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In den ersten vier Jahren ist gute Pflege das A und O

Hitze
Junge Bäume lechzen nach Wasser

Wasser marsch! Mirco Schwetschke von der Firma Sixdorf&Müller gießt junge Eschen in der Gusower Schlossstraße.
Wasser marsch! Mirco Schwetschke von der Firma Sixdorf&Müller gießt junge Eschen in der Gusower Schlossstraße. © Foto: Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 27.07.2018, 06:30 Uhr
Gusow-Platkow/Seelow (MOZ) Nicht nur die Menschen stöhnen unter der Hitze, auch Pflanzen und vor allem Bäume. Derzeit werden insbesondere junge Bäume allerorten kräftig gewässert.

Mirco Schwetschke kennt die Tour schon in- und auswendig. Seit Ende Mai ist er mit dem 1000-Liter-Fass auf seinem Hänger unterwegs, um junge Bäume zu wässern. In der Gusower Schlossstraße lechzen die 2016 gepflanzten Eschen. „Um die 120 Liter bekommt jeder Baum und das einmal in der Woche“, erklärt der Mitarbeiter der Seelower Firma Sixdorf&Müller. Jede Woche absolviert er die Tour, denn die Bäume leiden unter der Hitze.

Rund 50 Bäume hat das Seelower Unternehmen im Gemeindebereich gepflanzt – in der Gusower Schloßstraße, in der Breitscheidstraße, im Bereich der Bushaltestelle Stahl  und am Karl-Liebknecht-Platz sowie in Platkow auf dem Anger. „Im ersten Jahr spricht man von Fertigstellungspflege“, erklärt Firmenchef Siegmar Sixdorf. Der Baum müsse den Umpflanzungsstress von der Baumschule an den jeweiligen Standort verkraften. „Da braucht es natürlich auch Wasser“, so Sixdorf. Die Fertigstellungspflege für die Dauer eines Jahres gehört zum Pflanzauftrag. Viele Auftraggeber würden eine Entwicklungspflege anhängen. Der Vertrag gehe in der Regel dann über drei Jahre. „Das heißt, in dieser Zeit sind wir für die Pflege zuständig“, macht Sixdorf deutlich. Es sei schon der Ehrgeiz des Unternehmens, dass alles Gepflanztes gedeiht. Man habe in den ersten Jahren auch Fehler gemacht und daraus gelernt, wähle das Pflanzgut sorgsam aus und achte auf eine kontinuierliche Pflege.

Im Normalfall werde im zweiten Vegetationsjahr das Wässern von zehn auf acht Mal reduziert. „In diesem Sommer ist aber alles anders“, stellt Sixdorf klar. „Wir werden wohl mindestens zwölf Mal fahren.“ Er wisse, dass mitunter auch Anwohner vor ihrer Tür stehenden Bäumen immer wieder mal Wasser geben. Was durchaus löblich sei. „Aber bei den diesjährigen Temperaturen braucht ein Baum bis zu 120 Liter, damit das Wasser auch ankommt. So viel gießt selten jemand.“ Sorge, dass ein Baum vielleicht zu viel Wasser bekommt, brauche niemand zu haben, sagt der Experte. Jeder Liter zusätzlich nütze. Mirco Schwetschke fährt übrigens auch auf das Areal der Seelower Mülldeponie, versorgt die dort gepflanzten Bäume mit Wasser.

Im Seelower Bauhof sind täglich zwei Mitarbeiter mit dem Wassertank unterwegs. „Wir gießen so viel wie seit Jahren nicht mehr“, sagt Bauhof-Leiterin Astrid Gellenthin. Zum einen die Neuanpflanzungen, die vor allem im Auftrag der Seelower Wohnungsbaugesellschaft erfolgten. „Zu gießen sind aber auch die Blumenkübel, Rabatten und Ampeln“, macht die Werkleiterin deutlich. Man müsste eigentlich noch mehr wässern, aber die Kapazität des Bauhofes sei letztlich begrenzt.

Erst Ende August wird Schluss sein mit dem Bewässern. Denn dann geht der Baum in den Herbst. Das habe mit dem normalen Zyklus der Bäume zu tun, erklärt Siegmar Sixdorf. Der würde sich weniger nach Frühjahr oder Sommer, sondern vielmehr nach dem Licht richten. Man werde ab Ende August auch die Gieß-Abstände vergrößern. Denn ein Zuviel an Wasser kann dann schaden. „Der Baum stellt die Assimilation ein, nimmt  nichts mehr auf“, so Sixdorf. In diesem Jahr werde es wohl so sein, dass viele Bäume ihre Blätter zeitiger verlieren. Manch einer meine, die Bäume würden absterben. Dem sei aber nicht so. „Der Laubabwurf ist eine natürliche Schutzfunktion“, macht der Fachmann deutlich.

Für den, der unsicher ist, ob seine Bäume im Garten genug Wasser haben, hat Sixdorf einen Tipp: „Mit dem Finger etwa fünf Zentimeter in die Erde gehen. Wenn da alles trocken ist, braucht der Baum Wasser.“

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