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Seefest
Helga Benke ruft... und fast alle machen mit

Pia Rückert / 06.08.2018, 12:54 Uhr - Aktualisiert 06.08.2018, 13:01
Jeserig (MOZ) Es wird wohl das letzte Mal gewesen sein, dass sich Helga Benke um die Organisation des Jeseriger Seefestes gekümmert hat. 74 Lenze zählt Ortsvorsteherin des kleinen Flämingdorfes. Im kommenden Jahr sind Kommunalwahlen, Helga Benke wird nicht erneut kandidieren. Ob es schon einen Nachfolger gibt? Helga Benke zuckt mit den Schultern.

In diesem Jahr hat sie noch einmal alles in die Waagschale geworfen und das dreitägige Fest zu einem Erlebnis für Einwohner und Gäste werden lassen. Bereits am Freitag gab es ein Konzert in der Kirche. Diese ist für ihre außergewöhnliche Akustik bekannt. Das Vokalensemble „Bellis“ aus Bad Belzig sang a-capella Lieder in verschiedenen Sprachen. Die Gruppe besteht aus sechs Frauen. Der Name bezieht sich auf den botanischen Namen für das Gänseblümchen – bellis perennis –, deshalb werden sie auch oft die „Singenden Gänseblümchen“ genannt.

Der Samstagnachmittag begann mit den Holzschuhtänzern aus Marzahna. Sie waren schon einmal in Jeserig zu Gast, damals bei Regenwetter. In diesem Jahr beschlossen die Tänzer auf der überdachten Bühne zu tanzen, denn die Sonne brannte auf die Tanzfläche. Die Tanzgruppe besteht seit 16 Jahren, derzeit sind 12 Tänzer aktiv. Begonnen hat alles in Schmögelsdorf bei Marzahna. Dort war ein Dorffest geplant und es wurde nach kulturellen Programmpunkten gesucht. So kam Heike Peuschke mit Mann und einem befreundeten Pärchen auf den Gedanken, das beliebte Lied „Annemarie“ zu tanzen. Dazu wurde Omas alter Kleiderschrank geplündert und die Holzschuhe hervorgeholt. Das kam so gut an, dass sich weitere Mitstreiter fanden. Jedes Jahr kommt ein neuer Tanz dazu. Jetzt sind die Holzschuhtänzer im ganzen Fläming unterwegs, haben bereits auf der Grünen Woche getanzt, auf Hochzeiten und Geburtstagsfeiern und auf Dorffesten. Ihren nächsten Auftritt werden sie auf dem Flämingmarkt in Raben im September haben. Alle tanzen aus Spaß an der Freude!

Den kulturellen Höhepunkt des Seefestes gab es wohl schon am Nachmittag. Mit Waltraud Althoff aus Stendal hatte Helga Benke ein Original eingeladen, das Lachsalven auf dem ganzen Festplatz provozierte. Allerdings durfte auch niemand allzu zart besaitet sein, denn ihre Ausführungen waren teilweise recht derb. Wenn Waltraud Althoff jemanden auf dem Kieker hatte, blieb dem nur eins übrig, mitmachen oder die Flucht ergreifen. Und das taten die Gäste. Als Helga Hahnemann angekündigt, unterhielt sie mit der gleichen „Kodderschnauze“ wie die leider viel zu früh verstorbene Entertainerin.

Neben dem Programm gab es auch noch viele weitere Aktivitäten. Der Kuchenbasar war wieder gut gefüllt. Um diesen kümmert sich seit vielen Jahren Gisela Burmeister. Sie organisiert die Bäckerinnen und auch diejenigen, die auf dem Fest verkaufen. Schon beim Aufbau waren viele Jeseriger dabei. Helga Benke hatte in jeden Haushalt einen Zettel verteilt und um Unterstützung beim Aufbau gebeten. Sie konnte sich über 20 Helfer freuen. Das Kinderschminken lief in diesem Jahr etwas anders ab. „Die Gesichter zu bemalen, ist bei den Temperaturen keine gute Idee“, sagte Gabi Gensch, „deshalb haben wir uns entschlossen, Arme und Hände zu bemalen“, sprach’s und vervollständigte die zarte Blüte auf dem Unterarm. Das Glücksrad war besonders bei den Kindern beliebt. Angefertigt hat es Manfred Albrecht. Am Abend gab es Live Musik mit Sherz&Shine&Mal von Mal´s Scheune und Discomusik mit DJ Dittberner aus Wiesenburg.

Der Sonntag begann mit dem traditionellen Frühschoppen und Blasmusik vom Jugendblasorchester Wiesenburg. Dazu konnte sich jeder an der Erbsensuppe stärken. Und wem es zu heiß wurde, der konnte sich im See etwas abkühlen. Aber auch dem macht die Trockenheit zu schaffen. Die Fische schnappen nach Luft und das Schilf, welches sonst immer noch etwas Sauerstoff produziert, steht inzwischen auf dem Trockenen.

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