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Das kleine Dorf Hohenfelde hat 30 neue Häuser bekommen und ist weiter auf der Suche nach Bauplätzen

Dorfspaziergang
Zwischen Storchenhof und Moritzstraße

Eva-Martina Weyer / 02.08.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 03.08.2018, 09:39
Hohenfelde (MOZ) Aus einem kleinen Bauerndorf ist eine Wohnsiedlung in Stadtnähe geworden. So könnte man den Schwedter Ortsteil Hohenfelde beschreiben. Der ganze Stolz des Dorfes ist das neue Gemeindehaus mit Jugendklub und Spielplatz drumherum. Die Einwohner freuen sich, dass es 35 Kinder und Jugendliche im Ort gibt.

Hohenfelde hat zwar einen Ortsbeirat. Aber „regiert“ wird das Dorf von Schwedt aus. Das Rathaus verwaltet insgesamt zehn Ortsteile. Am Dorfspaziergang in Hohenfelde hat deshalb auch Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl teilgenommen. Er sagt: „Wir wollen, dass die Ortsteile nicht abgehangen werden. Ich möchte erfahren, wie sich die Hohenfelder fühlen.“ Sie fühlen sich gut, das wird schnell klar. Aber sie kümmern sich auch.

Einwohner Marcus Wilke ist 1995 als Zehnjähriger hergezogen. Vor Kurzem hat er ein Grundstück gekauft und will ein Haus bauen. „Ich mache das in Hohenfelde, weil ich mich hier am wohlsten fühle“, sagt er. Mehr als 30 Einfamilienhäuser sind nach der Wende in dem einstigen Bauerndorf gebaut worden. Die meisten stehen in der Moritzstraße. Manche Grundstücke haben gar keinen Zaun oder nur eine niedrige Hecke zur Straße hin. Der Blick des Spaziergängers kann schweifen. Alles sieht gepflegt aus.

Ortsvorsteher Detlev Martens hat erlebt: „Sobald die Grundstücke privatisiert sind, passiert dort was. Zurzeit haben wir nur noch zwei Flächen, auf denen gebaut werden kann.“ Auf dem Gelände des Storchenhofes im alten Dorfzentrum sieht Martens aber noch Baupotenzial. Dort ist Brachland, das geht schöner, findet er. Stadtplanerin Sabine Pozdorecz ist zum Dorfspaziergang mitgekommen und vergleicht eine Übersichtskarte mit den realen Verhältnissen. „Planungsrechtlich ist das möglich. Drei bis fünf neue Häuser passen hier hin“, sagt sie.

In der Mitte des Storchenhofes ist ein Brunnen. Der hat früher für Trinkwasser des ganzen Dorfes gesorgt. Heute ist er dicht und Rosi Sydow überlegt: „Der Brunnen ist doch ein Stück Historie. Man müsste ihn wiederbeleben. So mit Schwengelpumpe  – wäre doch schön.“ Rosi Sydow ist Vorsitzende des Dorfvereins, den es seit 2006 gibt. Der Verein hat zwölf Mitglieder und organisiert Feste. Sie sagt: „Schön, dass wieder junge Leute ins Dorf kommen. Jetzt kann man wieder für die Kinder planen. Wir hatten im Juni ein Piratenfest. Das hat Spaß gemacht.“

Der Dorfverein trifft sich regelmäßig im neuen Gemeindehaus direkt an der Dorfstraße. Es ist ein helles Schmuckstück geworden mit Versammlungs- und Partyraum, Jugendklub und Bürgerbüro. Dort macht die Frauensportgruppe Gymnastik und die Senioren treffen sich. „Nichts erinnert mehr an die alte Baracke, in der wir 8000 Liter Heizöl verballerten und trotzdem gefroren haben“, erzählt DetlevMartens. „Jetzt haben wir eine langfristige und umweltfreundliche Lösung.“

Als das neue Haus stand, haben sich Dorfverein und Ortsvorsteher bei der Stadt Schwedt außerdem dafür eingesetzt, dass der Festplatz am neuen Gemeindehaus eine Beleuchtung bekommt. Mit vereinten Kräften ist das gelungen.

Marianne Wendt ist im Schwedter Rathaus Mitarbeiterin für die Ortsteile. „Wir sind bemüht, jedes Jahr in den Dörfern etwas Schönes zu schaffen“, sagt sie. „In diesem Jahr hat die Stadt hier einen Teil des Friedhofszaunes saniert, den Putz abgeklopft, gemauert und neue Zaunfelder gesetzt. Die Trauerhalle ist durch die Stadt vor zwei Jahren auf Vordermann gebracht worden. Dass die Kirche ihren Teil des Friedhofes und der Mauer nicht in Schuss hält, können wir nicht verstehen.“ Marianne Wendt will an diesem Thema ebenso dranbleiben wie an einem sicheren Radweg nach Blumenhagen.

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