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Tochter misshandelt
Angeklagter kündigt Aussage an

Ein Justitzmitarbeiter nimmt in einem Verhandlungssaal des Landgerichts dem Angeklagten die Handschellen ab. Weil er seine kleine Tochter in Eberswalde (Barnim) misshandelt haben soll, begann vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) erneut der Prozess gegen den Vater.
Ein Justitzmitarbeiter nimmt in einem Verhandlungssaal des Landgerichts dem Angeklagten die Handschellen ab. Weil er seine kleine Tochter in Eberswalde (Barnim) misshandelt haben soll, begann vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) erneut der Prozess gegen den Vater. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Mathias Hausding / 20.08.2018, 12:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) hat am Montag die Neuauflage eines Prozesses wegen schwerer Kindesmisshandlung begonnen. Dem 29 Jahre alten Angeklagten aus Eberswalde wird vorgeworfen, seine leibliche Tochter über Monate vernachlässigt und immer wieder geschlagen zu haben. Erst als die damals Zweijährige im Herbst 2017 angeblich nach einem Treppensturz kollabierte, rief der Vater den Notarzt. Im Krankenhaus wurden schwere Schädelverletzungen diagnostiziert.

Im April dieses Jahres ist das Mädchen in einem Kinderheim gestorben. Auch aus diesem Grund wurde der Strafprozess gegen den Vater Anfang Mai gleich nach Beginn unterbrochen. Ein medizinisches Gutachten zu den Todesumständen soll nun Klarheit bringen, wie die Vergehen juristisch zu bewerten sind. Denkbar ist, dass die Taten nun als Tötungsdelikt geahndet werden.

Für den neuerlichen Prozessstart am Montag war eine umfassende Aussage des Angeklagten erwartet worden. Er sah sich dazu jedoch nach Angaben seines Anwalts aus gesundheitlichen Gründen an diesem Tag nicht in der Lage. Die Verhandlung wurde nach Verlesung der Anklageschrift unterbrochen. Nun will er sich am Freitag, dem nächsten Verhandlungstag, äußern. An dem Tag sollen auch die ersten Zeugen gehört werden. Insgesamt sind zehn Verhandlungstage eingeplant. Ende September soll ein Urteil gesprochen werden.

Die Staatsanwaltschaft hält dem Eberswalder bislang 38 Taten vor. Er habe seine Tochter „böswillig vernachlässigt, hilflos im Stich gelassen, sie als Störfaktor und lästiges Übel behandelt“. Immer wieder habe er es angebrüllt und geschlagen. Zum Schlafen habe er sie zeitweise ans Bett gefesselt.

Zum späteren Tod des Kindes finden sich in der Anklageschrift keine Angaben. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Klageschrift noch einmal erweitert wird. Wie der Tod des Kindes juristisch zu bewerten ist, wird nun von der Kammer auf Basis des medizinischen Gutachtens und Zeugenaussagen in der Hauptverhandlung untersucht.

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