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Bundesliga-Renntag in Minden

Rudern
So eng wie nirgendwo anders

Dritter Renntag der Ruder-Bundesliga: Zum ersten Mal war Minden Austragungsort.
Dritter Renntag der Ruder-Bundesliga: Zum ersten Mal war Minden Austragungsort. © Foto: Alexander Pischke
Julia Hilpert / 19.07.2018, 05:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Der jüngste Renntag der Ruder-Bundesliga fand im ostwestfälischen Minden statt. Der Termin galt zugleich als Halbzeit im Ligabetrieb. Der Rüdersdorfer Secuinfra-Achter liegt nach drei von fünf Renntagen auf dem elften Platz der Tabelle. Dieses Mal war es allerdings so eng wie noch nie – aber nicht aus sportlicher Sicht.

Einzigartig – anders kann man den dritten Renntag der Ruder-Bundesliga nicht zusammenfassen. Zunächst überraschte der Veranstalter die Sportler und Zuschauer mit einem ganz besonderen Experiment.

Es gibt Renntage in der Ruder-Bundesliga, die sind besonders und es gibt Renntage, die sind einfach nur spektakulär. So wie der dritte Renntag in Minden, einem beschaulichen Örtchen in Ostwestfalen. Wer rechnet damit, dass ausgerechnet dieser Ort mit einem Bundesliga-Renntag aufwartet, den es so noch nie gegeben hat. Schauplatz: das Wasserstraßenkreuz in Minden. Hier kreuzt der Mittellandkanal die Weser. In einer 24 Meter breiten Trogbrücke, 13 Meter über dem schiffbefahrenen Fluss. Eine Herausforderung für jeden Steuermann, denn die Rennstrecke war dieses Mal besonders eng. Zwischen Kaimauer und Bojenkette hatten die Achter gerade einmal zwei Meter Platz. Steuerfehler hätten hier enorme Schäden am eigenen  und sogar dem gegnerischen Boot bedeuten können.

„Ich glaube, alle haben im Vorfeld damit gerechnet, dass es eine Materialschlacht geben würde und welches Team es wohl treffen könnte. Aber Gott sei Dank ist nichts passiert“, resümiert Christian Nowak vom Team Secuinfra-Achter Rüdersdorf.

Der vorletzte Renntag in Werder an der Havel im heimischen Revier lief für die Rüdersdorfer Männer mit ihren Kooperationspartnern aus Pirna nicht wie erhofft. In der Tabelle ging es zwar zwei Plätze nach oben, aber sportlich gesehen war die Mannschaft noch nicht vollends zufrieden. Nun in Minden wollte man es besser machen. Dabei helfen sollten Benjamin Kawalle, Tino Töpfer, Matthias Mehl-Uderhardt, Christian Nowak und Mirko Leiste. Doch es kam anders als geplant.

In den Time-Trials wartete gleich eine echte Herkulesaufgabe: der Hauptstadtsprinter. Die Berliner hatten zuvor in Werder gewonnen und waren Tabellenführer. Der Rüdersdorfer Mannschaft um Schlagmann Benjamin Kawalle war vor dem Start klar, das wird schwer. Das Rennen ging mit drei Sekunden Vorsprung an den Hauptstadtsprinter. Und nicht nur das. Die Zeit der Rüdersdorfer von 1:02 Minuten reichte gerade einmal für Platz 14 von 18.

Im Achtelfinale musste unbedingt ein Sieg her, um am Ende des Tages um die vorderen Plätze mitfahren zu können. Der Gegner im Achtelfinale hieß wieder TK-Achter aus Dresden. Ein Déjà-vu für die Rüdersdorfer, denn bereits in Werder ging es im Achtelfinale gegen diese Mannschaft. Dort mit dem besseren Ende für den Secuinfra-Achter. Vom Start weg lagen beide Boote gleichauf. Es sollte wieder ein harter Kampf werden. Doch dann zog Tino Töpfer den sprichwörtlichen „Krebs“ und blieb mit seinem Riemen im Wasser hängen. Damit gewann der TK-Achter. Die Enttäuschung stand den Rüdersdorfer Männern ins Gesicht geschrieben. Doch es half alles nichts, denn im Viertelfinale wartete mit dem Emscher-Hammer Achter aus Wanne-Eickel/Hamm eine neue Chance. Ein Gegner, der schlagbar, aber nicht zu unterschätzen ist. Doch auch hier lag das Glück nicht auf der Seite der Rüdersdorfer und sie mussten den Sieg an den Gegner abgeben.

Einziger Hoffnungsschimmer: der Weserbergland-Achter aus Hameln. Der Gegner im Halbfinale kämpft in der Bundesliga-Tabelle um die Rote Laterne. Dieses Mal waren die Rüdersdorfer in der Favoritenrolle und dieser konnten sie gerecht werden. Der erste Sieg an diesem Tag für den Secuinfra-Achter. Zu spät, denn im Finale ging es nur noch um den 15. Platz. Dort wartete der Travesprinter aus Lübeck, der in der vergangenen Saison im hinteren Tabellenfeld der 2. Bundesliga zu finden war. Mit zwei Sekunden Vorsprung ließen die Rüdersdorfer ihm keine Chance. Immerhin ein Sieg auch im Finale.

Am Ende dieses dritten Renntages stand für die Rüdersdorfer ein 15. Platz auf dem Tableau. „Wir haben die Chancen auf eine gute Platzierung gleich am Anfang liegen lassen. Nach hinten heraus konnten wir zwar noch was gut machen, aber nur, weil unsere Gegner dann nicht mehr zu den Besten gehörten“, bringt es Schlagmann und Teamchef Benjamin Kawalle auf den Punkt. Sieger des Renntages wurde erneut der Hauptstadtsprinter aus Berlin, die damit ihren Vorsprung in der Tabelle ausbauen konnten. Für den Secuinfra-Achter ging es dagegen bergab. Den guten neunten Platz in Werder konnten die Rüdersdorfer nicht mehr halten. Stattdessen geht es zurück auf den elften Platz.

Trotz des schlechten Abschneidens ist die Mannschaft aus Rüdersdorf begeistert von Minden. „Die Kulisse war einfach einzigartig. Vor allem, weil die Zuschauer auf der Kaimauer direkt neben der Rennstrecke standen. In Hamburg auf der Binnenalster ist die Nähe zum Publikum schon gewaltig, aber hier ist das noch viel extremer“, zeigte sich Benjamin Kawalle begeistert und setzte zwinkernd hinzu: „Nirgendwo sonst schlägt man sein Boot 13 Meter unterhalb der Rennstrecke ab. Auch das ist einzigartig in Minden.“

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