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Der Angeklagte hatte im Prozess auch von einer schwierigen Familiensituation gesprochen

Drei Jahre Haft
Nach Messerattacke auf eigene Familie

Im Gerichtssaal des Landgerichtes in Cottbus liegen Akten auf dem Tisch des Vorsitzenden Richters. Im Prozess gegen einen 30-Jährigen wegen eines Messerangriffs auf die eigene Familie im Spreewald wird das Urteil vor dem Cottbuser Landgericht erwartet.
Im Gerichtssaal des Landgerichtes in Cottbus liegen Akten auf dem Tisch des Vorsitzenden Richters. Im Prozess gegen einen 30-Jährigen wegen eines Messerangriffs auf die eigene Familie im Spreewald wird das Urteil vor dem Cottbuser Landgericht erwartet. © Foto: dpa/Patrick Pleul
dpa / 16.08.2018, 15:05 Uhr
Cottbus (dpa) Wegen eines Messerangriffs auf seine eigene Familie ist ein 30-Jähriger vom Landgericht Cottbus zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Das erklärte ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag. Der Mann hatte laut Urteil vor fünf Jahren im Wohnhaus seiner Eltern in Werben (Spree-Neiße) nach einem Streit seine Mutter, seinen Stiefvater und seinen Halbbruder mit einem Messer angegriffen. Der angeklagte Deutsche hatte das im Prozess zugegeben. Alle überlebten die Attacke. Der studierte Mediziner hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft versucht, sich danach selbst umzubringen. Dabei erlitt er Verletzungen.

Ein Gutachter gab an, dass eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten vorliege und es eine Affekttat gewesen sei. Der 30-Jährige habe zu seiner Mutter, die ständig mit dem Stiefvater Streit gehabt habe, große Loyalität empfunden, erklärte der Gutachter. Streit zwischen den Eltern habe das Zusammenleben der Vorjahre geprägt und den Beschuldigten belastet. Der Angeklagte hatte im Prozess auch von einer schwierigen Familiensituation gesprochen.

Die Staatsanwaltschaft ging von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung in minder schweren Fällen aus und hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung sprach in ihrem Plädoyer von gefährlicher Körperverletzung in minder schweren Fällen und hatte eine Bewährungsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren gefordert.

Das Geständnis des Mannes und die Handlung im Affekt wirkten sich strafmildernd aus. Wegen der besonders langen Dauer des Verfahrens gelten drei Monate der Haft bereits als verbüßt.

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