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Störche
Paula auf dem Weg nach Süden

Jungstorch Paul im Storchenhof: Er und seine Schwester Paula (nicht im Bild) stammen eigentlich aus Lossow. Geschlüpft aber sind sie nach einem Unfall der Mutter in Loburg.
Jungstorch Paul im Storchenhof: Er und seine Schwester Paula (nicht im Bild) stammen eigentlich aus Lossow. Geschlüpft aber sind sie nach einem Unfall der Mutter in Loburg. © Foto: Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg
Lisa Mahlke, Thomas Gutke / 23.08.2018, 19:39 Uhr - Aktualisiert 26.08.2018, 12:57
Lossow/Loburg (MOZ) Paula, eines der beiden aus Lossow stammenden Storchenjungen, hat sich offenbar auf den Weg Richtung Afrika gemacht. Das berichtet Antje Neumann vom Storchenhof in Loburg. Im Juni war Paula zu einer Adoptivfamilie nach Hedeper (Niedersachsen) gezogen. Dort wurde sie am 7. August das letzte Mal gesichtet, ebenso wie ihre Adoptivschwester Ida. „Es ist typisch für Jungstörche, dass sie zunächst gemeinsam unterwegs sind und sich auch hier in Deutschland mit weiteren Störchen zu teils größeren Trupps von 10, 20 oder noch mehr Tieren zusammentun. Diese sieht man dann gern an beliebten Futterplätzen wie Wiesen, Weiden und Äckern gemeinschaftlich nach Nahrung suchen, bevor sie ihren Zug tatsächlich beginnen“, erklärt Antje Neumann.

Paula stammt wie ihr Bruder Paul, der nachwievor auf dem Storchenhof untergebracht ist, eigentlich aus einem Lossower Horst. Dort hatte sich Mitte April ein kleines Drama abgespielt. Das Muttertier war auf der B112 angefahren worden und nicht wieder aufgetaucht. Zwei Eier lagen da schon im Nest, ein drittes hatte die Störchin kurz nach dem Unfall abgelegt. Die Feuerwehr brachte es zu den anderen. Doch die Hoffnung, die Mutter würde wiederkommen, erfüllte sich nicht. Der Vater hütete die Eier zunächst allein. Wenig später kamen sie dann nach Loburg in einen Brutschrank, wo immerhin zwei Küken schlüpften.

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Auch Paul habe der Zugtrieb gepackt, sagt Antje Neumann. „Er ist im Gehege merklich unruhig und macht fleißig Flugübungen. Das sieht im Grunde auch gar nicht ungeschickt aus. Leider ist die Gefahr einer Kollision in Freiheit aber zu groß“, erläutert sie. Denn Paul kann deshalb nicht ausgewildert werden und tut sich mit dem Essen schwer, weil er scheinbar Augenprobleme hat. Hinzu komme, dass er bei der Nahrungssuche aufgrund der Augenprobleme erhebliche Probleme hätte, „weshalb wir nach wie vor eine Auswilderung für unverantwortlich halten“. Ein Dauerpflegeplatz sei noch nicht gefunden. Deshalb stehe er noch mit zwei Altstörchen zusammen im Gehege. Im Moment lerne er das Fressen aus dem Eimer, werde aber meist per Hand gefüttert, „weil es ihm natürlich leichter fällt, Futter aufzunehmen, das ihm direkt am Schnabel präsentiert wird“.

Pauls Schwester hat sich derweil auf den langen Storchenzug begeben. Antje Neumann fiebert mit: „Hoffen wir, dass Paula gut und sicher vorankommt und wir sie in zwei bis drei Jahren wiedersehen!“

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