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Löschfahrzeug gesegnet
Göttiner Brandschützer feierten Jubiläum

Erhard Herrmann / 08.08.2018, 14:19 Uhr
Göttin „Alle Arbeiten müssen mit Besonnenheit, Ruhe, Raschheit, doch ohne übertriebene Eile ausgeführt werden“, hieß es vor 90 Jahren in der Dienstordnung für die Freiwillige Feuerwehr. Der erste Göttiner Wehrführer Karl Schramm las diese Prämisse wohl auch den Freiwilligen vor, die sich bereit erklärt hatten, in der Not zu helfen.

Vom 1929 gebauten Gerätehaus eilte man dann mit schwerfälligen Pumpenwagen und ungesicherten Leitern zur Brandstelle und versuchte, ohne Wasserleitungen und Hydranten, der Flammen Herr zu werden. Ebenso war an Feuerlöscher und chemische Löschmittel noch lange nicht zu denken. Der Fortschritt hielt langsam Einzug und wurde der Zeit angepasst. Motorisiert fuhren die Kameraden in den 70er Jahren mit einem LKW K30 und erst 1980 mit einem Feuerwehrfahrzeug der Marke Ello 2002 zu den Einsätzen. Von Generation zu Generation blieb man in Göttin dabei und konnte nun mit einem Gottesdienst, Fest und Aktionstag das neunzigjährige Jubiläum feiern.

Neben der Möglichkeit zur Information wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Überblickt man die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Göttin, so fällt eine gewisse Beständigkeit auf. Mit 27 Kameraden in der Einsatzabteilung, mit einer zehn Mann starken Jugendabteilung, gegründet 1992 und einer Ehrenabteilung ist man recht gut aufgestellt. Auch was die Kommandanten der Wehr und ihre Stellvertreter angeht, waren häufige Wechsel und kurze Amtszeiten eher die Ausnahme.

Dazu zählt auch der jetzige Wehrführer Bernd Karge. Er ist seit 15 Jahren „Chef“ und seit 40 Jahren aktiver Feuerwehrmann. Er kommt aus einer typischen Feuerwehrfamilie. Mutter Erika Karge trägt die Ehrennadel für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Von 1964 bis 2000 war Günter Wasserroth am längsten im Amt. „Natürlich wünschen wir uns mehr Nachwuchs und dass möglichst viele hängen bleiben. Dafür wollen wir in den nächsten Jahren einiges unternehmen, um die „jungen“ zu aktivieren und motivieren“, so der Feuerwehrchef. Dafür dürfte das neue Löschfahrzeug (LF) 10 ein besonderer Anreiz sein. Schon vor einigen Wochen in Dienst gestellt, wurde es von Pfarrer Jens Meiburg am Ende des Festgottesdienstes gesegnet. Es löst das 25 Jahre alte Vorgängerfahrzeug ab. Grobreinigungsmodul, Tauchpumpe, Säbelsäge, Motorsäge, Spreizer, Rettungszylinder und Hochdrucklüfter gehören zur Ausrüstung. „Durch diese Vielzahl zusätzlicher Ausrüstungsgegenstände können wir nun schneller und praktischer Einsätze bewältigen, abarbeiten und für mehr Sicherheit der Kameraden sorgen“, erklärte Bernd Karge. Technik ist wichtig, was zählt ist jedoch der persönliche Einsatz. „Einfach alles stehen und liegen zu lassen, wenn Not am Mann ist, das ist keine Selbstverständlichkeit“, hob Pfarrer Meiburg in seiner Festrede hervor. Er betonte auch, dass die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren auch in einem kleinen Ort sehr vielfältig und viel komplizierter geworden sind. Neben dem Brandschutz müssen sich Angehörige der Wehr mit technischer Hilfe bei Verkehrsunfällen, Chemieschutz, Funkkonzepten, Naturereignissen und vielen anderen Dingen beschäftigen. Kurz gesagt – bei jedem Einsatz eine neue Herausforderung.

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