Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kindereinrichtung zieht im Dezember in Schule / Heckelberg-Brunow beantragt Zuschuss aus Kreisbudget

Umbau
Dorf baut Kita zur Arztpraxis um

Auslaufmodell: Als Kita hat das Gebäude in der Eberswalder Straße in Heckelberg ausgedient. Die Einrichtung zieht im Dezember in die Schule. Die Gemeinde will das Gebäude zu einer Arztpraxis mit modernen Ansprüchen umbauen.
Auslaufmodell: Als Kita hat das Gebäude in der Eberswalder Straße in Heckelberg ausgedient. Die Einrichtung zieht im Dezember in die Schule. Die Gemeinde will das Gebäude zu einer Arztpraxis mit modernen Ansprüchen umbauen. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 10.10.2018, 06:15 Uhr
Heckelberg-Brunow (MOZ) Die Nachnutzung für das alte Gebäude der Kita „Biene Maja“ in Heckelberg steht fest. Die Gemeindevertreter haben am Montagabend beschlossen, das Gebäude zu einer modernen Arztpraxis umzubauen. Die gemeinde rechnet mit einer Investition von 300 000 Euro.

Nach der Fertigstellung der neuen Räume in der Schule und dem geplanten Umzug der Kita an die Schule steht das Gebäude voraussichtlich ab Dezember leer. „Wir sind zum Landrat gefahren, um mit ihm darüber zu sprechen, was wir machen können“, sagte Heiko Liebig, Bürgermeister von Heckelberg-Brunow, während der Gemeindevertretersitzung im Heckelberger Mühlenhof am Montagabend. Für eine Senioren-Tagespflege sei das Gebäude zu klein.

Aber die Praxisräume der Heckelberger Ärztin Dr. Sabine Matena-Pöschke im Landambulatorium seien ebenfalls zu klein und viel zu eng. „Sie betreut jeden Tag 100 Patienten und es gibt immer mehr Kinder darunter“, erläuterte der Bürgermeister. Für ihre kleinen Patienten wolle sie einen eigenen Warteraum schaffen. Für die Nachnutzung wäre der Wechsel der Arztpraxis aus dem Landambulatorium in das Gebäude der Kita sinnvoll. „Jeder weiß, dass die jetzigen Praxisräume alt, eng und muffig sind“, fügte Heiko Liebig hinzu.

Die Gemeinde Heckelberg-Brunow ist Eigentümerin des Kita-Gebäudes und will für den Umbau Fördermittel beantragen. Hierfür ist ein Projekt erforderlich. Die Planungskosten müssen ausgeschrieben und im Internet auf den Vergabeplattformen veröffentlicht werden. Dies betrifft auch die Nebenleistungen. Die Finanzierung ist im Haushaltsplan nicht eingeplant.

„Wir können eigentlich eine solche Investition nicht stemmen, denn dafür hat die Gemeinde aus den bekannten Gründen kein Geld“, erläuterte Holger Horneffer, Amtsdirektor des Amtes Falkenberg-Höhe, den Gemeindevertretern. Der Landkreis hingegen könne aus dem Kreisbudget den Eigenanteil einer Gemeinde mit abdecken. Dafür sei aber ein Beschluss des Kreistages erforderlich. In Vorabstimmung mit Landrat Gernot Schmidt (SPD) habe die Gemeinde die Möglichkeit eröffnet, einen Antrag auf Zufinanzierung aus dem Kreisbudget zu stellen. Derzeit werde das Kreisbudget noch zweckgebunden für die Breitbanderschließung im Landkreis Märkisch-Oderland eingesetzt, so der Amtsdirektor.

Zudem gebe es Fördermittel im Land Brandenburg, die nicht abgerufen werden. Vielleicht sei an dieser Stelle mithilfe des Landrates etwas zu machen. Bis spätestens 30. November müsse der Förderantrag beim Landkreis vorliegen, drückte Horneffer aufs Tempo.

Rund 300 000 Euro müsse die Gemeinde für den Umbau und möglicherweise einen Anbau ausgeben, um die Kita in eine Arztpraxis zu verwandeln. Die erste Runde für die Planung sei bereits gelaufen, das erste Ausschreibungsverfahren beginne, wenn der Landkreis das Geld aus dem Kreisbudget entnehmen kann. „Dann können wir das Projekt auf den Weg bringen. Es ist unsere letzte Chance, es aus diesen Mitteln zu versuchen“, führte der Amtsdirektor weiter aus.

Bürgermeister Liebig betonte, dass Heckelberg ein Zentrum für die medizinische Versorgung bleiben wolle. Deshalb sei diese Investition unabdingbar, um die überaus erfolgreiche Ärztin im Dorf zu halten. Wenn die Ärztin das Landambulatorium verlasse, könne die Heckelberger Wohnungswirtschaft (HeWoWi), Eigentümerin des Landambulatoriums einen Nachfolger suchen.

Allerdings, ergänzte Heiko Liebig, benötige auch die Zahnärztin, die bereits in dem Haus praktiziert, mehr Platz. Unter der Voraussetzung, dass der Landkreis die Eigenmittel der Gemeinde übernimmt, könne das Praxis-Projekt umgesetzt werden, erklärte das Dorfoberhaupt. Die Gemeindevertreter begrüßten den Umbau des Gebäudes in der Eberswalder Straße 37 und votierten einstimmig für das Investitionsprojekt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG