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Golzower Amtsverwaltung reagierte umgehend auf Bürgerhinweis und ließ giftige Pflanzen entfernen

Einsatz
Bärenklau den Garaus gemacht

Doris Steinkraus / 14.07.2018, 14:00 Uhr - Aktualisiert 15.07.2018, 13:55
Hackenow (MOZ) Er sieht stattlich aus, doch er ist ein pflanzlicher Invasor und kann für den Menschen durchaus gefährlich werden  der Bärenklau. Immer wieder tritt er auf, beunruhigt Anwohner. Die  Golzower Amtsverwaltung hat sehr schnell auf ein akutes Bärenklau-Problem reagiert.

Gesichtet haben die ungewollte Bärenklau-Plantage nur jene, die abseits der B 1 Richtung Hackenow unterwegs sind. So wie die Tierärztin Dr. Judith Scholz. Sie informierte die Verwaltung über die immer größer werdende Zahl der Pflanzen entlang des landwirtschaftlichen asphaltierten Weges, der parallel zur B 1 verläuft. Er wurde während der Zeit, als die Einfahrt nach Hackenow wegen des Radwegbaus gesperrt war, von vielen Anliegern genutzt. So fiel die gut 1,5 km Bärenklau-Allee im Straßenrandstreifen neben einem Maisfeld letztlich erst auf.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes inspizierten Anfang der Woche  den Abschnitt. Und  entschieden sich für eine Sofort-Lösung. Drei Männer des Gemeindehofes machten sich am Mittwoch daran, in Schutzkleidung zunächst die Dolden abzuschneiden und dann auf der gesamten Strecke die Pflanzen mit einem Spaten auszugraben. Nach dem Regen erwies sich die Aktion als weniger mühsam. Die Männer kamen gut in den Boden rein, konnten die Wurzeln tief ausgraben. „Und die Stiele haben nicht so viel Saft enthalten wie vielleicht unter normalen Witterungsbedingungen“, mutmaßte Waldemar Fehlinger. Den Pflanzen fehlte die Feuchtigkeit.

Dolden und Pflanzenteile wurden in Säcken verstaut und zunächst einmal eingelagert. Mit dem Landkreis soll noch abgestimmt werden, wie der Bärenklau zu entsorgen ist. Die Fachbehörde des Landes rät, die in festen Mülltüten verstauten Pflanzen im Hausmüll zu entsorgen.

„Wir werden diesen Abschnitt bei Hackenow weiter beobachten, auch im kommenden Jahr“, versicherte Hauptamtsleiter Guntram Glatzer. Denn erfahrungsgemäß sprießt der Bärenklau schnell wieder, wenn nicht alles Wurzelwerk ausgerottet ist. „Wir wollen natürlich nicht, dass sich die Samen überall in den Dörfern ausbreiten“, sagt Glatzer. Per Wind können die Samen kilometerweit geweht werden. In bewohnten Gebieten empfehlen Experten, umgehend gegen den Bärenklau vorzugehen.

„Am besten ist es, die Pflanzen schon vor dem Blütenstand zu beseitigen“, erklärt Wolfram Pohl vom Landesumweltamt. Ein Abschneiden der oft sehr großen Blütenstände bringe  nicht viel. Die Pflanze treibt immer wieder aus und bildet noch im gleichen Jahr Notblüten. Eigentümer von Flächen, auf denen sich der Bärenklau angesiedelt hat, können beim Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung  einen Antrag stellen, um die Pflanzen mittels chemischer Keule zu beseitigen. Fachleute würden allerdings vor solch einem Einsatz die Notwendigkeit prüfen, sagt Pohl. Die Kosten für eine chemische Entsorgung durch Fachleute muss allerdings der Eigentümer der Fläche bezahlen. Eine Förderung dafür gibt es noch nicht im Land.

Das Entfernen per Hand indes ist nicht genehmigungspflichtig, sollte aber unbedingt unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen für die Agierenden geschehen – mit geschlossenen Anzügen und festen Handschuhen. Die Pflanzen gehören übrigens nicht auf den Kompost. Das Landesamt unterstützt bei der Bestimmung der Pflanze und informiert über Möglichkeiten zur  Bekämpfung.

Landesamt, Christine Tümmler, Tel. 033702 2113653, E-Mail: christine.tuemmler@lelf.brandenburg.de

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