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Geschichte
Der Teufel auf dem Weinberg

Schildpatin Friedegund Mantey informierte beim Rundgang über die Geschichte des Weinberges ebenso wie über das Denkmal, das Begräbnisgewölbe und den Teufel auf dem Weinberg.
Schildpatin Friedegund Mantey informierte beim Rundgang über die Geschichte des Weinberges ebenso wie über das Denkmal, das Begräbnisgewölbe und den Teufel auf dem Weinberg. © Foto: Wolgang Balzer
Wolfgang Balzer / 25.09.2018, 14:27 Uhr
Priort Priort Siedlung ist noch relativ jung. Erst Anfang der dreißiger Jahre begann die Besiedlung. 600 Siedlerstellen für etwa 2.000 Menschen waren vorgesehen. 0,99 bis zwei Reichsmark kostete der Quadratmeter Siedlungsland. Das und viele andere historische Details haben die Mitglieder des Vereins MEMORIA Priort in den vergangenen zwei Jahren recherchiert und auf elf Informationstafeln vor bedeutenden historischen Gebäuden in der Priorter Siedlung dokumentiert.

Am vergangenen Sonnabend wurden die Tafeln während eines Rundganges mit rund 30 Geschichtsinteressierten eingeweiht. Es ist bereits das dritte Projekt des Vereins. Nach den Geschichtstafeln im Dorf und der großen Informationstafel an der Buswendeschleife können sich nun Besucher auch in der Siedlung über wichtige Etappen der Historie informieren. Eins der nur noch ganz wenigen originalen  „Musterhäuser“, ein Holzhäuschen  aus den dreißiger Jahren,  steht  in der Straße der Gemeinschaft, und Am Obstgarten  auch noch eines der wenigen Massivhäuschen, die für die auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz stationierten Offiziere gebaut wurden. Nach 1945 wurde es als Wohnhaus, später als Gemeindeschwesternstation, Poststation und Seniorentreff der AWO genutzt, bis es der Künstler Michael Lachmund erwarb und heute als Atelier nutzt.

Recherchiert hat die auf der Tafel dokumentierte Geschichte Grit Mantey. Sie ist eine der Schildpaten, die die Geschichte der Objekte recherchiert haben. „Es ist ein Vereinszweck von MEMORIA Priort, dass wir uns um die Geschichte unseres noch  jungen Ortes kümmern“, sagte sie beim Rundgang zu den elf Stationen.

So auch zur Feuerwehr, die 1929 im Dorf in der einen Hälfte der ehemaligen Schmiede untergebracht war. In der anderen Hälfte hätte sich die Leichenhalle befunden. 1956 wurde im Dorf auf dem Nachbargrundstück ein Neubau errichtet und der Umzug zum jetzigen Standort wäre 1974 erfolgt. Dieshat René Schreiter ermittelt und dokumentiert. Er leitete gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Sven Mylo das Projekt.

Zu den beschriebenen Gebäuden gehören der Kindergarten und das ehemalige 1936 erbaute Gemeindehaus ebenso wie der Kindergarten, den es in Priort seit 1948 gibt und sein Domizil seit Anfang der fünfziger Jahre am jetzigen Standort hat.

Wie heute noch mit großen Buchstaben zu lesen ist, gab und gibt es das Gebäude „Zum Priorter Weinberg“, das noch bis 2012 als Gaststätte und Pension betrieben wurde und derzeitig als Wohnhaus dient. Und der Weinberg liegt gleich dahinter, 45 Meter über Null, wie Schildpatin Friedegund Mantey scherzhaft anmerkte. Und von dem Wein auf den vier Morgen (10.000 Quadratmeter) hatte sie auch nicht gerade positives zu berichten. Ein Spezialist hätte dem gekelterten Ergebnis beschieden, der schlechteste Wein in der ganzen Umgebung zu sein. So wurde der Weinbau bald wieder eingestellt.

Sie erinnerte aber auch an Freiherr Jean Frédéric Digon von Monteton (1752-1806), der hier auf eigenem Wunsch in einem Gewölbe unter zwei Eichen bestattet werden wollte. Und die Kugel auf dem daneben befindlichen Denkmal habe 20 Jahre lang bei einem Ehepaar unter einem Fliederbusch gelegen. Nun befindet sie sich, inzwischen restauriert, wieder auf dem Sockel des Denkmals. Und auch dem sich ganz oben auf der Kugel befindlichen Engelsgesicht wurde einst die Nase abgeschlagen. Das wird dem Teufel angelastet. Wen die  Geschichte des Teufels auf dem Weinberg interessiert, kann die ganze Sage auf der Tafel von MEMORIA Priort nachlesen.

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