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Abschlusskonzert des Gesangsworkshops der Frauenbildungsstätte Franzenhof begeistert Publikum

Chor
Musikalische Weltreise in der Biesdorfer Kirche

Auftritt in der Kirche: Das war für die Teilnehmerinnen des von Toiny Tune geleiteten Workshops eine schöne Premiere.
Auftritt in der Kirche: Das war für die Teilnehmerinnen des von Toiny Tune geleiteten Workshops eine schöne Premiere. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 30.07.2018, 06:00 Uhr
Biesdorf Bevor es mit der Musik losging, erwartete die etwa 30 Zuhörer am Freitagabend in der Biesdorfer Kirche erfrischende Beeren-Bowle. Genau die richtige Überraschung nebenbei bei dieser Hitze – neben dem Feuer an Überraschungen, das die Sängerinnen nun noch entzündeten. Denn mehr als eine Stunde ging es musikalisch durch mehrere Kontinente, diverse Länder. Sozusagen die Welt in ihren Liedern zu Gast in diesem Wriezener Ortsteil. Dem ersten Stück, zu dem die gut 20 Frauen unterschiedlichen Alters singend hereinkamen und das aus Südafrika stammt, folgte unmittelbar ein Song aus dem Kongo. In Lingala, einer der vielen Sprachen dieses Vielvölkerstaats, mit dem übersetzten Titel „Ich komme zu euch.“ Dem schloss sich ein weiterer Abstecher nach Südafrika an. „Tulabara“, in der Mitte durchaus kraftvoll, aber ganz sanft ausklingend, ist ein Trostlied für ein Kind: „Dein Vater wird wiederkommen.“

Von einem Boot und der Fahrt über das tiefe Meer erzählt ein Song aus Kroatien. Ein Trio ist bei einer mazedonischen Volksweise stimmführend, bei dem es um die hübschen Mädchen beim Wasserholen am Brunnen geht, während beim serbischen Liebeslied wieder der Chor als Ganzes gefragt ist. Ein besonders anspruchsvolles Arrangement ist eines der beiden israelischen Lieder, vom Hebräischen geht es sprachlich ins eingefärbte Portugiesisch Brasiliens und ins Englische. Denn bei „I like the flowers“ darf auch das Publikum kräftig mitsingen. „Lass uns spielen“, lädt der Song „Hilalao“ aus Madagaskar ein, und aus dem multikulturellen Sarajevo stammt das Schlaflied für einen kleinen Jungen, eine jüdisch-sephardische Volksweise.

„Es ist so schön, in dieser Kirche zu singen mit dieser tollen Akustik“, dankte Toiny Tune namens der gesamten Gruppe vor allem Tessi Harder. Die Leiterin der Frauenbildungsstätte Franzenhof hatte den Kontakt zum Pfarrer-Ehepaar Kohler vermittelt.

So begeistert wie die Akteurinnen, die in Franzenhof eine Woche Workshop hinter sich haben, war auch das Publikum. Toiny Tunes, die aus Amsterdam kommt, ist eine der beliebtesten Referentinnen in der Frauenbildungsstätte, kommt seit 21 Jahren. „Rund die Hälfte der früheren Gruppe hat sich immer wieder angemeldet“, blickt Kerstin Gau aus Berlin zurück, „vor etwa zehn Jahren hat sich dann ein festes Team herausgebildet.“ Zwei, drei Neulinge gibt es zwar immer, doch der Kern ist regelrecht zu einer singenden Großfamilie zusammengewachsen. Und sogar für Nachwuchs ist gesorgt. Anouk Ege (14) war schon als Baby dabei, „meine Mutter hat mich immer mitgenommen. Franzenhof ist wie ein Sommer-Zuhause. Ein wenig mitgesungen habe ich schon voriges Jahr, diesmal war ich erstmals richtig dabei.“ In zwei Wochen gibt es noch einen Weltmusik-Kurs. Ria Biermann aus Altgaul, selbst als QiGong-Lehrerhin zuweilen in Franzenhof, nutzte gleich die Gelegenheit, sich anzumelden.

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