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Porträt
Mit einem Angelurlaub in den Ruhestand

Abschied: Die Kita „Heidehaus“ war für Bärbel Büttner 45 Jahre ein zweites Zuhause. Heute verabschiedet sie sich von den 73 Kindern sowie elf Erziehern.
Abschied: Die Kita „Heidehaus“ war für Bärbel Büttner 45 Jahre ein zweites Zuhause. Heute verabschiedet sie sich von den 73 Kindern sowie elf Erziehern. © Foto: Anke Beißer
Anke Beißer / 26.07.2018, 20:25 Uhr
Mönchwinkel (MOZ) Zu Hause in... lautet der Titel unserer Serie, in der Menschen aus der Region vorgestellt werden. Das können Frauen und Männer sein, die schon immer hier leben oder hier ihre Wahlheimat gefunden haben. Heute: Bärbel Büttner aus Rauen.

Für Bärbel Büttner ist heute zweifellos ein besonderer Tag. Und er wird mit Sicherheit die eine oder andere Überraschung parat halten. Denn die 63-Jährige verabschiedet sich heute, nach 45 Berufsjahren in der Rauener Kita „Heidehaus“, in den Ruhestand. Ein Umstand, der nicht nur bei ihr für gemischte Gefühle sorgen wird.

„Ich habe ein weinendes und ein lachendes Auge. Ich werde immer mit den Träumen und dem Lachen der Kinder verbunden sein. Die schönen Gespräche mit meinen Kollegen werde ich schon vermissen, aber jetzt habe ich auch Zeit für mich. Zum Malen, Singen, Angeln, für meinen Garten und für schöne Erlebnisse in der Natur, Zeit für meine Freunde.“ Was sicher ist, sie werde dem Förderverein der Kita und damit der Einrichtung selbst mit ihrem Engagement und ihrem Elan ein Stück weit erhalten bleiben. Im Jahr 2000 gegründet, ist sie seither die stellvertretende Vereinsvorsitzende – eine der vielen Spuren, die sie in ihrer Kita hinterlassen wird.

Aber der Reihe nach. Im März 1955 in Gieshof bei Letschin geboren, ist sie mit ihrer Familie – ihren Eltern und ihren zwei älteren Brüdern – im Mai des selben Jahres in die Nähe der Großeltern nach Rauen gezogen. Hier ging sie acht Jahre zu Schule, die letzte zwei besuchte sie eine Oberschule in Fürstenwalde. In der 9. Klasse stand ein Praktikum an, das sie im Rauener Kindergarten absolvierte. Dort lernte sie Brigitte Back kennen und Gilda Karge – erstere mit viel Elan und Energie im Umgang mit den Kindern, die andere mit einer sehr ruhigen und behutsamen Art. Beide haben in Bärbel Büttner die Begeisterung für den Beruf geweckt. Dass sie offenbar für ihn geboren war, beweist ihr Werdegang im „Heidehaus“.

1973 fing sie nach ihrem mit „Sehr gut“ beendeten pädagogischen Fachschulstudium nicht einfach nur an, sondern bekam eine Gruppe anvertraut. Nach vier Jahren wurde ihr gar die Leitung der Einrichtung übertragen. Sie sei so einfühlsam Kindern und Eltern gegenüber und fülle ihre Gruppenräume mit so viel Leben, lautete die Einschätzung ihren Chefin, die den Staffelstab an sie übergab.

In all den Jahren danach hat sich Bärbel Büttner nie auf etwas ausgeruht, hat Qualifikationen absolviert, das Leben in der Kita mit immer neuen Ideen frisch gehalten und ihre Kollegen dabei mitgenommen. Eine davon ist Marion Sander. Sie war als Kind in der ersten Gruppe von Bärbel Büttner und sagte als Sechsjährige, sie wolle Kindergärtnerin werden – ist sie auch und arbeitet seit vielen Jahren, als heute 50-Jährige, im „Heidehaus“.

Achtung, Anerkennung, Wertschätzung des anderen und Verantwortung für etwas übernehmen sind unerlässlich, lautete Bärbel Büttners Devise. „Ich wollte immer verändern, entwickeln, habe mich nie auf etwas ausgeruht. Aber ich denke, ich kann auch ohne Kita.“

Jetzt also rücken andere Dinge in den Vordergrund. Zuerst einmal wird sie mit ihrem Mann einen Angelurlaub unternehmen.  Sie freut sich auf mehr Zeit für ihre Familie, ihre Enkeltöchter, ihre 92-jährige Mutter. Sie will sich Zeit für Opern- und Theaterbesuche nehmen, für Bücher. „Und dann haben wir ja  noch einen großen Garten.“ Das alles sagt sie mit einem überaus freundlichen Lächeln, mit großer Begeisterung und spürbarer Dankbarkeit.

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