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Vernissage am Sonnabend in Brodowiner Galerie im Stall: Berliner Modedesignerin und Künstlerin Roswitha Hindemith zeigt Plastiken und Malerei

Vernissage
Aufeinandertreffen von Mode und Kunst

Julia Lehmann / 11.08.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 11.08.2018, 09:57
Brodowin (MOZ) Obwohl sie Mode studiert hat, ist sie heute in der Malerei und Bildhauerei zuhause. Aber „Stoffe sind immer so leicht durch die Hände gegangen, am Sandstein konnte ich mich schon immer abarbeiten“, sagt Roswitha Hindemith. Die 70-jährige Berlinerin eröffnet an diesem Sonnabend zum wiederholten Mal eine Ausstellung in der Galerie im Stall in Brodowin, die letzte in diesem Jahr. Hier, wo ihre gute Freundin Ingrid Kothe lebt, selbst künstlerisch arbeitet und seit zehn Jahren wechselnde Ausstellungen organisiert. Am Freitagmittag trifft man die Frauen beim Aufbau in dem kleinen Stall an. Auch der großzügige Garten wird mitgenutzt.

Und Roswitha Hindemith hat einiges mitgebracht. Neben Malereien mit Acryl hat sie Plastiken dabei. Fast schon typisch sind ihre weiblichen Akte aus Sandstein, wovon bereits einige in dem idyllischen Garten von Ingrid Kothe zu finden sind. „Engel“ nennt sie eines davon, das unter der Veranda Platz findet.

Bis 1991 hat Hindemith in der Mode gearbeitet. Nach der Wende musste sie sich umorientieren. Während des Modedesignstudiums wurde sie zunehmend vertrauter mit Zeichnung, Malerei und Bildhauerei. Seit 1995 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Einige kennen sie vielleicht aus ihren Kursen in der Frakima Bernau, wo sie seit 2005 plastisches Gestalten, Malen und Zeichnen lehrt. In den Kursen lernte Roswitha Hindemith auch Ingrid Kothe kennen.

In allen ihren Werken sei ihr Optimismus erkennbar, sagt Hindemith. Was aber ohne große Deutung erkennbar ist, ist ihr Hang zu grazilen, langbeinigen Figuren – der Bezug zur Mode, von dem die Künstlerin gesprochen hat. Die geometrischen Körper erinnern an Modezeichnungen. Hindemith hat für die Ausstellung aber auch Landschaften aus Aquarell mitgebracht. Und Humor. Auf einer ihrer Malereien findet sich eine amüsante Interaktion zwischen einem Hahn und vier Hühnern.

„In meinen Kursen versuche ich unterschiedliche Techniken und Motive anzubieten“, sagt sie. Diese Varianz finde sich auch in eigenen Arbeiten. Zeichnen, so sagt sie, ist die Grundlage, um gestalten zu können, also Proportionen zu erkennen und Kompositionen zu erzeugen. Der Mode hält Roswitha Hindemith dennoch die Treue. Für das Sommertheater der Frakima fertigt sie die Kostüme.

Für die Hausherrin Ingrid Kothe soll es eine der letzten Ausstellungen sein, sagt sie. Im nächsten Jahr gäbe es noch zwei. „Es ist ja nicht nur so, dass die Ausstellungen ins zehnte Jahr gehen, ich bin ja auch zehn Jahre älter geworden“, sagt sie. Mit „Garn und Gold“ von Christiane Wünsche fing alles an. Neben Hobbykünstlern, so die Ausgangsidee, fanden immer öfter bekanntere Namen zu ihr nach Brodowin.

Vernissage, Sonnabend, 14 Uhr, Galerie im Stall, Roswitha Hindemith, 11. August bis 28. September

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