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Musik
Techno-Festival auf Freudenberger Bunkergelände

Tanz in der Mittagshitze: Technofans auf der kleineren Tanzfläche im Bunker Freudenberg. Sie waren Gäste des dreitägigen Festivals
Tanz in der Mittagshitze: Technofans auf der kleineren Tanzfläche im Bunker Freudenberg. Sie waren Gäste des dreitägigen Festivals © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 20.08.2018, 05:30 Uhr - Aktualisiert 20.08.2018, 08:50
Freudenberg (MOZ) Der Besuch des ehemaligen Freudenberger Bunkers mutete am Sonnabend wie ein Ausflug in eine andere Welt an. Junge Menschen, vornehmlich in Schwarz gekleidet waren zum Techno- und Ambient-Festival „18/7001“ angereist. 7001 ist die Nummer des Bunkers, der bis 1989 im Kriegsfall das Ministerium des Innern der DDR beherbergen sollte.

Hämmernde Beats und sphärische Klänge drangen aus den verwitterten Gebäuden des ehemaligen Bunkers, der abseits von Freudenberg liegt. Er dient dem Veranstalter, der Auona UG aus Berlin, als Kulisse für Festivals elektronischer Musik. Zwei Dancefloors luden zum Tanzen ein. Eine Baracke im Rohbau diente als Ausstellungsraum für junge Künstler. Sie zeigten Fotos, Bilder, Skulpturen und Installationen.

Auf den Grünflächen ruhten sich die Menschen aus, fanden sich in Gruppen zusammen oder genossen einfach die Sonne. Von Freitag bis Sonntagabend dauerte das Festival. Beiersdorfer und Freudenberger hatten  freien Eintritt, den viele gleich am Freitagabend wahrnahmen, berichtete Emilia Tavolanen vom Veranstaltungsteam. 22 DJs der Techno-Szene legten auf. Vermarktet wurde das Festival nur in Berlin. Die Gäste fuhren mit der S-Bahn nach Bernau. Ein Busshuttle pendelte zwischen Bahnhof und  Freudenberg. 1500 Menschen tummelten sich laut Veranstalter in den drei Tagen auf dem Gelände. Einer von ihnen war Fabio aus Marseille. Er hatte sich nur wegen des Festivals auf den langen Weg gemacht.

„Bis vor zwei Jahren waren wir in Prerow“, so Emilia Tolvanen. Doch das Festivalgelände sei verkauft worden, so dass sich die Veranstalter eine neue Bleibe suchen mussten. So entdeckten sie den Bunker, der nah an Berlin, aber weit genug vom Dorf entfernt liegt, so dass sich Nachbarn nicht gestört fühlen. Trotzdem müssen die DJs nachts bestimmte Lärmpegel einhalten.

Die Gäste campierten in Zelten oder fuhren abends nach Berlin, wie der Holländer Pieter und seine Frau. Sie waren aus Gouda angereist. „Mich reizt der Kontrast zur ehemals militärisch genutzten Anlage“., so der Niederländer. Die Musik, die Leute und die gesamte Atmosphäre seien sehr angenehm.

Unter Auflagen erteilte das Amt Falkenberg-Höhe die Genehmigung. Denn das Gelände ist von Wald umgeben, bei dem wegen der Trockenheit ein Funke einen Brand hervorrufen kann. „Wir halten uns nur auf den Betonflächen auf“, erklärte Emilia Tolvanen. Bauzäune grenzten den Festivalbereich vom Wald ab. „Wir wässern den Waldrand regelmäßig“, so die Mitarbeiterin.

Das Gelände gehört der Gewerbeförderung Freudenberg AG. Die chinesischen Eigentümer, die das 52 Hektar große Areal erwarben, wollen ein Technologiezentrum mit Wohnungen und Freizeiteinrichtungen bauen. Das nächste Techno-Festival in Freudenberg steht schon fest: vom 6. bis 8. September unter dem Motto „Her damit“. (sg)

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