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Pferdezüchter und Kommunalpolitiker

Pferdezüchter Wolfgang Jung ist seit vielen Jahren Ortsvorsteher in Groß Behnitz.
Pferdezüchter Wolfgang Jung ist seit vielen Jahren Ortsvorsteher in Groß Behnitz. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Jung / 03.08.2018, 10:42 Uhr
Groß Behnitz Wolfgang Jung ist Präsident des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt, Ortsvorsteher in Groß Behnitz, Fraktionsvorsitzender der Ländlichen Wählergemeinschaft in Nauen und erfolgreicher Pferdezüchter – auch mit 65 Jahren trägt er noch immer ehrenamtlich ein ordentliches Päckchen Verantwortung für die Gemeinschaft.

Nach Groß Behnitz führte ihn Ende der siebziger Jahre eher der Zufall. Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium der Landwirtschaft an der Berliner Humboldt-Universität arbeitete der frischgebackene Diplomagraringenieur als Produktionsleiter in der LPG Kalbe/Milde. Bereits in jungen Jahren hatten es ihm die Pferde auf dem landwirtschaftlichen Generationenhof seiner Familie im Altmarkdorf Engersen bei Gardelegen besonders angetan. Sportlich zuerst als Voltigierer und später auch als recht erfolgreicher Springreiter.

Die Pferde blieben auch beim Start ins Berufsleben seine Leidenschaft. Erste Zuchterfolge stellten sich ein und so blickte er einer recht gesicherten Zukunft entgegen. Aber wie das Leben so spielt, kam es ganz anders. Während seines Praktikums in der Nauener LPG hatte er solch einen guten Eindruck hinterlassen, dass der dortige Vorsitzende kurzerhand nach Kalbe/Milde fuhr und den jungen Diplomagraringenieur als Leiter der Pflanzenproduktion für die Nauener LPG abwarb.

Wenn Wolfgang Jung in Groß Behnitz auf der Koppel bei seinen Zuchtstuten ist, schwärmt er noch heute von dem Anblick der ehrwürdigen Kastanien am Ortseingang, die ihn schon 1979 begeisterten und wohl auch ein wenig zu seiner Entscheidung beigetragen haben, den Ort als Wohnsitz zu wählen. So wurde das Jahr 1979 zu so einer Art Schicksalsjahr für den weiteren Lebensweg. Wolfgang Jung heiratete im gleichen Jahr seine Gattin Rita, zog nach Groß Behnitz, kaufte ein Haus und baute es aus.

Es gehört zu den Grundverständnissen von Wolfgang Jung, sich für die Gemeinschaft zu engagieren. „Das Dorf ist mein Zuhause, deshalb möchte ich auch etwas für dessen Entwicklung tun“, so seine Motivation. Seit nunmehr 35 Jahren ist er in der Kommunalpolitik aktiv: Ab 1983 im Gemeinderat und dort verantwortlich für die Landwirtschaft, ab 1993 als ehrenamtlicher Bürgermeister. „Damals noch mit eigenem Gemeinde-Haushalt“, wie er betonte. Nach der Gebietsreform wurde er Ortsvorsteher, engagiert sich in dieser Funktion noch heute für den Ort und vertritt dessen Interessen mit kurzer Unterbrechung auch als Fraktionsvorsitzender der Ländlichen Wählergemeinschaft in der Nauener Stadtverordnetenversammlung. Besonders stolz ist Wolfgang Jung darauf, dass es der Dorfgemeinschaft gelungen ist, Groß Behnitz zu einem Vorzeigedorf zu entwickeln, was vor einigen Jahren mit dem zweiten Platz im landesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewürdigt wurde.

Einen Einschnitt im Leben von Wolfgang Jung brachte die politische Wende. Als sich die LPG auflöste, entschloss sich die Familie, 1.000 Hektar zur Bewirtschaftung zu übernehmen. Hauptproduktionsrichtungen wurden der Getreide- und Futteranbau und die Mutterkuhhaltung. Aber auch die große Leidenschaft kam nicht zu kurz. 1991 wurde er Mitglied im Pferdezuchtverband Berlin-Brandenburg und war dort als Rassevertreter und Körkommissar tätig. Im Jahre 2004 wurde er zum Vorsitzenden gewählt und ist Mitglied im Präsidium des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg. Mit der Verschmelzung der Pferdezuchtverbände Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt 2007 ist er zu dessen Vorsitzenden gewählt worden und wurde gleichzeitig Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung des Brandenburgischen Haupt- und Landesgestüts Neustadt/Dosse. In dieser Funktion hat er erheblichen Anteil an der Entwicklung des Deutschen Sportpferdes als Marke.

Alles in allem ein gehöriges Päckchen Verantwortung mit hohem Zeitaufwand. Somit blieb immer weniger Zeit, sich um den eigenen Betrieb kümmern zu können. 2012 übergab er ihn an seine beiden Söhne. Die Pferdezucht blieb aber weiterhin seine Leidenschaft, und das recht erfolgreich. Im vergangenen Jahr konnte er sogar mit der Lord-Loxley-Tochter Paola die Siegerstute bei den Dressurbetonten des Zuchtverbandes Brandenburg-Anhalt stellen, womit er sich selbst ein besonderes Geschenk zu seinem 65. Geburtstag machen konnte. Den feierte er im November mit der Familie, vielen Zuchtfreunden und Weggefährten.

Ortsvorsteher bleibt er weiterhin. „Ich möchte mich auch künftig für das Gemeinschaftsleben im Dorf einsetzen“, begründete er sein ehrenamtliches Engagement für Groß Behnitz und freut sich, dass es nun doch gelungen ist, eine neue Kita im Ort zu bauen. Gemeinsam mit allen Vereinen möchte er sich mit dem Ortbeirat dafür einsetzen, dass das viel gelobte Kinderfest in Quermathen ebenso eine Institution wird, wie das vom Fußballverein organisierte und bereits etablierte Dorffest.

Viel Freude bereiten dem Unentwegten inzwischen seine drei Enkel. „Dienstags ist Enkeltag. Diesen Tag halte ich von allen Terminen frei“, betonte er. Und fügte etwas nachdenklich hinzu, dass er ihnen nun die Zeit widmen möchte, die er früher für seine Kinder nicht hatte. Und ein wenig persönliche Freizeit bleibt ihm auch noch. Dann spannt er seine Stuten an und genießt gemeinsam mit seiner Gattin die schöne Natur um Groß Behnitz.

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