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Gundermann-Buch in Altenhof vorgestellt / Biographie will präziseres Bild des Liedermachers zeichnen

Liedermacher
Gundermann-Buch vorgestellt

Lesebühne à la  Altenhof: Drehbuchautorin Laila Stieler, Verleger Christoph Links und Herausgeber Andreas Leusink bei der Lesung im Gundermann-Buch.
Lesebühne à la  Altenhof: Drehbuchautorin Laila Stieler, Verleger Christoph Links und Herausgeber Andreas Leusink bei der Lesung im Gundermann-Buch. © Foto: Sören Tetzlaff
Julia Lehmann / 13.08.2018, 06:30 Uhr
Altenhof (MOZ) Wer war Gerhard Gundermann? Ein Mensch voller Widersprüche. Diesen Eindruck hat auch die Recherche von Laila Stieler verstärkt. Die Drehbuchautorin hat vor zehn Jahren ihre Arbeiten zum Liedermacher Gundermann begonnen. Das Ergebnis ist ab dem 23. August in einem Kino-Film zu sehen. Das Buch zum Film „Gundermann“ trägt den Titel „Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse“, das Anfang September offiziell Premiere feiert, hat Stieler gemeinsam mit Verlagsleiter Christoph Links und Herausgeber Andreas Leusink am Sonnabend im Bootshaus am Breten in Altenhof vorgestellt. Eine Vor-Premiere, die Gundermann-Kenner und -Fans wahrnahmen.

„Gundi“ war Liedermacher in der DDR. Er galt als Sprachrohr für viele Menschen. Seine melancholischen und authentischen Lieder fanden im Osten ihr Publikum. 1996 gab er ein Konzert in Altenhof. Bootsverleiher Günter Landmann entwickelte fünf Jahre nach seinem Tod 1998 den Altenhofer Liedersommer.

Das Besondere an diesem Sonnabend: Jeder Akteur hat eine persönliche Geschichte mit Gundermann und über die Jahre eine ganz eigene Faszination entwickelt. Christoph Links führte damals das berühmte Küchentischgespräch mit ihm und seiner Frau Conny. Gundermann wurde damals zu seiner Zeit als inoffizieller Mitarbeiter bei der Staatssicherheit befragt. Was schockierte: Er zeigte keine Reue. Auch damit beschäftigen sich Buch und Film. Es werden Gründe gefunden und seine Umorientierung hin zum Regime-Gegner beschrieben.

Aus der Zeit der „Brigade Feuerstein“, die aus dem Singeclub Hoyerswerder hervorgeging, und den Anfangszeiten in Hoyerswerder, wo er 1967 hinzog, berichtet im Buch und auch am Sonnabend sein langjähriger Freund Ingo Hugo Dietrich. Gemeinsam mit Carmen Orlet steuerte er an diesem Abend gitarrenbegleitete Gundermann-Lieder bei.

Das Buch ist also eine Biographie, sagte Andreas Leusink. „Ganz und gar unvollständig“, zitierte er aus dem Vorwort. Die Motivation scheint für alle Mitwirkenden gleich: Die Widersprüchlichkeit der Person Gundermann sowie einen differenzierteren Blick auf die DDR geben. „An Gundermann sehen wir, dass jemand in der SED sein konnte und gegen das System war“, sagt Leusink. (jle)

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