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Tempelberger Forstbaumschule muss wegen der Trockenheit die Kulturen regelmäßig mit mobilen Anlagen beregnen

Dürre
Dusche für den Waldnachwuchs

Bettina Winkler / 04.08.2018, 10:30 Uhr - Aktualisiert 05.08.2018, 18:16
Tempelberg (MOZ) Trockenheit und Hitze macht auch den Gewächsen in der Tempelberger Forstbaumschule zu schaffen. 15 Hektar werden deshalb regelmäßig beregnet. Das treibt Stromkosten in die Höhe. Für das zusätzliche Arbeitspensum, werden mehr Saisonkräfte gebraucht. Saatgut für Eichen ist durch die Dürre rar.

Mit wachsamen Blick fährt Margrit Pöge, Betriebsleiterin der Tempelberger Forstbaumschule Lürssen, über die riesige Anbaufläche mit Neupflanzungen von Tannen, Haselnuss, Birke, Eichen, Buchen und vielen weiteren Baumarten.

An einer Plantage mit 5000 noch winzigen Nordmanntannen, die in Jahren zu stattlichen Weihnachtsbäumen heran wachsen sollen,  hält die Chefin für einen Kontrollgang durch die Reihen an. Der Lehmboden sieht knochentrocken aus. Ab und zu steht ein vertrocknetes Bäumchen mit braunen Nadeln traurig da. „Die Pfahlwurzeln bei den einjährigen Pflanzen sind noch zu kurz, sie kommen nicht an das Grundwasser ran“, erläutert die Fachfrau. Deshalb geht hier ohne regelmäßige Beregnung gar nichts –  Minimum zehn Liter Wasser pro Quadratmeter. Dafür gibt es in der Forstbaumschule mehrere mobile Anlagen, die einer großen Kabeltrommel ähneln. Darauf sind 200 bis 300 Meter Schlauch gerollt, der bei Bedarf durch die Reihen der Plantagen gezogen wird. Dann rieselt je nach Baumart und Bodenqualität stundenlang Wasser über die Pflanzen und auf die Äcker.

Der Haselnussbestand hat gerade seine erfrischende und lebensnotwendige Dusche erhalten und zwischen den Reihen haben sich sogar Pfützen gebildet. „Bei der großen Fläche ist das Beregnen ein riesiger Zeitaufwand“, erzählt Margrit Pöge. Deshalb werden in diesem Sommer mehr Saisonkräfte als üblicherweise gebraucht. Das Wasser kommt zum Glück aus dem firmeneigenen Brunnen, aber das Fördern treibt die Stromkosten in die Höhe. „Damit müssen wir klarkommen“, sagt die Chefin.

Viel mehr Sorgen macht sich Margrit Pöge über fehlendes Saatgut für die kommende Pflanzsaison. Wegen der Hitze sind viele Früchte notreif und werden jetzt – wie auch die Blätter – als biologische Schutzmaßnahme der Bäume schon abgeworfen. Besonders dramatisch ist es bei den Stieleichen. „Wir dürfen nur Brandenburger Eicheln von ausgewiesenen Saatgutbeständen für die Neupflanzungen nutzen. Und diese sind in diesem Sommer sehr rar. Schon im letzten Jahr gab es wegen Spätfrostschäden während der Blüte deutlich weniger Eichelsaat. „Wenn wir kein Saatgut haben, können wir keine neuen Eichen ziehen“, sagt Margrit Pöge, und das wird für die Wälder bitter. Eichelsaat kann man sich nämlich nicht auf Lager legen. Sie muss immer frisch in den Boden. Dagegen können Bucheckern bei korrekter Lagerung noch nach vier bis fünf Jahren zum Keimen gebracht werden.

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