Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Heckelberger Ärztin verärgert über Informationspolitik / Baubetrieb beschleunigt Arbeiten nach „Wutbrief“ des Amtsdirektors

Straßenbau
Ortsdurchfahrt zum Schulbeginn fertig

Letzte Teerreste:  Die Bauarbeiten in der Heckelberger Ortsdurchfahrt sind Freitagmittag beendet worden. Der Verkehr zur örtllchen Grundschule wird nicht behindert.
Letzte Teerreste:  Die Bauarbeiten in der Heckelberger Ortsdurchfahrt sind Freitagmittag beendet worden. Der Verkehr zur örtllchen Grundschule wird nicht behindert. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 18.08.2018, 06:30 Uhr
Heckelberg-Brunow (MOZ) Die Ortsdurchfahrt von Heckelberg ist am Freitagmittag rechtzeitig fertig geworden. Noch fehlt die Markierung, aber der Verkehr kann  wieder rollen. Die Anlieger sind jedoch teilweise verärgert, weil der Landesbetrieb Straßenwesen sie nicht rechtzeitig informiert hat.

„Als ich aus dem Urlaub kam, erfuhr ich, dass am nächsten Tag die Straße gesperrt wird“, sagte Sabine Matena-Pöschke, niedergelassene Ärztin im Heckelberger Landambulatorium, das direkt an der Ortsdurchfahrt liegt. „Wir sind vorher überhaupt nicht informiert worden“, ärgerte sich die Medizinerin. Weil Heckelberg fast hermetisch abgeriegelt war, konnten ihre Patienten die Praxis auf legalem Weg nicht erreichen. „Wir hatten bestimmt 1000 Anrufe“, machte Sabine Matena-Pöschke ihrem Ärger Luft. Es habe keinerlei Ansprache weder seitens der Landesbetriebes, der Gemeinde oder des Amtes Falken-Höhe gegeben.

Die Information sei relativ kurzfristig gekommen, bestätige der Landwirt Mario Hamann, aber es habe alles gut geklappt. „Wir haben uns mit dem Straßenbau arrangiert, bestätigte der Heckelberger, der den Kartoffelhof Hamann betreibt. „Wir machen unsere Arbeit, die machen ihre Arbeit“, so Hamann. Die Ernte sei bereits eingefahren, so dass es keine Konflikte gegeben habe. Die Anwohner seien durch Wurfzettel durch den Baubetrieb informiert worden. „Was mich jedoch ärgert, ist, dass wir Einheimischen überlegen, wie wir auf unser Gehöft kommen, die Auswärtigen aber einfach durchfahren“, sagte Mario Hamann. Die Autofahrer hätten die Sperrung missachtet und Bauarbeiter bei der Arbeit gestört. „Wenn sich alle an die Regeln halten, wären die Arbeiten noch schneller beendet worden“, sagte der Landwirt.

„Bundesstraßen werden turnusgemäß instandgesetzt“, sagte Amtsdirektor Holger Horneffer am Freitag auf Anfrage. Die Heckelberger Ortsdurchfahrt im Zug der B 168 sollte eigentlich im Oktober zu den Herbstferien eine  neue Deckschicht bekommen. Wie die Heckelberger Ärztin wurde auch Horneffer von der Nachricht über die Vollsperrung überrascht, als er aus dem Urlaub kam. Der Baubetrieb hatte zunächst angekündigt den Ort zwei Wochen lang sperren zu wollen.

Horneffer schrieb daraufhin einen „Wutbrief“ an den Landesbetrieb, den er der MOZ wegen der für ihn ungewöhnlichen rustikalen Wortwahl nicht zur Verfügung stellen will. Sein Ziel habe er aber erreicht. Der beauftragte Baubetrieb habe den Arbeitsablauf so massiv gestrafft, dass er die Instandsetzung in weniger als einer Woche meisterte. Erst am Dienstag wurde die Straße gesperrt. Am Freitagmittag bereits war die oberste Asphaltschicht eingebaut. Nur einzelne Autos umfihren die Sperrung. „Der Schulbusverkehr hätte auf jeden Fall stattfinden können, das sicherte uns der Landesbetrieb zu“, erklärte der Verwaltungschef. Bei dem Straßenbau sei nur die Verschleißschicht abgefräst und ein neuer Asphaltbelag eingebaut worden. „Über den kann man eine Stunde später schon wieder fahren“, sagte Horneffer.

Ein Landwirt aus Kruge suchte am Freitag um die Mittagszeit irritiert nach Bauleuten. Ihre Maschinen parkten im Ort, es war aber niemand zu sehen. „Wir betreiben die Biogasanlage in Kruge und am Montag wollen Mais von Heckelberg dorthin transportieren“, berichtete er. Die ersten Autofahrer fanden Schlupflöcher zwischen den Sperren und fuhren bereits wieder durch. Die 30 Kilometer Umleitung  überTiefensee, Platzfelde, Dannenberg, und Eberswalde wollte sich jeder sparen.

Der Landesbetrieb Straßenwesen nahm am Freitag die Gelegenheit zu einer Stellungnahme nicht wahr.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG