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Während Routinekontrolle entdeckte Gesundheitsamt die Cyanobakterien

Baden
Blaualgen-Alarm im Großen Treppelsee

Hier lieber nicht ins Wasser gehen: An der Badestelle im Großen Treppelsee gibt es eine starke Blaualgenbelastung.
Hier lieber nicht ins Wasser gehen: An der Badestelle im Großen Treppelsee gibt es eine starke Blaualgenbelastung. © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 07.08.2018, 08:00 Uhr
Bremsdorf (MOZ) Im Großen Treppelsee treten Blaualgen in so hoher Konzentration auf, dass das Gesundheitsamt Oder-Spree vor dem Baden warnt. Für die Ferien­kinder in der Jugendherberge werden jetzt alternative Bademöglichkeiten gesucht.

Sie färben das Wasser grünlich oder blau, bilden schlierenartige Teppiche auf der Wasserfläche und produzieren Gifte, die zu erheblichen Gesundheitsschäden führen können: die Cyanobakterien, die allgemein Blaualgen genannt werden. Während der routinemäßigen Badegewässerkontrolle war zu Monatsbeginn durch das Gesundheitsamt des Landkreises Oder-Spree festgestellt worden, dass im Bereich der Badestelle des Großen Treppelsees Blaualgen in einer sehr starken Konzentration auftreten. Das Gesundheitsamt warnt deshalb vor dem Baden im Großen Treppelsee und hat im Info-Kasten am Rande des Campingplatzes ein entsprechendes Warnschreiben platziert.

Dieser Info-Kasten befindet sich allerdings so weit entfernt von der Badestelle, dass die Warnung von Besuchern nicht wahrgenommen wird. Weil man sie nur findet, wenn man gezielt danach sucht. „So etwas muss besser platziert werden“, betonte am Montag Daniela Hoheisel, in Bayern zu Hause und derzeit mit der Familie in der Region zu Besuch. Nach dem Hinweis der MOZ hat sie sich das Schreiben durchgelesen. Ergebnis: „Wir packen ein und fahren zum Schervenzsee. Das Risiko, krank zu werden, ist uns zu groß.“ Am Mittwoch werde die Familie nämlich nach Dänemark reisen, „da wollen wir gesund sein“.

Stephan Paul aus Wismar nimmt die Warnung eher gelassen. „Ich gucke mir das Wasser an“, sagte er, „und wenn es zu trübe ist, dann überlege ich mir das.“ Am Montag waren sowohl er als auch seine Kinder baden. „Ich kenne den See von früher, der Blaualgenbefall war auch schon schlimmer. Wir duschen zu Hause und passen auf, dass niemand schlecht wird.“ Jana Blohm aus Stuttgart kennt den See ebenfalls von früher. „Also ich war von Freitag bis Sonntag hier schwimmen, mir geht es gut“, erzählte sie. Allerdings: „In dem Kasten nutzt die Warnung wenig – die muss direkt an der Badestelle angebracht werden.“

Das Gesundheitsamt empfiehlt unter anderem, auf das Baden zu verzichten, wenn im knietiefen Wasser die Füße nicht mehr zu sehen sind. Das Wasser dürfe auf keine Fall geschluckt werden. Sollten die Besucher „das Baden dennoch nicht unterlassen wollen“, sollte bei Beschwerden wie Hautreizungen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Atemnot ein Arzt aufgesucht werden.

Eine Katastrophe ist die Blaualgenbelastung für die Kinder in der benachbarten Jugendherberge Bremsdorfer Mühle. Am Montag reisten dort zwei große Ferienlagergruppen an, heute wird eine weitere erwartet. „Wir können wohl nur Rasensprenger aufstellen“, sagte Programmkoordinator Björn Siekert. „Und wir werden mit den Betreuern gucken, ob die Gruppen vielleicht mit dem Bus zum Baden nach Eisenhüttenstadt fahren können.“

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