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Gewerbeflächen
Firmen suchen neue Standorte

Jens Sell / 18.07.2018, 20:18 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Nachfrage nach Gewerbeflächen im Berliner Umland ist kaum noch zu befriedigen. Regionalmanagement, Stic-Wirtschaftsförderung und Kommunen arbeiten gemeinsam an diesem Thema.

Nicht nur der Siedlungsdruck aus der Metropole ins Umland nimmt zu und belegt immer mehr Flächen mit Wohnhäusern, auch Gewerbebetriebe drücken aus Berlin und auch ganz Deutschland in die Gewerbegebiete des Umlands: Gewerbeflächen werden knapp, die Gebiete in Hoppegarten und Neuenhagen sind ausgelastet, kleinere und weiter entfernte Standorte werden immer attraktiver. Die Stadt Strausberg hat schon darauf reagiert und jüngst den Bebauungsplan für ein neues Gewerbegebiet beschlossen. Es liegt zwischen der Straße Am Flugplatz und den Flächen des Flugplatzes und ist 11,3 Hektar groß. Es zu vermarkten, wird nicht wieder Jahrzehnte in Anspruch nehmen wie das benachbarte Gewerbegebiet Strausberg-Nord, dessen rund 35 Hektar Nettofläche jetzt zu 80 Prozent ausgebucht sind.

Deshalb will das Regionalmanagement für die Metropolregion Ost Berlin-Brandenburg, an dem sich Strausberg auch für die künftige Förderperiode 2019-2021 kostenpflichtig beteiligt, ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept erarbeiten. Teilnehmer des Regionalmanagements sind der Stadtbezirk Berlin-Hellersdorf, die Barnim-Gemeinde Ahrensfelde und der Landkreis  Märkisch-Oderland mit seinen Kommunen. Das Management will zunächst alle Gewerbeflächen erfassen und verfügbare Flächen darstellen. Dann sollen der Bedarf an Gewerbeflächen ermittelt und ein Gewerbeflächenmanagement installiert werden. Und schließlich sollen die Flächen aus einer Hand vermarktet werden. Schon in der ersten Förderperiode 2016-2018 hat das Regionalmanagement ein Gewerbeflächenexposé erstellt und sie auf der Messe Expo Real in München 2016 vermarktet.

Der Grundstücksmarktbericht, der im Mai für den Stichtag 31.12.2017 die Lage in Märkisch-Oderland auflistet, verzeichnet für die Gewerbegebiete Dahlwitz-Hoppegarten, Am Umspannwerk Neuenhagen und Fredersdorf-Nord glatt 100 Prozent Auslastung. Das Gewerbegebiet Am Pappelhain in Hennickendorf ist zu 98,7 Prozent, Herzfelde zu 86 Prozent belegt. Nur im Industrie- und Gewerbegebiet Vogelsdorf-Ost mit seinen 14,6 Hektar sind erst 32 Prozent gefüllt. Die Quadratmeterpreise liegen im Metropolenraum um 31 Euro, dort variieren sie zwischen 15 bis 60 Euro. Im weiteren Metropolenraum erlösen die Vermarkter zwischen fünf und acht Euro je Quadratmeter, im Schnitt sechs. Und sogar in Altranft, dem Bad Freienwalder Vorort, ist das 20,4 Hektar große Gewerbegebiet zu 83 Prozent ausgebucht. Der Umwelttechnologiepark Thöringswerder, der zur Oderbruchstadt Wriezen gehört, ist 25 Hektar groß und sogar zu 86,5 Prozent belegt.

Für den Landkreis ist die Stic Wirtschaftsfördergesellschaft bei dem Thema am Start. „Wir versuchen, mit unseren Möglichkeiten kleinere Kommunen bei der Ausweisung neuer Gewerbeflächen zu unterstützen“, sagt Stic-Geschäftsführer Andreas Jonas. Wenn die Nachfrage nun das Gewerbegebiet Strausberg-Nord, zwischen Flugplatz und S-Bahn-Endhaltestelle Strausberg-Nord gelegen, erreicht hat, sieht Jonas weitere Entwicklungen entlang der Bundesstraße 1 und der Ostbahn.  „Rehfelde ist von Lichtenberg aus in 30 Minuten mit der Regionalbahn erreichbar, bald auch von Ostkreuz: Da sehe ich Potenzial für Firmenansiedlungen, denn für Berliner sind das keine unzumutbaren Fahrzeiten zur Arbeit.“ Im Hinterkopf hat Jonas auch eine Fläche zwischen dem Gewerbegebiet Vogelsdorf und der Rüdersdorfer Werksbahn an der B 1/5. „Wir wollen die Gemeinden für das Thema sensibilisieren“, sagt Jonas, „wir können so neue Arbeitsplätze für die Region schaffen, das hilft uns allen.“

In Strausberg rennt er damit offene Türen ein. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ist wieder ein Grundstück im Gewerbegebiet Nord per Erbbaupacht vergeben worden. In den Fraktionen gibt es immer wieder Überlegungen, noch weitere, kleinere Gewerbestandorte in der langen Stadt zu erschließen.

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