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Dorf im Oderbruch begeht am Sonnabend 750-Jähriges / Historischer Festumzug durch alle Epochen

Oderbruch
Lunow feiert Jubiläum mit Volksfest

Susan Hasse / 05.07.2018, 08:45 Uhr
Lunow (MOZ) Das Dorf Lunow feiert am Wochenende 750 Jahr-Feier. Geplant ist ein historischer Festumzug und ein buntes Programm für die ganze Familie. Das Dorf im Oderbruch ist stolz auf seine Traditionen und weiß sie zu pflegen.

Ein Alter von 750 Jahre ist für eine Ortschaft im Barnim durchaus stattlich. Zahlreiche Dörfer wurden schließlich erst vom Preußenkönig ein paar Jahrhunderte später gegründet. Das runde Jubiläum wird am Sonnabend entsprechend gefeiert: „Wir planen ein großes Fest für Alt und Jung“, kündigt Bürgermeisterin Andrea von Cysewski an. Das von der Gemeinde organisierte Fest startet  am Sonnabend um 14 Uhr mit einem Festumzug. Rund 200 Akteure werden die Zuschauer durch die verschiedenen Epochen der Zeit begleiten. Angefangen von den Slawen, über das Mittelalter und den Absolutismus des Preußenkönigs bis hin zu Kaiserzeiten, den Weltkriegen und schließlich der DDR-Zeit wird vieles zu sehen sein. Aus dem Heimatmuseum, das an diesem Tag geschlossen ist, werden eigens Kostüme, altes Fuhrwerk und Mobiliar geliehen. Es werden Reusen und Fischernetze gezeigt und alte Schultafeln. Lunow hatte nämlich als eines der ersten Dörfer in Brandenburg einen Kindergarten. Die sogenannte „Spielschule“ wurde 1907 im Gemeindehaus eröffnet. Dank reicher Tabakernten und fleißiger Bauern kamen die Dorfbewohner zu viel Wohlstand, auch die Kirchengemeinde hatte so ein staatliches Vermögen aufgebaut. So konnte das Gemeindehaus großzügig gebaut werden. Bis heute ist es ein zentraler Ort: Hier haben der Heimatverein, Sportvereine und der evangelische Kindergarten ihre Räumlichkeiten.

Die Kinder des Dorfes stehen auch beim Dorfjubiläum im Mittelpunkt. Am Nachmittag wird es für sie einen Rasselumzug geben. Dabei dürfen die Kleinsten laut lärmend durchs Dorf ziehen. Zudem wird die Line-Dance-Gruppe des Dorfes auftreten und andere Vereine der umliegenden Orte geben sich ein Stelldichein. Auch Hubschrauberrundflüge werden angeboten, um das Dorf von oben kennenzulernen. Abends spielt die Liveband „Fantastic Beat“ bis in die (hoffentlich) laue Sommernacht, heißt es weiter.

Kulinarisch werden die Gäste ebenfalls auf ihre Kosten kommen: Für Gegrilltes, Bier und Cocktails sei gesorgt, verspricht der Veranstalter.  Für die verbliebenen Fußball-WM-Fans werden in einem separaten Zelt die Spiele des Viertelfinales Schweden gegen England und Rußland gegen Kroatien übertragen.

Neben der Gemeinde hat der Heimatverein Lunow einen großen Anteil an der Organisation des Festes. Der Verein, der mit  100 Mitgliedern der größte Verein des 1000-Seelen-Ortes ist, macht es sich zur Aufgabe, die Kultur und Geschichte des Ortes zu bewahren. Dazu gehört auch die Pflege des Luunschen Platt, einer Form des Niederdeutschen, das in Lunow eine ganz eigene Ausprägung hatte. Vor einigen Wochen wurden fünf Straßenschilder im Ort auf Platt eingeweiht. In den kommenden Wochen sollen weitere Schilder folgen, kündigt Volker Tubandt an. So soll das Erbe der alten Sprache lebendig gehalten werden. Sie sollen nach den Plänen der Gemeinde und des Heimatvereins auch nach der 750-Jahr-Feier hängenbleiben, so Tubandt.

Früher wurden in vielen Barnimer Ortschaften, so etwa in Joachimsthal, Steinfurth oder Friedrichswalde, Platt gesprochen. In Lunow hört man noch heute das für das Dorf typische niederdeutsch, wenn sich die Einheimischen beim Einkaufen oder auf dem Friedhof treffen.

„Üm klocke zwee jeht dä Trott dänn los“, rufen sie sich zu. Bürgermeisterin von Cysewski erwartet um zwei Uhr rund 5000 Gäste. Bei der 725-Jahr-Feier im Jahr 1993 fanden über 10 000 Gäste den Weg ins Dorf und verzehnfachten die Einwohnerzahl an einem Tag. „Bet in Morjen hebb´n diä Lüe jedänzt un jefeiert“, heißt es. So soll es auch diesmal sein.

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