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Zwei Tage Bahnhofsfest im Eisenbahnmuseum Gramzow / Technikfreunde erleben ein Stück Regionalgeschichte

Fest für Bahnfans
Alles einsteigen, bitte!

Eva-Martina Weyer / 30.07.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 30.07.2018, 07:18
Gramzow (MOZ) Einmal mit dem Museumszug fahren, alte Lokomotiven anschauen, historische Waggons inspizieren und die schwere Arbeit von Gleisbauern nachempfinden – alles das konnten Besucher am Sonnabend und Sonntag auf dem Bahnhofsfest imEisenbahnmuseum Gramzow.

Die vermutlich weiteste Anreise zum Bahnhofsfesthatten Jörg Fraude, Martin Schmidt und Burkhard Kestin. Sie sind Arbeitskollegen im ICE-Werk München und haben am Wochenende einen Männerausflug nach Gramzow gemacht. „Wir sind alles Ossis und ich war 2013 schon einmal hier und begeistert. Auf Arbeit habe ich davon geschwärmt, wie liebevoll gepflegt die alte Technik hier präsentiert wird. Wir wollten immer mal herfahren. Jetzt hat der Besuch geklappt“, erzähltMartin Schmidt.

Die drei Arbeitskollegen, die sonst moderne ICE-Züge reparieren, haben eine Vorliebe für traditionsreiche Eisenbahntechnik. Sie laufen mit Fotoapparat übers Museumsgelände, machen Schnappschüsse von der Industrie-Diesellok, die 1962 im VEB Lokomotivbau Babelsberg produziert wurde, und untersuchen alte Waggons. „Der Museumsverein gibt sich unheimlich viel Mühe. Es ist schön, dass die Vereinsleute trotz aller Schwierigkeiten ihre Strecke in Betrieb halten und dass sie Werterhaltung für die alte Technik machen.“

Der Förderverein des Eisenbahnmuseums hält nicht nur die alte Eisenbahntechnik in Schuss und präsentiert sie. Die Vereinsmitglieder ermöglichen zusätzlich zu den normalen Öffnungszeiten besondere Fahrerlebnisse. Das Bahnhofsfest gehört ebenso dazu wie die Halloweenfahrt und der Nikolauszug. Zwischen 6000 und 7000 Besucher finden jedes Jahr den Weg in dieses Museum. Es ist ein beliebtes Ziel für Urlauber aber auch für Einheimische.

Zu ihnen gehört Andreas Schmidt aus Schwedt. Er war einmal Gleisbauer und jahrelang Betriebseisenbahner in Halle. Aus seiner Sicht war am Sonnabend zu wenig Bahnhofsfest zu spüren. Er sagte: „Ich bin wegen der alten Erinnerungen hier. Deshalb schaue ich mir im Geräteschuppen die Maschinen an, mit denen ich mal gearbeitet habe.“ Im Geräteschuppen der Gleisbauer sind beispielsweise Schienenbügelsäge und Schwellenbohrmaschine ausgestellt. Sie lassen erahnen, wie schwer die Arbeit war.

Werner Lehmann gehörte zu den 50 Vereinsmitgliedern und ehrenamtlichen Helfern, die am Sonnabend und Sonntag für den reibungslosen Festablauf gesorgt haben. Als Lokführer, Rangierer und Sicherungsposten waren sie im Einsatz. Werner Lehmann war 20 Jahre Vereinsvorsitzender. Er hatte den Vorsitz im Frühjahr an seinen PCK-Kollegen Ronny Schröder abgegeben. Dem Verein bleibt er treu.

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