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Stadtspitze ordnet Fußballfeld für FC Herrensee weiter hinten ein / Vereinsaussagen unterschiedlich intepretiert

Vereinssport
Kontroverse um Platzbedarf

Jens Sell / 20.09.2018, 21:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Braucht der FC Herrensee einen punktspielfähigen Fußballplatz im neuen Wohngebietszentrum Hegermühle oder nicht? Auf der Stadtverordnetensitzung gab es darüber eine heftige Kontroverse, bis ein Vereinsvertreter klarstellte: Er braucht.

Bürgermeisterin Elke Stadeler ließ auf der jüngsten Stadtverordnetensitzung keinen Zweifel an ihrem Bedeutungsranking, was die Neugestaltung des Wohngebiets Hegermühle angeht: „Priorität haben der Ausbau der Schule, der Neubau des Bürgerzentrums, die Turnhalle und die 100 Parkplätze und dann die Sportanlage. Es gibt einen Sieger im Wettbewerb, und da sehen Sie, dass sich da ein so großer Platz nicht einordnen lässt.“ Es habe vier Jahre gedauert, und jetzt sei sie froh, dass es vorwärtsgehe, machte sie deutlich, dass sie sich jetzt auch nicht gern vom eingeschlagenen Kurs abbringen lassen möchte. Die Kontroverse entzündete sich an den unterschiedlichen Auffassungen zwischen Verwaltung und einigen Stadtverordneten darüber, ob der FC Herrensee nun einen turnierfähigen Fußballplatz unbedingt haben möchte, oder sich mit kleineren Trainingsplätzen begnügen würde.

Stadtverordnetenvorsteher Steffen Schuster und Bürgermeisterin Elke Stadeler bekräftigten, dass Vereinsvertreter Remo Seitz am Bürgermeistertisch der kleineren Version zugestimmt habe: „Beschlusslage ist nach wie vor, dass die Stadt prüft, wo der große Platz sonst in der Hegermühle separat hinpasst, wenn es nicht im Wohngebietszentrum geht“, sagte Schuster.

Alt-Bürgermeister Jürgen Schmitz (Grün, liberal, bürgernah) behauptete: „Mir hat er gesagt: Nie! Er hätte sich nicht mit einer abgespeckten Variante abgefunden. Aber der Bau geht ja erst 2019 los. Ich fürchte, dass das Geld dann nicht mehr da sein wird.“ Laut Bürgermeisterin sei der Bedarf überhaupt erst aus der Tatsache heraus entstanden, dass 300 000 Euro Fördermittel sinnvoll verbaut werden mussten, jetzt sei die Situation umgekehrt.

Im Modell des Siegerentwurfs des städtebaulichen Wettbewerbs sind zwei Kleinfeldspielplätze direkt nebeneinander auf der einen und ein großer auf der anderen Seite angedeutet. Angesichts dessen Vorstellung in einer offenen Quartiersratssitzung am 27. August hatte der Vorsitzende des FC Herrensee, Dirk Richter, dieser Zeitung gesagt: „Wir finden dort unsere Trainingsmöglichkeiten am besten dargestellt.“ Allerdings war schon am Rande dieser Bürgerversammlung in Aussicht gestellt worden, dass der Entwurf nicht eins zu eins umgesetzt, sondern nach Vorstellungen der Stadt noch modifiziert würde. So sollte das Bürgerzent-rum noch etwas stattlicher werden, möglicherweise zu Lasten des Fußballplatzes.

In der Stadtverordnetensitzung meldete sich Eric Völker vom FC Herrensee zu Wort: „Wir brauchen einen Großfeldplatz, wir haben Mannschaften im Punktspielbetrieb. Gab es denn schon eine Untersuchung hinsichtlich der größtmöglichen Platzfläche?“ Die Vereinsverantwortlichen seien sich der Komplexität des Problems bewusst und wollen die Stadt gern bei der Beschaffung von Fördermitteln über den Kreissportbund beim Landessportbund unterstützen. Martin Schultheiß (Linke) ergänzte als stellvertretender Vorsitzender des Kreissportbundes: „Wir selbst haben keine Fördermittel, können aber gerne dabei unterstützen, welche zu finden.“

Schuster verwies darauf, dass die Förderung der Vereine nach festen Regularien verlaufe: „Es gilt das Prinzip der Stadt, alle Vereine gleich zu behandeln. Es geht nicht nur um ein Fußballfeld, sondern auch um das ganze Drumherum.“ Er spielte auf Umkleide- und Sanitärräume an, die für einen regulären Punktspielbetrieb unverzichtbar sind.

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