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Maulbeerfest
Hitze setzt den Seidenraupen zu

Stephanie Fedders / 06.08.2018, 08:21 Uhr - Aktualisiert 06.08.2018, 10:49
Zernikow (MOZ) Die Mitglieder der Initiative Zernikow kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Obwohl die Hitze den Besuchern des mittlerweile 18. Zernikower Maulbeerfestes am Sonnabend einiges abverlangte, war der Andrang sehr groß. Auch der erstmals erhobene Eintritt schreckte die Gäste nicht ab, und so hatten die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer kaum eine Pause zum Durchatmen.

„Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wer alles hierher kommt“, freute sich die Vereinsvorsitzende Ines Rönnefahrt über die Resonanz. Beim Blick durch die Reihen der Gäste, die in der ehemaligen Stellmacherei mitten auf dem Gutsgelände die Entwicklung von der Raupe bis zur Seide nachvollziehen konnten, fielen bekannte Gesichter ebenso auf wie Premierenbesucher.

Obwohl die Hitze den Besuchern des mittlerweile 18. Zernikower Maulbeerfestes einiges abverlangte, war der Andrang sehr groß.
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Zernikower Maulbeerfest 2018

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Zum ersten Mal waren Mitglieder des Kulturvereins Wusterhausen vorbeigekommen. Auch an der Dosse gibt es eine Maulbeerbaum-Plantage, allerdings auf privatem Gelände. Kein Vergleich zur historischen Allee, mit der die Zernikower Gastgeber punkten können. Mathias Gebauer hatte denn auch keine Mühe, die Besucher zu einem Ausflug in die Geschichte des Zernikower Gutes und die Seidenraupenzucht einzuladen. An die 50 Neugierige versammelten sich hinterm Gutshaus unter der Kastanie, wo etwas bisschen Schatten herrschte. Sie staunten nicht schlecht, wie oft der Experte für Gartenkunst in höchsten Tönen von der Anlage schwärmte. Selbst die alten Hainbuchen auf der Westseite des Grundstückes, nach der Idee  eines Laubenganges angelegt, „sind etwas ganz besonderes“, erklärte Gebauer. Das trifft auch auf die vielen Alleen rund um die Ortschaft Zernikow zu. „Einmalig in dieser Form“, nennt sie Gebauer. Bis auf die Ulmenallee sind noch alle vorhanden.

In der Maulbeerbaumallee mochte kaum einer glauben, dass die ersten Bäume im Jahr 1751 angepflanzt wurden. „Selbst wenn die Bäume umkippen, wachsen sie weiter“, erzählt Gebauer. In diesem Sommer haben es die jungen Pflanzen aber besonders schwer, die in den vergangenen Jahren nach und nach Lücken in der Allee geschlossen hatten. Die Hitze setzt ihnen stark zu. Das gilt auch für die Seidenraupen. Mit der Zucht hatte die Initiative dieses Jahr kein Glück. Zu heiß und zu trocken sei es gewesen. Ines Rönnefahrt zählte in der heimischen Anlage gerade einmal acht Tiere. In Spitzenzeiten können es bis zu 2 000 sein. Als Leihgaben waren daher zwei Pfauenspinner aus der Biosphäre Potsdam zu besichtigen, die sich inGröße und Farbe doch deutlich von ihren Artgenossen unterscheiden.

Die Maulbeerernte war jedoch erfolgreich, so dass die Besucher Maulbeerkonfitüre am Stand der Initiative Zernikow erwerben konnten. Nebenan verkaufte der Heimatverein Dollgow selbstgebackenes Maulbeerbrot und im Schatten des ehemaligen Schafstalles warteten junge Maulbeerbäume auf Käufer unter den Gästen.

Bewundert wurden auch die vielen Kunsthandwerker, die Schmuck und Tücher aus Seide sowie Kokons anboten. Zum ersten Mal war Dimitra Bourouliti aus Griechenland dabei. Über eine gemeinsame Freundin entstand der Kontakt zu Ines Rönnefahrt und der Abstecher ins Ruppiner Seenland war gebucht. Ihr Mann hatte seine Balalaika mitgebracht und gab am späten Nachmittag noch ein Konzert in der Kirche. Internationales Flair in Zernikow.

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