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Jedes Jahr wieder treten sie auf, die grünen Schleier auf Seen und Gewässern. Bei Badegästen sorgen sie für Beunruhigung.

Blaualgenzeit
Gewässer in Brandenburg unter Beobachtung

Algenschleier ziehen sich durch den Großen Wannsee, aufgenommen aus der Luft nahe Wannsee. In mehreren Seen in Berlin und Brandenburg lässt die Wasserqualität derzeit keinen ungetrübten Badespaß zu. Wegen starken Befalls mit Blaualgen ist etwa das Baden im Fahrländer See in Potsdam ab sofort bis auf Weiteres verboten.
Algenschleier ziehen sich durch den Großen Wannsee, aufgenommen aus der Luft nahe Wannsee. In mehreren Seen in Berlin und Brandenburg lässt die Wasserqualität derzeit keinen ungetrübten Badespaß zu. Wegen starken Befalls mit Blaualgen ist etwa das Baden im Fahrländer See in Potsdam ab sofort bis auf Weiteres verboten. © Foto: Ralf Hirschberger
dpa / 21.07.2018, 07:15 Uhr
Potsdam/Berlin (dpa) Kurz vor einem weiteren sonnenreichen Wochenende soll das Badeverbot für den Fahrländer See in Potsdam bestehen bleiben. Wegen starken Befalls mit Blaualgen hatte die Stadt am Mittwoch das Verbot ausgesprochen. Dieses gelte auch weiterhin, teilte die Behörde am Freitag auf Nachfrage mit. „Das Badeverbot bleibt solange aufrechterhalten, wie sich die Algen beziehungsweise die Cyanobakterien im Fahrländer See nennenswert nachweisen lassen“, sagte Stefan Schmidt, Arbeitsgruppenleiter der Unteren Wasserbehörde bei der Stadt Potsdam.

Der Fahrländer See sei sehr nährstoffreich, so Schmidt weiter. Er biete optimale Wachstumsbedingungen für die Blaualgen. Diese treten in langsam fließenden, stehenden oder rückgestauten Gewässern auf, in denen viele Nährstoffe vorhanden sind. Da sich die Blaualgen auch negativ auf die Gesundheit von Tieren auswirken können, sollten Hundebesitzer ihre Vierbeiner nicht im See baden lassen, warnte die Behörde.

Viel Licht und anhaltend hohe Temperaturen ließen die Blaualgen besonders gut gedeihen. Wegen der derzeitigen sommerlichen Temperaturen komme es bereits Mitte Juli zu den Algenblüten, erklärte Schmidt. Normalerweise treten die Algen erst Mitte bis Ende August auf. Zuvor hatte die „Märkischen Allgemeine“ (Freitag) berichtet.

Für den Berliner Flughafensee, die Lieper Bucht an der Unterhavel sowie das Freibad Halensee gab das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) Entwarnung. Wie neue Untersuchungsergebnisse zeigten, gebe es an diesen Badestellen „keine bakterielle Verunreinigung des Badegewässers mehr“, teilte die Berliner Behörde am Freitag mit. Am Mittwoch hatte sie vom Baden in den drei Gewässern abgeraten. Grund waren Grenzwertüberschreitungen für bestimmte Bakterien, die vermutlich durch den Starkregen in der vergangenen Woche aufgetreten waren.

In Brandenburg besteht neben dem Fahrländer See auch am Klempowsee in Wusterhausen (Ostprignitz-Ruppin), dem Templiner See (Uckermark) sowie dem Untersee in Bantikow (Ostprignitz-Ruppin) Gefahr für Blaualgenentwicklung, wie das Verbraucherministerium auf seiner Internetseite mitteilte. Badegäste sollten Hinweisschilder vor Ort beachten, sagte Ministeriumssprecher Uwe Krink. Für keines der Gewässer wurde ein Badeverbot ausgesprochen.

Blaualgen stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar, weil die Cyanobakterien bei Menschen Hautreizungen, Übelkeit und Erbrechen verursachen können. Wer durch Wasser mit Blaualgen geschwommen ist, sollte sich sofort nach dem Baden mit Seife waschen und die Badekleidung wechseln, rät das Potsdamer Gesundheitsamt. Kinder und Kleinkinder sind durch Blaualgen besonders gefährdet. Falls nach dem Baden starke Beschwerden auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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