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Nachfolger für Tante-Emma-Laden gefunden / Umbau Ende Oktober und Neueröffnung für November geplant

Geschäftsaufgabe
Post in Britz bleibt erhalten

Beliebter Treffpunkt: Die kleine Postfiliale von Noch-Eigentümerin Rosemarie Feige (links, mit Verkäuferin Karin Jonas) in Britz ist vor allem für Ältere ein beliebter Anlaufpunkt. Hier bekommt man Milch, Brötchen und Zeitungen. Ab November gibt es einen neuen Betreiber.
Beliebter Treffpunkt: Die kleine Postfiliale von Noch-Eigentümerin Rosemarie Feige (links, mit Verkäuferin Karin Jonas) in Britz ist vor allem für Ältere ein beliebter Anlaufpunkt. Hier bekommt man Milch, Brötchen und Zeitungen. Ab November gibt es einen neuen Betreiber. © Foto: Thomas Burckhardt
Susan Hasse / 28.09.2018, 07:30 Uhr
Britz (MOZ) Die Postfiliale in Britz bleibt auch künftig erhalten. Voraussichtlich ab November wird der Lichterfelder Ronny Richter den Laden in der Dorfstraße übernehmen. Dabei gestaltete sich der Weg zur Nachfolge durchaus steinig.

„Der Gewerbeschein ist bei der Gemeinde beantragt“, bestätigt Post-Unternehmer Ronny Richter gegenüber der MOZ. In den kommenden Wochen werde er die Postfiliale an der Eberswalder Straße in Britz komplett umbauen und neu gestalten, kündigt der Unternehmer an.

Bereits im Frühjahr wurde bekannt, dass die bisherige Inhaberin des kleinen Kiosks mit Postlizenz, Rosemarie Feige, altersbedingt in Rente geht und den Laden schließen wollte. Eine Nachfolge sei nicht in Sicht, hieß es damals. Das Gerücht der baldigen Schließung machte schnell die Runde im Dorf. Dem Ort drohte der Verlust der einzigen Post, zur Paketabholung hätten die Britzer nach Eberswalde fahren müssen. Auch der letzte verbliebene Kiosk wäre damit verschwunden. Der Norma-Markt im Gewerbegebiet außerhalb des Ortskerns ist für viele ältere Britzer unerreichbar weit weg.

Ronny Richter wurde auf den Standort aufmerksam und begann erste Gespräche mit den Beteiligten. Bis alles in trockenen Tüchern war, hatte Richter in den vergangenen Monaten einige Hürden zu nehmen: Die Verhandlungen mit Vermieter und vor allem der Deutschen Post gestalteten sich schwieriger als gedacht. Die Post versucht zunehmend bei ihren Lizenznehmern die Kosten zu drücken. Zwar ist der Konzern an die Postdienstleistungsverordnung gebunden, doch für das Überleben einzelner Standorte fühlt er sich zuständig. Überleben kann ein Standort nur, wenn die einzelnen Postdienstleistungen fair vergütet werden.

Auch die Bank wollte zunächst keinen Kredit gewähren. Das Geschäftsmodell, einen kleinen Kiosk im ländlichen Raum zu betreiben, sei nicht tragfähig, hieß es zunächst. Richter überzeugte schließlich die Geldgeber.

Der Unternehmer, der in Lichterfelde seit zwei Jahren erfolgreich genau das gleiche Geschäftsmodell betreibt, konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Die Filiale in Lichterfelde habe sich seit der Eröffnung besser als erwartet entwickelt, so Richter. Die Zahlen für die Pakete und Retouren sind steigend und auch das Kioskgeschäft laufe gut. Man könne sicherlich nicht damit reich werden, aber es trage die Personalkosten.

Richter ist sich dabei seiner Stellung in den kleinen Ortschaften bewusst: Sowohl in Lichterfelde als auch künftig in Britz gehört er zu den letzten Anlaufstellen im Ort. Gerade für ältere Bürger in Britz ist der kleine Tante-Emma-Laden an der Hauptstraße eine wichtiger Anlaufstelle. Hier trifft man sich und tauscht die neusten Gerüchte aus und kann sich noch Milch und Butter holen.

Richter will künftig in Britz frische Brötchen, Zigaretten und Lebensmittel des täglichen Bedarfs anbieten. Auch Süßigkeiten und Kleinigkeiten für die Kinder des gegenüberliegenden Kindergartens werde es im Laden geben, verspricht Richter. „Wir behalten das Konzept im Wesentlichen bei und werden es durch sinnvolle Dinge ergänzen“, so Richter. Der Unternehmer investiert dabei in eine moderne Ladengestaltung. Es soll gemütlicher werden in Britz und damit auch zukünftig ein einladendes Plätzchen für einen Plausch.

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