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Wegen Bauarbeiten in Oderberg mussten Autofahrer stundenlang warten / Heute verstärkte Polizeikontrolle

Wartezeit
Stau auf der Umleitungsstrecke

Heike Jänicke / 01.08.2018, 20:49 Uhr
Altglietzen/Neuenhagen (MOZ) Während die einen frech durch die Baustelle auf der B 158a zwischen Neuenhagener Kreuzung und Hohenwutzen fahren, müssen sich andere auf der Umleitungsstrecke in Geduld üben. Wie am Mittwoch. Da war die Brücke in Oderberg nur halbseitig befahrbar. Das sorgte für Stau.

„Wie kann man denn so etwas machen“, fragte Ursula Wendlandt am MOZ-Lesertelefon. Die Hohenwutzenerin hatte sich am Mittwoch mit ihrer Tochter zum Einkaufen nach Bad Freienwalde verabredet. Morgens um 9.30 Uhr machten sie sich auf den Weg – über die Umleitungsstrecke nach Oderberg. Denn zurzeit ist die B 158a zwischen der Neuenhagener Kreuzung und Hohenwutzen voll gesperrt. „Das gehört sich doch so“, sagt Ursula Wendlandt. Bis dato hatte sie auch kein Problem damit. Sie hatte sich vorsorglich bevorratet, so dass sie nicht all zu oft einkaufen fahren musste. Doch nun war es wieder an der Zeit. Erst mittags gegen 12.30 Uhr sei sie wieder zu Hause gewesen. Solange habe sie noch nie gebraucht, empörte sie sich.

Der Grund: Auf der Umleitungsstrecke staute sich der Verkehr kilometerweit. Wegen Bauarbeiten war die Brücke in Oderberg nur halbseitig befahrbar und der Verkehr wurde per Ampel geregelt. „Das ist doch bei der Vielzahl der Baustellen den Bürgern gegenüber unverschämt“, sagte die Hohenwutzenerin.

Und während sie wie viele Hunderte mit ihr die Umleitungsstrecke nutzte, fuhren andere frech durch die Baustelle der B 158a. Die ist für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Das Verbot ist ausgeschildert. Dennoch scheint es für eine Vielzahl von Polenfahrern nicht zu gelten. Autos mit Berliner, Barnimer, MOL-, OHV- und polnischen Autokennzeichen holperten am Mittwoch über die abgefräste Fahrbahn. Dabei riskierten sie nicht nur Schäden an ihren Pkw, sondern sie verstießen damit schlichtweg gegen das Verbot.

Das rief die Polizei auf den Plan. Mehrere Stunden lang kontrollierten Beamte auf der Strecke, schrieben Strafzettel und schickten Autofahrer zurück. „Wo wollen Sie denn hin“, fragte André Braun, Revierpolizist aus Bad Freienwalde, mittags einen Pkw-Fahrer aus Oberhavel, als der die Baustelle in Richtung Hohenwutzen befuhr. Er ließ sich belehren und machte kehrt. „Der Mann ist noch freundlich gewesen“, meinte Braun. „Sie glauben nicht, mit welcher Aggressivität die Autofahrer uns Polizisten und den Bauarbeitern begegnen. Das habe ich in 28 Jahren noch nicht erlebt“, so der Revierpolizist. Rücksichtslos würden sie nicht nur die Straße befahren, sondern auch Geh- und Radwege. Es seien sogar Poller auf dem Europa-Radwanderweg herausgerissen worden, um darauf fahren zu können, berichtete er.

Unverständnis herrscht auch bei den Bürgern. Eine Anwohnerin der Altglietzener Chausseestraße, die aus Angst, dass ihr die Scheiben eingeschlagen werden, ihren Namen nicht nennen wollte, beobachtet täglich, wie der Verkehr nach Polen trotz Baustelle rollt. Man könne sich doch die paar Wochen einschränken, meinte sie. Auch Ursula Wendlandt hat kein Verständnis. „Uns parken die Berliner die Einfahrt zu“, schimpfte sie am Telefon. Überhaupt wundere sie sich, dass es in der Einbahnstraße am Bahnhof 1 in Hohenwutzen noch keinen Unfall gegeben habe. Die werde von beiden Seiten befahren.

Mit Polizeikontrollen müssen Autofahrer auch am Donnerstag rechnen. Dann bringt die Baufirma den Asphalt auf die Fahrbahn der B 158a. Wer kann, sollte den Ausflug nach Polen verschieben, rät die Polizei.

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