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Feuerwehr-Fest
Eine brennende Holzhütte zum Jubiläum

Mit Wasser gegen die Flammen: Anlässlich ihres Jubiläums demonstrierte die Feuerwehr Mönchwinkel, wie lange es braucht, eine brennende Holzhütte zu löschen.
Mit Wasser gegen die Flammen: Anlässlich ihres Jubiläums demonstrierte die Feuerwehr Mönchwinkel, wie lange es braucht, eine brennende Holzhütte zu löschen. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 13.08.2018, 06:30 Uhr
Mönchwinkel (MOZ) Schwarzer Rauch zieht über Hausdächer in Richtung Spree, es riecht nach Feuer noch bevor seine Hitze spürbar ist. In sicherem Abstand, hinter rot-weißem Absperrband, sehen Schaulustige, wie die Flammen vom Sofa auf die Holzhütte, in der es steht, übergreifen. „Dass es so schnell brennt, hätten wir nicht gedacht“, wird Einsatzleiter Steffen Broz von der Feuerwehr Mönchwinkel später sagen.

Bis zu 500 Liter Wasser pro Minute jagen während des Löschvorgangs durch den Schlauch; solche Einsatzdetails erfährt die schaulustige Menge, weil das Feuer geplant war: als Vorführung anlässlich des 90. Geburtstages der Mönchwinkler Wehr. Am Sonnabend wurde er gefeiert, ebenso das 20-jährige Bestehen der Jugendabteilung.

„Es war meine erste Rede“, gesteht Steffen Broz. Seit einem Jahr ist der 39-Jährige Ortswehrführer, seit 2005 Feuerwehr-Mitglied. Reden halten gehört gewöhnlich nicht zu seinen Aufgaben, dennoch findet er die passenden Worte, etwa um Heinz Sachau zu Ehren. Seit 50 Jahren ist er bei der Wehr.

„Früher war es normal, dass man zur Feuerwehr ging, fast aus jedem Haushalt gab es ein Mitglied“, erinnert sich Heinz Sachau. Der Mönchwinkler folgte mit 17 Jahren seinem Vater in die Wehr, seine eigenen Söhne leben heute woanders. Ein weiterer Unterschied: „Früher gab es mehr Waldbrände, heute viel technische Hilfeleistung bei Unfällen“, sagt er. „Die Aufgaben sind komplexer geworden“, stimmt Kamerad Karl-Friedrich König zu. Zwei Jahre noch, dann feiert auch der 64-Jährige sein 50. Feuerwehr-Jubiläum.

Ob Erik der Feuerwehr über die Schulzeit hinaus treu bleibt, wie es der Nachwuchs nur selten tut, wird sich zeigen. Der Elfjährige engagiert sich seit der 1. Klasse in der Jugendabteilung, „weil es Spaß macht, neue Sachen zu lernen“, wie er sagt. Beim Fest am Sonnabend wacht er über das Zielspritzen für Kinder aus einem alten Lösch-Trabi heraus. Ebenfalls stehen unweit des Feuerwehrgerätehauses der Unfallsimulator der Verkehrswacht Oranienburg und Löschfahrzeuge anderer Wehren. Denn mit einem Fahrzeugkorso mit allen Grünheider Ortswehren sowie denen der befreundeten Einsatzabteilungen aus Alt Stahnsdorf, Alt Madlitz und Fürstenwalde Nord wurde das Fest, mit dem gleichzeitig der Gemeindefeuerwehrtag begangen wurde, am Mittag eingeläutet.

Nach einem kurzen Ausflug in 20 Meter Höhe betritt Liane Bülow mit Tochter Alya wieder festen Boden. „Ein mulmiges Gefühl“, beschreibt die Mönchwinklerin die Fahrt mit der Drehleiter aus Erkner. Sohn und Mann haben ihren Mut bereits bewiesen – die Kameraden halfen, die brennende Holzhütte zu löschen.

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