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Kinder spüren Geheimnisse der Natur auf

Feriencamp
Kleine Naturforscher im gallischen Dorf

Frank Groneberg / 09.08.2018, 08:00 Uhr
Bremsdorf (MOZ) 17 Mädchen und Jungen verbringen derzeit eine Campingwoche am Großen Treppelsee. Im „Forschercamp Einsteinchen“ spüren sie den Geheimnissen der Natur nach, erleben Abenteuer und haben Spaß auf ihrem selbst gebauten Wasserspielplatz.

Das kleine gallische Dorf ist schon von weitem zu sehen. „Forschercamp Einsteinchen“, steht auf einem bunten Banner. Dahinter ducken sich große Zelte im Wald am Rande des Großen Treppelsees. Vor allem aber ist das gallische Dorf schon von weitem zu hören. Denn unter lautem Jubel toben dort 16 Jungen und ein Mädchen in einem großen Wasserloch herum und nehmen ein (Schlamm-)Bad, das am Mittwochnachmittag bei 36 Grad Außentemperatur eine mehr als willkommene Erfrischung bringt.

Dass so ein Wasserloch in ein gallisches Dorf gehört, ist ganz logisch. Oder hat man je gelesen oder im Trickfilm gesehen, dass Asterix, Obelix und ihre Gefährten in ihren Häusern Bäder hatten? Natürlich nicht. Also muss es im Dorf ein großes Bad für alle geben. Und da der Große Treppelsee als Gemeinschaftsbad tabu ist, des immer heftiger werdenden Blaualgenwuchses wegen, haben die Dorfbewohner zur Selbsthilfe gegriffen.

Die Dorfbewohner – das sind 17 Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren, die normalerweise in Frankfurt, Eisenhüttenstadt, Brieskow-Finkenheerd, Wiesenau, Neuzelle und Ziltendorf zu Hause sind. Im „Forschercamp Einsteinchen“ bilden sie die drei Sippen Teutates, Esus und Belenus. Denn das Motto des Camps, in dem 60 Kinder in drei Durchgängen je eine Ferienwoche verbringen, lautet in diesem Jahr: Asterix und Obelix. Zum siebten Mal veranstaltet der Frankfurter Verein Förderforum, der Träger des Projektes „Einsteinchen“ ist, dieses Forschercamp am Großen Treppelsee, erzählt Campleiterin Peggy Zecha. „Wir entdecken gemeinsam die Natur, untersuchen das Leben im Wasser und im Wald und erforschen das Leben, wie es zur Zeit der Gallier und Römer gewesen ist.“

Letzteres bedeutet zum Beispiel, dass im gallischen Dorf alte Handwerkskunst erkundet wird. Dafür ziehen die Kinder mit Obelix in den Steinbruch, um gemeinsam Hinkelsteine zu bearbeiten. Wobei sie als Hinkelstein-Ersatz Blöcke aus Porenbeton benutzen, aus denen sie mit Säge, Messer und Hammer kleine Kunstwerke formen. Oder sie setzen sich in die Schnitz­ecke ihres Dorfes. Oder sie brennen mit Hilfe von Butangas-Lötkolben Bilder von Asterix, Idefix und anderen Figuren in Holzbretter. Auch verschiedene Handarbeiten stoßen bei den Mädchen und Jungen auf große Begeisterung. Das Anfertigen von Batic-Shirts beispielsweise. Oder die Arbeit mit einem Webrahmen. Und wie einst die Gallier gehen sie auch auf die Jagd, um abends etwas Nahrhaftes auf dem Tisch zu haben. Für die Jagd benutzen sie Angeln, und erste Beute für die gemeinschaftliche Bratpfanne waren 21 schmackhafte Plötzen und Rotfedern.

Den Wasserspielplatz haben sich die Kinder am Dienstag gebaut. „Wir haben ihnen einfach nur Dachrinnen, Trichter, ein paar Maurertuppen und große Müllbeutel hingestellt“, erzählt Peggy Zecha. „Das war dann ein Selbstläufer. Die Kinder haben sich selbst was ausgedacht und das auch allein umgesetzt.“ Entstanden sind so das bereits erwähnte Wasserloch mit Mülltüten-Abdichtung und ein Fließgewässer aus Regenrinnen. Dazu gibt es eine große Dusche.

„Der Wasserspielplatz ist am besten“, sagt Ronny Sattler. Der Zehnjährige aus Wiesenau ist zum zweiten Mal im Camp und hat „am Pool“ mitgebaut, wie er es nennt. Auch das Angeln fand er cool – „mein Fisch ist aber abgefallen, bevor ich ihn greifen konnte“. Mit sieben Jahren gehört Florian Mansfeld zu den jüngsten Forschern. „Mit gefällt es sehr gut und der Wasserpark macht mir am meisten Spaß“, erzählt der Frankfurter. Er gehört zu den Wasserrinnen-Konstrukteuren und war auch bei der Jagd erfolgreich. „Das war mein erster geangelter Fisch“, sagt er stolz.

Was die kleinen Forscher noch nicht wissen: Heute wird es eine Schlacht zwischen Römern und Galliern geben. Als Römer werden die Betreuer kämpfen, und mit Sicherheit werden die kleinen Gallier siegreich sein. So wie immer bei Asterix und Obelix.

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