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Bauarbeiten
Endspurt an Ortsdurchfahrt

Volkmar Ernst / 25.09.2018, 12:33 Uhr - Aktualisiert 25.09.2018, 15:41
Grieben (MOZ) Seit mehr als einem Jahr ist Grieben eine Baustelle. Die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 167 wird komplett erneuert. Ende des Jahres soll die Straße, bis auf Restarbeiten, fertig sein.

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich der Landesbetrieb für Straßenwesen Eberswalde, der für die Bauarbeiten zuständig ist, gesetzt hat. Wie die Straße einmal aussehen soll, das ist in der Dorfmitte bereits zu erahnen. Denn dort, wo inzwischen eine Mittelinsel das Überqueren der Fahrbahn möglich macht, wurde mit den Arbeiten begonnen. Doch nicht nur die Fahrbahn war marode und musste ausgebessert werden. Auch die im Untergrund am Fahrbahnrand vorhandene Regenentwässerung, die teilweise sogar schon abgesackt war,  musste komplett ausgetauscht werden. Damit das Wasser später abgeleitet und gereinigt werden kann, mussten im ersten Bauabschnitt zudem zwei Sedimentationsanlagen gebaut werden, eine am Ortseingang Richtung Herzberg und eine zweite an der Wilhelmsbrücke. In diesen wird das von der Straße abfließende Wasser sowohl von Schadstoffen wie Öl, als auch von Schwemmstoffen wie Sand gereinigt. Beide Anlagen sind längst fertig. Ebenso das  Mittelstück der Straße, das erahnen lässt, wie sie einmal aussehen wird.

Ein Wunsch der Griebener war, dass die Trasse innerorts so gestaltet wird, dass Kraftfahrer sie insbesondere in der Nacht bei wenig Verkehr nicht als Rennstrecke benutzen können. Deshalb gibt es drei sogenannte Aufweitungen der Straße, je eine an den Ortseingängen und eine in der Mitte des Ortes. Durch diese sollen die Kraftfahrer sozusagen „gezwungen“ werden, sich an die vorgegebene Geschwindigkeit von 50 Kilometer  pro Stunde zu halten. Noch lieber wäre den Einwohnern eine Tempobeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde gewesen. Doch die sei auf Grund des später guten Zustandes der Straße und des zu geringen Verkehrsaufkommens nicht durchzusetzen, hatte das Landesamt bereits bei den Planungen signalisiert. Insofern sind die drei vorgeschlagenen Querungshilfen, die zur Reduzierung der Geschwindigkeit zwingen sollen, die Alternative dazu.

Gesplittet wurden die Bauarbeiten in fünf Abschnitte, begonnen wurde mit dem Abschnitt in der Ortsmitte, der mittlerweile fertiggestellt ist. Von dort sollten je zwei Bauabschnitte in Richtung der Ortsausgänge folgen. Da allerdings mussten nochmal umgeplant werden, weil im Ort sozusagen zu wenig Stauraum für die Kraftfahrzeuge vorhanden war. Insofern wurde zuerst am Ortsausgang Richtung Herzberg die Fahrbahn gebaut. Nun folgt der Bau innerorts im Bereich der Kirche und am Abzweig Richtung Vielitz, das von Grieben aus derzeit nicht zu erreichen ist. Fertig ist inzwischen der Fahrbahnabschnitt vor der Kirche. Der hatte den Planern eine Bauverzögerung beschert, weil, wie im Bereich der Kirche zu erwarten war, im Boden Skelette gefunden wurden. Die sollen, so wird vermutet, aus dem 16 Jahrhundert stammen. Die Knochen wurden in einer sogenannten Rettungsgrabung aus dem Boden geborgen. Dabei wurde jener Bodenabschnitt, der zur Verlegung der Entwässerung aufgenommen werden musste, von Archäologen untersucht. Die Knochenfunde wurden kartiert und anschließend ins Archäologische Landesmuseum Brandenburg gebracht.

Doch inzwischen haben die Archäologen ihrer Arbeit getan. Der Fahrbahnabschnitt vor der Kirche wurde geschlossen und mit Asphalt beziehungsweise einem kombinierten Geh- und Radweg überzogen. Fleißig gebuddelt wird gerade auf der anderen Fahrbahnseite. Dort wird die provisorische Behelfsfahrbahn inklusive des Untergrundes abgetragen, um danach mit dem Einbau der Regenentwässerung für die Straße und den Fahrbahnaufbau beginnen zu können.

Ganz so weit sind die Arbeiten in Richtung Linde/Löwenberg noch nicht fortgeschritten. Ein Blick in die Bauuntergrund lässt jedoch erkennen, dass die Entwässerung Richtung Linde schon im Erdreich liegt. Damit kann mit dem Aufbau der Fahrbahn begonnen werden. Parallel wird entlang der Häuserzeile der Gehweg gepflastert. Ebenfalls schon in den Grundzügen zu erkennen ist die dritte Querungshilfe oder Straßenaufweitung im Bereich der Ortseinfahrt in Richtung Linde. Durch sie soll den Fußgängern und Radfahrern ein sicheres Überqueren der Bundesstraße ermöglicht werden.

Die letzten beiden Bauabschnitte sind der Aufbau der jetzt noch als Behelfsfahrbahn dienenden Straßenseite am Ortseingang Richtung Linde und der Straßenbereich gegenüber der Kirche. Die Arbeiten sollen laut der Planungen bis zum Ende des Jahres erledigt sein, sogar bei einem frühen Wintereinbruch soll die Griebener Ortsdurchfahrt dann wieder voll funktionstüchtig sein. Möglich ist, dass Restarbeiten im Straßenrandbereich noch im kommenden Jahr ausgeführt werden müssen.

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