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Jubiläum
Mit qualmenden Schuhen, krähenden Hähnen und dicken Burgern

Th. Messerschmidt / 21.09.2018, 09:15 Uhr
Jeserig (MOZ) Am 9. April 1368 haben laut Lagerbuch der Kirchengemeinde Jeserig die Herren Hans, Wichard IV. und Wichard VI. von Rochow zu Gunsten der Mönche von Lehnin auf die Nutzung des Jeseriger Sees verzichtet. Dieser urkundlichen Ersterwähnung wurde mit der 650-Jahrfeier Jeserigs am 15. und 16. September 2018 Rechnung getragen. Alle Vereine des Ortes hatten daran Anteil und hunderte Gäste ihren Spaß. Im Bürgerhaus am Festplatz war eine Ausstellung der Ortsgeschichte gewidmet – und obige Begebenheit zu entnehmen; die Bürgerhaus-Terrasse stand zum Start beider Festtage im Mittelpunkt: Samstag eröffneten hier Ortsvorsteher Andrea Gohlke, Gemeinderatsvorsitzender Franz-Herbert Schäfer und Katrin Steuer in Vertretung des urlaubenden Bürgermeisters das Ortsjubiläum. Gohlke fasste kurz die Geschichte seines Heimatortes zusammen, woran Schäfer mit der Gegenwart anknüpfte: „zwei Kirchen, Gaststätte, Kita, Schule – das ist was Besonderes. Einzig ein Lebensmittelgeschäft fehlt.“ Viel Platz für Häuslebauer sei in Vorbereitung: „Wir haben es geschafft einen Großteil des brachliegenden Gewerbegebietes in unseren Besitz zu bringen“, um ihn umzuwidmen. „In der 700-Jahr-Chronik steht dann ganz sicher: Jeserig hat sich prächtig weiterentwickelt und weit über 1.500 Einwohner.“ Noch sind es gut 1.200, wovon die meisten den Geburtstag ihres Ortes mitfeierten. Zusammen mit vielen Gästen. Die erlebten Trödelmarkt, Kinderfest, Vorführung der Kinderfeuerwehr, vergnügten sich auf Kegelbahn, Hopseburg und Trampolin, labten sich an gegrilltem Wildschwein, geräucherten und gegrillten Würsten und machten die Street-Food-Burger zum Verkaufsschlager. Sodann wurde getanzt bis in die Nacht, um morgens mit dem ersten Hahnenschrei aufzustehen. Spätestens mit dem 112. So oft jedenfalls krähte Wilfried Meichaus Siegerhahn aus Wusterwitz beim Jeseriger Wett-Hähnekrähen. 23 Tiere waren Sonntagmorgen am Start, wovon zehn eine Stunde lang keinen Ton von sich gaben. Ihre Züchter bekamen die „Nullnummer“ urkundlich bescheinigt. Daran schloss sich eine ökumenische Andacht unter freiem Himmel an, wofür auf der Bürgerhaus-Terrasse ein kleiner Altar aufgebaut war, an dem Pfarrerin Christiane Klußmann nach großer Fleißarbeit die ganze Ortsgeschichte detailfreudig um „Jeserig und seine Straße“ erzählte. Schließlich blies noch die Jagdgemeinschaft zum fröhlichen Zusammensein – und zum Halali.

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