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Gewerkschaft fordert Stopp der Reform und warnt vor Zerschlagung der Verwaltung

Waldbrandgefahr und Schädlinge
Förster kündigen Proteste an

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger
Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger © Foto: dpa/Bernd Settnik
Ulrich Thiessen / 16.08.2018, 06:30 Uhr
Potsdam (MOZ) „Überall in Deutschland wird die Forstverwaltung gestärkt – nur in Brandenburg geht man den entgegengesetzten Weg.“

So charakterisiert Uwe Engelmann, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute (BDF), die Pläne von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger zur nächsten Forstreform. Die sieht vor, dass der Landesbetrieb Forst, der den Landeswald bewirtschaftet, von der hoheitlichen Forst getrennt werden soll.

Letzterer Bereich sollte ursprünglich im Zuge der Kreisreform kommunalisiert werden und wird nun dem Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung zugeschlagen. Die Gewerkschaft zeigt sich besorgt, dass dabei die Zahl der Oberförstereien von landesweit noch 30 auf künftig 18 reduziert wird. Für den ganzen Kreis Uckermark blieben damit ein Oberförster, vier Bürokräfte, zehn Förster und drei Waldarbeiter übrig, sagt Martin Krüger, Co-Vorsitzender des BDF Brandenburg. Schon jetzt seien die Förster mehr auf der Landstraße unterwegs als im Wald, so der Gewerkschafter. Er bemängelt vor allem die knappe Zahl der Waldarbeiter. Bislang könne man bei Schädlingsbefall oder anderen dringlichen Aufgaben Waldarbeiter aus dem Landesbetrieb anfordern.

Krüger zeichnet düstere Konsequenzen aus den aktuellen Reformplänen: Das Müllsammeln würde kaum noch stattfinden und das Monitoring, also das Erfassen des Waldzustandes, wäre nur noch sporadisch möglich. Schon jetzt fehle das Personal für die Waldbrandüberwachung. Angesichts des Klimawandels mit immer mehr Schadinsekten und den Gefahren durch Stürme sei die Politik der Landesregierung unverantwortlich, so das Fazit der Gewerkschafter. Engelmann und Krüger fordern, dass die Reform gestoppt wird und zunächst eine Aufgabenkritik erfolgt. Danach müsse man über eine Personalbedarfsplanung reden. Stattdessen betreibe die rot-rote Landesregierung einen Stellenabbau als reinen Selbstzweck.

Der Bund Deutscher Forstleute schließt nicht aus, dass im Herbst die Förster und Waldarbeiter wieder in großer Zahl vor dem Landtag demonstrieren und sich Gehör verschaffen. Die letzten großen Aktionen dieser Art hatte es vor rund zehn Jahren in Potsdam gegeben. Damals war Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) noch zuständiger Landwirtschaftsminister.

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