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Woltersdorfer Fotograf zeigt seine Arbeiten in der Alten Schulscheune

Ausstellung
Fotoausstellung zeigt die Zukunft

Walter Plagge mit seine Bild „Küstenstadt Berlin“. So könnte es in 100 Jahren aussehen.
Walter Plagge mit seine Bild „Küstenstadt Berlin“. So könnte es in 100 Jahren aussehen. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder / 10.07.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 11.07.2018, 08:42
Diensdorf-Radlow (Ruth Buder) Seine „Gedanken zur Welt“ hat Walter Plagge nicht aufgeschrieben. Nein, er setzt sie in Fotografien um. Zu sehen sind sie derzeit in der Alten Schulscheune in Diensdorf-Radlow.

Was der 62-jährige Woltersdorfer in seinen Arbeiten zeigt, ist nicht immer das Abbild der Realität in seiner Reinform. Die Digitaltechnik macht es möglich, dass er verfremdet, überzeichnet, übereinander schichtet, verzerrt.  Und so seine Botschaften dem Betrachter übermittelt. Da steht das Brandenburger Tor, schon leicht angebröckelt,  tief im Wasser. Könnte es sein, dass es hier in 100 Jahren so aussieht und der Klimawandel auch uns erreicht hat? Plagge nennt das Bild „Küstenstadt Berlin“ und überlässt es dem Betrachter, sich seine Gedanken darüber zu machen.

Auch über die Ausmaße, mit denen uns das Handy samt Facebook und Co. im Griff haben. Plagge hat seine Collage mit einem Spruch versehen: „Ich habe 422 Freunde, doch ich bin allein … keiner von ihnen kennt mich wirklich.“

Das Bild „Kulturverfall“ könnte auch ein analoges Foto sein. Der Künstler hat das abgehalfterte Kulturhaus mit dem schon hängenden L in Zinnowitz aufgenommen. „Wenn es nicht so viele engagierte Ehrenämtler gebe, wie zum Beispiel hier in der Alten Schulscheune, dann wäre es um das kulturelle Leben in Deutschland schlecht bestellt“, findet Plagge.  Auch ganz zufällig entdeckte er am Ostseestrand die neben den Bunen achtlos liegengelassene Illustrierte, die für Naturprodukte wirbt. Plagge nennt es „Natürlich“.

Erst seit etwa 15 Jahren hat sich Plagge der Digitalfotografie verschrieben. Der jetzt freischaffende Fotograf hat früher im Marketing gearbeitet, auch für Messen fotografiert. Auf dieser Basis konnte er aufbauen. Seine Frau Regina ist Malerin: „Wir ergänzen uns gegenseitig und gehen kritisch mit uns um. Das findet ich sehr wichtig“, sagt der Mann mit Hut. Erstmals stellt das Ehepaar gemeinsam aus Am 21. September in der Domgalerie in Fürstenwalde.

Einen Bildband herauszugeben, das hat Plagge nicht vor, das Angebot sei insgesamt schon zu riesig. Aber einen Katalog zu einer Ausstellung, das könnte sich der Mann mit vielen Visionen und Projekten im Kopf schon vorstellen.

Die Ausstellung „Meine Gedanken zur Welt“ von Walter Plagge ist noch bis zum 25. Juli in der Alten Schulscheune in Diensdorf-Radlow zu sehen. (rb)

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