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Bei Familie Duckert in Eichhorst leben gut 30 Tiere ein angenehmes Bauernhofleben / Zwei von ihnen sorgen besonders für Aufsehen

Unter Tieren
Huhn und Schwein knüpfen Freundschaft

Julia Lehmann / 25.08.2018, 06:31 Uhr - Aktualisiert 26.08.2018, 14:38
Eichhorst (MOZ) Tiere machen oft erstaunliche und witzige Dinge. Und sie knüpfen die außergewöhnlichsten Freundschaften. Das Internet überschlägt sich nur so von artübergreifenden Banden, die so nur Tiere knüpfen. In Eichhorst haben ein Schwein und ein Huhn zusammengefunden.

Wenn Ursula und Rolf Duckert auf ihrer Hollywoodschaukel sitzen, beobachten sie mit Vergnügen, was da auf ihrem Hof vor sich geht. Ein noch junges Huhn, das bisher namenlos geblieben ist, kuschelt sich an Schwein Rudi. Wenn er sich niederlegt, um im Schatten die Mittagshitze zu verschlafen und auch dann, wenn der wuchtige rosa-graue Schweinemann über den Hof trottet und scheinbar nach den Enten, anderen Hühnern und Schweinen sieht, ist das kleine braune Huhn an seiner Seite. Sonst ist es eher scheu und huscht in Richtung Rudis Holzunterschlupf, wenn sich Menschen nähern.

Oder aber, und das fasziniert die Duckerts am allermeisten, es sitzt auf Rudis Rücken und lässt sich von ihm herumtragen. Wieso, das können sich auch die Duckerts nicht so recht erklären. „Die sind unzertrennlich“, sagt Ursula Duckert (65).

Alles begann, als das Huhn im Juni geboren wurde. Von Beginn an hatte es Probleme beim Laufen. „Es hinkte immer ein bisschen“, sagt Ursula Duckert. Weil Rudis Gehegetür immer mal offen steht, schlüpfte das kleine Küken eines Tages mit hinein – und lebt seither aus Gründen, die nur es selbst kennt, mit ihm in dieser ungewöhnlichen Zweier-WG in Rudis Stall.

Dem 15 Jahre alten Schwein macht das rein gar nichts aus. Rudi könnte kaum eine genügsamere, unaufgeregtere Persönlichkeit sein. Wirft ihm Rolf Duckert (73) einen Apfel vor die Schnauze, den er vom hofeigenen Apfelbaum gepflückt hat, erhebt sich das Schwein träge aus seiner Kuhle und schlendert gemächlich zum süßen Leckerchen. Stellt sich das Huhn auf Rudis Rücken, während der sein Nickerchen macht, unterbricht der nicht eine Sekunde lang sein über die Hofgrenzen hinaus wahrnehmbares Schnarchen. Es scheint, hier vertrauen sich zwei blind.

Bei Familie Duckert ist das Landleben noch in Ordnung. Hund Oskar, Katze Schröder und die beiden grau-braunen Schweine Pippi und Alfred, Hühner, Enten, dazu Rudi und sein Hühnchen – sie alle leben ein unangestrengtes Leben. Und ihre Menschen erfreuen sich jeden Tag an ihnen. Insgesamt leben gut 30 Tiere auf dem Hof in der Ortsmitte. Genau wissen das die Duckerts aber nicht. Der neueste Zugang, die beiden Schweine Pippi und Alfred, sind erst im vergangenen Jahr hinzugekommen.

Kürzlich und ganz unbemerkt sind außerdem neun Küken geschlüpft, die nun nervös um die Henne herumflitzen. Sie sind erst vier Tage alt. Ein bisschen ärgerlich sind die Duckerts darüber, was man ihnen über das Wachstum ihrer Schweine gesagt hatte. Jedes Mal hieß es, es seien Mini-Schweine. Und jedes Mal sind die Tiere doch größer geworden als erwartet. Vor allem Rudi. Der macht aber mit seinen 15 Jahren keinerlei Anstrengungen mehr weiterzuwachsen.

Das Ehepaar lebt seit 1973 auf dem Hof in der Eichhorster Schulstraße. Er hat im Leuchtenbau und mit Pferden gearbeitet, sie arbeitete jahrelang in der Gastronomie „Am Spring“ am Werbellinsee als Köchin. Heute pflegen sie Hof und Tiere und erfreuen sich an dem, was dort passiert.

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