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Der Brennpunkt für Verkehrslärm liegt in Radebrück

Gabriele Rataj / 19.07.2018, 06:45 Uhr
Altlandsberg (MOZ) Viel Getöse um Lärm hat es in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag gegeben. Dort wurde mehrheitlich und gegen die Stimmen der Fraktion Aktiv & Offen/Altlandsberger Freie Wähler der Lärmaktionsplan Stufe III beschlossen.

Dessen Extrakt: Für den lärmintensivsten Punkt Ortsdurchfahrt Radebrück wäre für alle Fahrzeuge Tempo 30 angeraten. Das würde durchschnittlich 2 bis 3 dB(A) weniger bringen. Das müsste die Stadt mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen besprechen, beantragen und die Straßenverkehrsbehörde anordnen.

Der Aktionsplan betrifft generell wenige Untersuchungsbereiche im Stadtgebiet: nur Hauptverkehrsstraßen, wo täglich mehr als 8000 Fahrzeuge beziehungsweise drei Millionen Kfz im Jahr unterwegs sind. In Altlandsberg sind das Bereiche an der Landesstraße 33/Ortsdurchfahrt Radebrück sowie solche, wo die L 33 in Seeberg-Siedlung auf die Autobahn A 10 stößt, und für einen Teil von Seeberg-Dorf direkt an der A 10 zu.

Diese Bereiche sind auf der Basis einer entsprechenden Kartierung in der Statistik des Landesumweltamtes erfasst, die entsprechend der EU-Umgebungslärm-Richtlinie im Abstand von fünf Jahren aktualisiert werden muss. Die Stadtverordneten hatten daher im Januar die Verwaltung ermächtigt, ein externes Büro mit den nötigen Untersuchungen für den Aktionsplan Stufe III zu beauftragen.

Dieses führte die erforderlichen Messungen durch und berechnete die Jahresmittel-Daten. Von überschrittenen Grenzen – sogenannten gesundheitsrelevanten Stellenwerten von tagsüber maximal 65 Dezibel und nachts maximal 55 Dezibel – sind demnach 13 Personen am gesamten Tag beziehungsweise 14 Personen in der Nacht betroffen. Als Lärmbrennpunkt kristallisierte sich dabei die Ortsdurchfahrt Radebrück heraus.

Die Gesundheit der Bürger war auch der Punkt, der die Fraktion A & O/Altlandsberger Freie Wähler auf den Plan rief. Für diese bemängelte Detlef Zelinski, dass der Lärm von Windkraftanlagen gar nicht berücksichtigt werde. „Vorlagen lesen“, konterte Stadtverordnetenvorsitzender Ravindra Gujjula mit Blick auf die nur Straßen und Züge betreffende EU-Richtlinie. „Wir haben für Altlandsberg insgesamt noch mehr Hausaufgaben.“ Bürgermeister Arno Jaeschke merkte dazu an, dass die Stadt überdies der Arbeitsgemeinschaft gegen Autobahnlärm beigetreten sei.

Fraktionsvorsitzender Ronald Marks kritisierte überdies eine, mit zwei Wochen Einsehbarkeit des Lärmaktionsplans im Internet zu geringe Bürgerbeteiligungsmöglichkeit und sah in der Berechnung „von Mittelwerten einen Widerspruch an sich“. Käme der Frischemarkt für Bruchmühle, würden noch mehr als die derzeit täglichen 13 000 Kfz auf Radebrück zukommen, meinte er. Eine Realitätsferne solcherart vorgegebener Pläne kritisierte auch SPD-Fraktionsvorsitzende Esther Drusche.(rj)

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