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Vollsperrung noch bis 18. August

Stau
Riskante Wendemanöver

Heike Jänicke / 03.08.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 03.08.2018, 14:15
Altglietzen (MOZ) Es ist Donnerstag gegen 11 Uhr. Die große Fräsmaschine der Firma Fräsdienst Feind hobelt den alten Straßenbelag auf dem restlichen Stück der B 158a zwischen „Satteltasche“ und Kreuzung Neuenhagen ab. Ein Lkw nimmt das Fräsgut auf. Eine kleine Kehrmaschine beseitigt Reste. Ein anderer Lkw kommt aus Richtung Bad Freienwalde. Hinter ihm fahren mehrere Pkw. Polizeihauptkommissarin Heike Senf und ihre drei Kollegen, die Polizeihauptmeister André Braun und Jörg Mundtstock sowie Polizeiobermeister Jörg Schmäske, die seit 7 Uhr das Einhalten des Durchfahrtverbots kontrollieren und schon etliche Autofahrer erwischt haben, trauen ihren Augen nicht. Etwa 20 Pkw rollen binnen kurzer Zeit durch die Baustelle.

Auf dem Parkplatz an der Gaststätte „Satteltasche“ ist Stopp. „Wo wollen Sie denn hin“, will André Braun von einem älteren Berliner wissen, der sich wundert, dass er angehalten wird. Er wolle nach Polen, sagt er. Auf den Hinweis, dass die Straße gesperrt ist, meint er: „Obwohl sie gesagt haben, dass alles frei ist.“ Doch er ist einsichtig und fährt zurück. Die Ausreden der Autofahrer sind vielfältig: „Wir sind einfach hinterher gefahren“, „Wir haben kein Benzin mehr“, „Die Ausschilderung ist schlecht“ oder „Im Internet stand, dass Polen offen ist“. Für den einen oder anderen gibt es ein Verwarngeld. Wie etwa für einen jungen Mann, der zum Fischladen nach Altglietzen will. Manche haben Glück, wie eine jüngere Frau, die mit einer Belehrung davon kommt. Die Polizei schafft es nicht, allen ein Verwarngeld auszustellen.

Als plötzlich ein Kleinwagen mitten in der Baustelle wendet, weil der Fahrer die Polizisten entdeckt hat, und dabei fast mit einem Baufahrzeug zusammenstößt, entscheiden die Polizisten, den Kontrollpunkt an die Neuenhagener Kreuzung zu verlagern. Um Schlimmeres zu verhindern. Steffen Weinert von der Fräsdienst-Firma meint nur noch: „Das ist eine Vollsperrung ohne Wirkung.“ Den vierten Tag sind die Bauleute vor Ort. „Oft war es problematisch. Die Lkw konnten nicht wenden, weil Autos hinter ihnen Schlange standen“, sagt er. Beschimpft worden sind sie auch. „Aber das muss man ignorieren“, meint er. Bei den Anwohnern bedankt er sich. Die seien sehr nett. Inzwischen sind die Polizisten an den Anfang der Baustelle vorgerückt. Und es dauert nicht lange, da kommen die ersten Autos an. Wissentlich negieren sie das Durchfahrtsverbot.

Das gilt noch bis zum 18. August, wie Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen bestätigt. Auf Nachfrage dieser Zeitung informiert sie in diesem Zusammenhang darüber, warum der Verkehr am Mittwoch auf der Umleitungsstrecke fast zum Erliegen gekommen war (MOZ berichtete). Demnach habe es in Oderberg eine Brückenprüfung gegeben, die unter halbseitiger Sperrung durchgeführt und zirka 14 Uhr beendet worden sei. „Der Zeitpunkt für diese Brückenprüfung war schlecht gewählt“, räumt Cornelia Mitschka ein. „Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen. Die ungenügende Abstimmung innerhalb unseres Hauses ist dem Umstand geschuldet, dass der grundsätzliche Personalmangel im Moment noch durch die Urlaubszeit verschärft wird“, erklärt sie.

„Ich wollte zur Satteltasche essen“, antwortet gelassen ein Mann aus dem Barnim, als ihn Heike Senf anhält. „Die ist zu“, ruft Mireille Ledwig rüber. „Am Sonnabend ist wieder geöffnet.“ Mireille Ledwig ist die Inhaberin der Gaststätte und will gerade mit ihrem Mann nach dem rechten schauen. Wer für die Verluste aufkommt, das könne ihr niemand so recht sagen. Rücklagen habe sie keine.

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