erfüllt sich die Hoffnung auf ein neues Feuerwehrdepot, dann soll das gegenwärtige Gebäude der Feuerwehr zu einem Bistro- und Tante-Emma-Laden umgerüstet werden. Warum ein früherer Versuch einer Verkaufsstelle gescheitert war, wollte Juror Tobias Wienand wissen. An der Nachfrage und dem Interesse der Anwohner habe es nicht gelegen, so Frank Lützow. Am Ende sei die hohe Miete für den Einzelbetreiber ausschlaggebend gewesen. Als kommunal-gemeinschaftliches Vorhaben soll das Projekt nun gelingen.

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