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In den nächsten Tagen werden in Groß Rietz Schilder mit der Beschränkung aufgebaut / Lärmbelästigung zu groß

Lärmschutz
Dem Ziel Tempo 30 ganz nah

Viel los: Die Bundesstraße durch Groß Rietz ist stark befahren. Anwohner klagen über Lärm.
Viel los: Die Bundesstraße durch Groß Rietz ist stark befahren. Anwohner klagen über Lärm. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 23.07.2018, 22:00 Uhr
Groß Rietz (MOZ) Von Larissa Benz

Groß Rietz. Nach langer Vorlaufzeit könnte jetzt doch alles ganz schnell gehen: Der Straßenmeisterei liegt eine Anordnung vor, Tempo 30-Schilder in Groß Rietz aufzustellen.

Schon seit über einem Jahr kämpfen viele Groß Rietzer für ein Tempo 30-Limit durch den Ort. Besonders Ortsvorsteher Jörg Haase machte immer wieder auf die Lärmbelästigung durch den Schwerlastverkehr im Ort aufmerksam. Mittlerweile liegt der Straßenmeisterei Beeskow eine Anordnung des Straßenverkehrsamtes vor, die Schilder aufzustellen. „Ich habe die Information, dass die Schilder die nächsten Tage kommen sollen“, sagt Haase.

Er wohnt selbst an der Bundesstraße, die durch Groß Rietz führt und beklagt: „Der Lärm ist nicht mehr normal!“ Bei Geschwindigkeitsmessungen aus dem vergangenen und diesem Jahr habe es teilweise Spitzenwerte von bis zu 105 km/h gegeben. Kürzlich sei dann ein Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes vor Ort gewesen. „Die haben dann auch eingesehen, dass es schlichtweg zu laut ist.“ Die europäischen Richtwerte zur Lärmbelastung der Bevölkerung seien in Groß Rietz teils deutlich überschritten, sagt Haase.

Besonders laut wird es demnach, wenn Lkw über die an verschiedenen Stellen geflickte Straße fahren.  „Da ruckelt und holpert es ordentlich, wenn die hier mit über 75 km/h teilweise durch den Ort brettern“, sagt Haase. Bei ihm selbst wackle dann beispielsweise das Haus.

Das bestätigt auch Stefan Korn, der als Ortswehrführer die Situation gut kennt. Er bezweifelt allerdings, dass das Tempolimit die Lärmbelastung „deutlich“ mindert. Wichtiger ist für ihn, dass seit Juli diesen Jahres eine Lkw-Maut neben Autobahnen  auch für Bundesstraßen gilt. Eine entsprechende Mautsäule steht seit kurzem am Ortseingang.

Dadurch könnte der Verkehr gemindert werden. „Außerdem hoffe ich, dass sich nach dem Sommer der Verkehr bei uns etwas normalisiert, wenn die Baustellen in der Region nicht mehr so geballt sind“ sagt der Ortswehrführer.

Als Vorbild für die Einführung eines Tempo-30-Limits in der Region gilt Pfaffendorf. Dort müssen sich Fahrer schon seit einigen Jahren an Tempo 30 halten. Anwohnerin Heidi Lehmann, die dort direkt an der Bundesstraße wohnt, ist mittlerweile aber ernüchtert: „Die Autos sind immer noch zu schnell unterwegs.“ Sinnvoller wäre es ihrer Ansicht nach, am Ortseingang mit einer Insel die Fahrzeuge abzubremsen. Für den Groß Rietzer Ortsvorsteher Jörg Haase ist die Situation aber nicht vergleichbar mit der in Pfaffendorf: „Bei uns ist die Straße durch den Ort schnurgerade, da sollte Tempo 30 schon etwas bringen.“

Er hofft, dass sich die Fahrzeuge dann „wenigstens“ auf 50 km/h beschränken. Das Limit soll in Groß Rietz  erst einmal tagsüber und nachts gelten. In den nächsten Jahren sei dann eine generelle Sanierung der Fahrbahn angedacht: „Dann gilt voraussichtlich nachts noch Tempo 30“, sagt Haase.

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