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Energieversorgung
Strom soll durch die Erde fließen

Larissa Benz / 03.08.2018, 07:30 Uhr
Trebitz (MOZ) Trebitz. Strom-Freileitungen sind in Trebitz bald Geschichte. 19 Anschlüsse werden momentan   auf Erdkabel umgestellt.Bis September sollen die Bauarbeiten in dem Lieberoser Ortsteil beendet sein.

Sie gelten als störanfällig und werden durch Unwetter immer wieder beschädigt: Strom-Freileitungen haben vielerorts schon lange ausgedient. Im Lieberoser Ortsteil Trebitz werden die letzten 19 Anschlüsse momentan auf Erdkabel umgerüstet. „Die anderen Anwohner haben davor schon privat umgestellt“, erzählt Olaf Schulz, Baubegleiter für Beeskow-Lieberose bei E.dis, dem Netzbetreiber. Schon Anfang 2016 wurden zwischen Ullersdorf und Trebitz alte Freileitungen stillgelegt und durch Erdkabel ersetzt. Die Kosten für solche Baumaßnahmen trägt der Netzbetreiber.

Bis voraussichtlich September sollen die Bohr- und Baggerarbeiten demnach gehen. „Bei den Einfahrten war der Beton des Bürgersteiges manchmal dicker als erwartet“, sagt Schulz. Deswegen habe das Aufbaggern dort teilweise länger gedauert.

Neben der geringeren Störanfälligkeit haben  Erdkabel für ihn vor allem einen Vorteil: eine bessere Stromversorgung. „Der Querschnitt dieser Kabel ist größer, sodass eine bessere Stromleistung garantiert ist.“ Damit passe man sich den veränderten Bedürfnissen der Stromnutzer an. Demnach verbrauchen heutzutage die Menschen viel mehr Strom, viele Haushalte hätten beispielsweise mittlerweile zwei Fernseher oder nutzen parallel mehrere Computer. „Wir haben in Trebitz etwa schon Ausschläge gehabt, die gezeigt haben, dass die Freileitungen nicht ausreichen.“

Für die Verlegung der Kabel werden zwei verschiedene Techniken angewandt. Die Baufirma Helmut Schmidt aus Fürstenwalde nutzt vor dem Ortsein- und Ausgang etwa die sogenannte Horizontalbohrung. Dabei wird unterirdisch ein Tunnel gebohrt,  ohne einen Graben buddeln zu müssen. Im Trebitzer Ortskern selbst kommt noch der klassische Minibagger beim offenen Tiefbau zum Einsatz. Dabei wird die Erdoberfläche geöffnet und ein Graben ausgehoben, um die Leitungen zu legen.

Auf Erdkabel umgestellt werden in Trebitz zwei verschiedene Leitungsarten: Zum einen die Mittelspannungsleitungen, die den Strom mit 20 000 Volt vom Umspannwerk in das Ortsnetz zu den Transformationsstationen transportieren. Zum anderen werden auch die Freileitungen des Niederspannungsnetzes auf Erdkabel umgerüstet. Über diese Leitungen wird der Strom bis zum Endverbraucher gespeist.

Holger Westenberger von der zuständigen Baufirma Helmut Schmidt erzählt, dass in letzter Zeit in der Region viel auf Erdkabel umgerüstet wurde. „Wir haben parallel noch einen Auftrag bei Storkow, auch in Kossenblatt wurden kürzlich Erdkabel verlegt.“ Oft würden bei  Umrüstungen auch die Trafostationen auf modernere Modelle umgestellt. Dies sei in Trebitz aber nicht nötig, da die Spannungswandler auf dem neuesten Stand seien.

Tobias Kasparick vom Bauamt Tauche berichtet, dass es in seiner Gemeinde eine Stromversorgung komplett über Freileitungen gar nicht mehr gebe. „Höchstens ganz abgelegene Haushalte haben eventuell noch kein Erdkabel“, sagt er. In Trebitz sollen die Kabel voraussichtlich im Herbst in Betrieb genommen werden. Anwohner würden darüber  rechtzeitig informiert, verspricht Olaf Schulz vom Energieversorger E.dis. Diejenigen Haushalte, die noch nicht den Strom aus den Erdkabeln nutzen, haben dann ein Jahr Zeit, umzusteigen.

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