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Freiwilligendienst
Ein Jahr der Selbstfindung

Haben sich wohlgefühlt und sind erwachsener geworden: die Bufdis Karen Klatz (19) und Paul Liebenau (20)
Haben sich wohlgefühlt und sind erwachsener geworden: die Bufdis Karen Klatz (19) und Paul Liebenau (20) © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 31.08.2018, 06:45 Uhr
Bremsdorf (MOZ) In der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle geht heute für zwei junge Leute das erste Arbeitsjahr zu Ende. Beide haben hier seit September 2017 den Bundesfreiwilligendienst absolviert. Und beide sagen heute rückblickend: „Wir haben die richtige Entscheidung getroffen.“

Etwas selbstständiger werden, mal in die Arbeitswelt reinschnuppern, ein Jahr mehr Zeit haben für die Entscheidung, wie das Leben nach dem Abitur weitergehen soll. Die Gründe dafür, warum sich junge Leute für den Bundesfreiwilligendienst entscheiden, sind einerseits vielfältig und andererseits doch immer wieder gleich. Das ist bei Karen Klatz und Paul Liebenau – sie aus Vlotho in Nordrhein-Westfalen, er aus Fünfeichen – genauso wie bei Tausenden anderen jungen Menschen. Für Karen und Paul geht heute ein Jahr zu Ende, in dem sie in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle tätig waren, als „Bufdis“, wie die Bundesfreiwilligen allgemein genannt werden.

Der Weg nach Bremsdorf war für beide zwar unterschiedlich lang, aber irgendwie doch gleich. „Ich war mir nicht sicher, was ich studieren will und wo“, sagt Karen. „Ich hatte nach der Schule überlegt: Wie könnte es weitergehen?“, erzählt Paul. Inzwischen wissen beide, wohin ihre Reise geht: Karen wird ab Oktober in Göttingen Latein und Philosophie auf Lehramt studieren, Paul an der BTU in Cottbus ein BWL-Studium aufnehmen.

Ihr Findungsjahr in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle wies aber durchaus Unterschiede auf. Paul ist zum Beispiel jeden Tag mit dem Fahrrad zum Dienst gefahren, von Fünfeichen aus sind das ja nur ein paar Kilometer Weg. Karen dagegen hat in der Jugendherberge gewohnt. „Eigentlich wollte ich ja, bis ich 18 wurde, gar nicht weg von zu Hause“, verrät die 19-Jährige, „aber dann sollte es möglichst weit weg von zu Hause sein.“ Brandenburg habe sie zuvor bei diversen Kurzurlauben kennengelernt. „Ich bin deutlich selbstständiger und selbstbewusster geworden“, sagt sie rückblickend, „habe mich abgenabelt.“

In der Jugendherberge hat die junge Frau überwiegend an der Rezeption geholfen, manchmal in der Küche und bei der Reinigung der Unterkünfte. Ihr Bufdi-Kollege hat sich vor allem beim Programm für die Kinder und Jugendlichen engagiert und bei Hausmeisterarbeiten geholfen, selten an der Rezeption gestanden. „Die Arbeit mit den Kindern hat mir wirklich Spaß gemacht“, erzählt er, „manchmal habe ich auch nach Feierabend mit den Kindern Fußball gespielt.“

Beide können Jugendlichen absolut empfehlen, sich nach der Schule als Bundesfreiwillige zu engagieren. „Man bekommt Einblicke in die Arbeitswelt und lernt, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Karen. Paul stimmt ihr zu und ergänzt: „Meinen Nachfolger habe ich selbst besorgt, ein Freund aus Eisenhüttenstadt fängt am Sonnabend hier an.“ Und dann seien da ja noch die Seminare in Berlin, Hamburg, Bielefeld und anderen Städten, bei denen man jede Menge neue Leute kennenlernt. Fazit von Karen und Paul: „Es war eine schöne Zeit.“

bundesfreiwilligendienst.de

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