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Jubiläum
Heimatstube in Chossewitz eingeweiht

Ruth Buder / 01.10.2018, 08:30 Uhr
Chossewitz (MOZ) Mit einer musikalisch umrahmten Feierstunde haben die Chossewitzer am Sonnabendvormittag ihre Heimatstube anlässlich der Ersterwähnung des Dorfes vor 650 Jahren eingeweiht. Am Nachmittag gab es bei schönem sonnigen Herbstwetter ein großes Fest mit rund 200 Besuchern.

Die Idee für die Heimatstube wurde 2014 geboren. „Weil es für unseren Jugendraum an Nachwuchs fehlte, suchten wir eine neue Nutzung für den Raum im Gemeindezentrum“, erklärte Ortsvorsteherin Cornelia Stolpe. Es folgte ein Gemeindevertreterbeschluss und der Aufruf zur Mitarbeit. Rita Lorenz und Marina Chvosta scharrten eine Gruppe von neun Interessierten um sich und nahmen den Aufbau der Heimatstube in die Hand. Sie sammelten Fakten, Zahlen, Dokumente, Fotos, Möbel und Alltagsgegenstände über ihr „Dörfchen am See“. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Unter dem an die Wand gehefteten Slogan „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“ gab es ein großes Interesse an den Exponaten und viel Lob für die Akteure.  Ein besonderer Schatz ist die Schulchronik bis 1945. „Über ihre weiteren Werdegang bis zur Schließung werden wir noch recherchieren“, sagt Ortschronistin Rita Lorenz und deutet zugleich an, dass die Arbeit an der Heimatstube längst nicht abgeschlossen sei. So zum Beispiel wolle man die Steinaxt und Scherben, die 1914 beim Bau des Seeschlosses gefunden worden seien und heute in irgendeinem Museum lagerten, ausfindig machen. Denn Chossewitz ist weitaus älter, als die Ersterwähnung. Schon 2004 hatte das Dorf seinen 1000. Geburtstaggefeiert.

„Sie schaffen es, die Zeit zurück zu drehen“, gratulierte Thomas Hähle, Bürgermeister von Friedland, in seiner Festrede mit einem Augenzwinkern zur Verjüngungskur. „Aber die Existenz eines Ortes und die Ersterwähnung in einem Dokument seien zwei verschiedene Dinge.“ Hähle lobte die Einrichtung der Heimatstube. Denn er habe immer wieder erlebt, dass Jubiläen – und davon gab es in Friedländer Ortsteilen in diesem Jahr mehrere  ­- und das Befassen mit Geschichte ein Dorf zusammenschweißen können. Gekommen waren nicht nur die Einheimischen, unter ihnen die mit 87 Jahren älteste gebürtige Chossewitzerin Elfriede Stolpe, sondern auch Zugezogene. So Ute Hirche, die vor 20 Jahren den lieblichen Reiz des Dörfchens am See entdeckte, und seit 2010 in der alten Schule wohnt. Oder auch Holger Kulse, der als Arzt in Rüdersdorf arbeitet, und seine Frau Kerstin. „Wir haben Chossewitz durch Zufall entdeckt. Mein Arbeitsweg ist zwar lang, aber hier ist es herrlich ruhig und die unberührte Natur wunderschön.“. Die ganze Randberliner Region werde immer voller, dem wollten er und seine Frau entfliehen, erzählt Kulse, der Freibier spendiert hat.

Sehr zufrieden mit dem Tag war die Ortsvorsteherin. Sie ist, was die Zukunft von Chossewitz angeht, optimistisch: „Wir haben jetzt 117 Einwohner. Die Zahl wächst langsam wieder.“

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