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Motoren
Freunde alter Landtechnik vereint

Josefine Jahn / 13.08.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 13.08.2018, 19:31
Friedrichsaue (MOZ) Am Sonnabend kamen Motorenliebhaber im Oderbruch auf ihre Kosten. Der Verein „Oldtimer- & Traktorenfreunde Zechin“ hatte zum 11. Brandenburgischen Bulldog Treffen“ eingeladen. Mehrere hundert Aussteller waren vor Ort und nahmen an der großen Ausfahrt teil.

Wenn anderswo der Nachwuchsmangel beklagt wird, können sich Frank Schmoranz und seine Vereinskollegen freuen. Der Vereinsvorsitzende der „Oldtimer- & Traktornfreunde Zechin“ ist zufrieden: „Wir haben 25 Mitglieder. Zwischenzeitlich waren wir mal auf 13 geschrumpft. Mit 26 hatten wir angefangen, da sind wir nun fast wieder dran“, sagt er. All jenen Mitgliedern sprechen er und Vereinskollege Uwe Karg zu Beginn des 11. Brandenburgischen Bulldog Treffens am Sonnabend ihren Dank aus. Viel Vorarbeit stecke in so einer Veranstaltung, die hier im Zweijahresrhythmus stattfindet. Die Zeit brauche man auch, um wieder mit der Organisation für das kommende Treffen anzufangen, verrät Schmoranz. „Es wird viel Zeit investiert, geschraubt und lackiert. Wir haben großen Respekt vor dieser Arbeit“, bedankt sich der Vereinsvorsitzende bei seinen Mitstreitern. An einen, der in diesem Jahr fehlt, wurde am Sonnabend erinnert. „Jürgen Mühe war acht Jahre im Vorstand des Vereins. Im Januar ist er nach kurzer Krankheit verstorben. Wir vermissen ihn“, sagt Uwe Karg an Vereinsfreunde und Gäste gewandt, bevor alle eine Schweigeminute einlegen.

Mehrere hundert Aussteller und zahlreiche Schaulustige sind der Einladung der Zechiner Oldimer- & Traktorenfreunde am Wochenende nach Friedrichsaue gefolgt.
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11. Ostbrandenburgisches Bulldog-Treffen

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In Richtung Zechin brach dann die Kolonne zur großen Ausfahrt auf. Mehrere hundert Anmeldungen hatte es im Vorfeld gegeben, weitere Aussteller haben sich noch im Laufe der Veranstaltung in die Teilnehmerliste eingetragen. „Bisher sind es 280“, sagt Schmoranz am Sonnabendvormittag erfreut. „Die Fahrzeuge hier sind Baujahr 1928 und aufwärts“, sagt er. Die alten Landwirtschaftsmaschinen am Laufen zu lassen, das sei der größte Antrieb, den die Tüftler haben, was sie verbindet. „Im Vergleich zu heutigen Maschinen haben die Bulldogs natürlich eine sehr geringe Leistung mit nur einem Zylinder. Aber sie sind schon ein Meilenstein in der landwirtschaftlichen Entwicklung“, stellt Schmoranz klar. Bulldog war ursprünglich nur die Bezeichnung für den Glühkopfmotor, der ab 1918 entwickelt wurde. Im Wettbewerb zu den damals genutzten Dampfmaschinen waren die Bulldog-Motoren wesentlich weniger wartungsanfällig und außerdem sparsamer im Verbrauch.

„Das an die nächste Generation weiter zu geben ist mir wichtig“, begründet Gast Torsten Krüger vom Verein Alt-Technik Schlaubetal sein Hobby. „Früher war es spielerisches Arbeiten, wenn man mal Trecker fahren durfte. Und heute ist man froh, sich auszutauschen und glücklich, wenn man etwas wieder zum Laufen kriegt. Bei einem alten Deutz habe ich dafür Jahre gebraucht“, sagt er. 

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Sein Standnachbar Jörg Kühn aus Werneuchen kennt die Sorgen eines Tüftlers. „Das Interessante ist, dass man zu den alten Modellen oft keine Vorlagen hat. Also bastelt man sich Vorlagen für Ersatzteile aus Holz und lässt sie dann gießen“, sagt er. Drei Garagen stehen voll mit seinen gesammelten Motoren, einigen Motorrädern und alten Treckern. „Briefmarkensammler haben ja auch nicht nur eine“, sagt er im Scherz. In Friedrichsaue zeigt er einen IHC International McCormick, Baujahr 1925. Einst auf dem Feld für Dreschkästen als ortsfeste Motoren benutzt, ist er nun an ein Kühlaggregat angeschlossen, das über ein Wasserbecken Getränke kalt hält. Das kostet lediglich „Wasserdampf und ein bisschen Lärm“, sagt Kühn grinsend. Wie aus seinem McCormick knattert es überall in Friedrichsaue gemächlich aus hunderten Motoren.

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