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Hilferuf aus Dolgelin an Kreisverwaltung geht ins Leere / Bei Gewässern bis 0,5 Hektar ist der Eigentümer zuständig

Gewässer
Für Dorfteiche sind Kommunen in der Pflicht

Ebbe: Im Teich in der Dolgeliner Dorfaue, zwischenMaxim-Gorki- und  Alte Poststraße ist nur noch wenig Wasser. Der Ortsvorsteher fürchtet um die Fische darin.
Ebbe: Im Teich in der Dolgeliner Dorfaue, zwischenMaxim-Gorki- und  Alte Poststraße ist nur noch wenig Wasser. Der Ortsvorsteher fürchtet um die Fische darin. © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 08.08.2018, 19:09 Uhr
Dolgelin (MOZ) Dolgelins Ortsvorsteher Michael Pfeiffer macht sich Sorgen: Der Wasserstand in den drei Dolgeliner Dorfteichen ist dramatisch gesunken. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit drohe ihnen das Austrocknen. Besonders betroffen sei der Teich nahe der B167, auf der Spitze zwischen Maxim-Gorki- und Alte Poststraße: „Dieses Gewässer hat reichlich Fischbesatz“, schreibt Pfeiffer in einer Mail an den Leiter der unteren Naturschutzbehörde, Jürgen Trakat. Er befürchte, dass das große Fischsterben bald einsetzt, wenn nicht umgehend etwas unternommen wird, so Dolgelins Ortsvorsteher.

Aus der Naturschutzbehörde sei nur die Antwort-Nachricht gekommen, dass das E-Mail-Fach voll ist, berichtet Michael Pfeiffer. Doch dann habe sich die untere Fischereibehörde gemeldet und mitgeteilt: Sie ist für Dolgelins Dorfteiche nicht zuständig. Denn ihre Handlungs-Grundlage ist das Fischereigesetz des Landes Brandenburg, macht Kreis-Sprecher Thomas Berendt aufmerksam.

In dessen Paragrafen 2 des ersten Abschnitts steht zum Geltungsbereich, dass das Gesetz „für Gewässer bis zur Größe von 0,5 Hektar, denen es an einer für den Fischwechsel geeigneten Verbindung mit anderen Gewässern fehlt“ keine Anwendung findet.

Das heißt: Für die Dorfteiche und andere Kleinstgewässer sind ihre Eigentümer, im Falle der Teiche also in der Regel die Kommunen zuständig. Im Dolgeliner Fall hieße das, dass Michael Pfeiffer die Lebensrettung für die Fische in den Teichen in seinem Dorf selbst organisieren müsste.

In ähnlichen Situationen habe es sich bewährt, wenn Feuerwehrleute mit ihren Pumpen das Wasser so „aufsprudeln“, dass Sauerstoff ins Wasser gelangt, weiß Thomas Berendt. Die dunkelgrüne Färbung des Wassers in den Dolgeliner Teichen lässt akuten Sauerstoffmangel vermuten.

Die Mail von Michael Pfeiffer in Sachen Austrocknen der Dorfteiche sei übrigens der erste derartige Hilferuf aus einer Kommune an den Landkreis gewesen, so der Kreissprecher.

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