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Altranfterin Heidrun Jürgens zaubert aus Filzwolle märchenhafte Figuren, die bis in die Schweiz geliefert werden

Zauberhaft
Zwischen Wichteln und Elfen

In ihrer Welt: Heidrun Jürgens aus Altranft zaubert aus Filzwolle wundervolle Figuren, alles Unikate. Bis in die Schweiz liefert die 57-Jährige inzwischen ihre Feen und Wichtel.
In ihrer Welt: Heidrun Jürgens aus Altranft zaubert aus Filzwolle wundervolle Figuren, alles Unikate. Bis in die Schweiz liefert die 57-Jährige inzwischen ihre Feen und Wichtel. © Foto: Heike Jänicke
Heike Jänicke / 10.10.2018, 06:30 Uhr
Altranft (MOZ) Sie ist bei Wolle hängen geblieben. Genauer gesagt beim Filzen. Heidrun Jürgens zaubert aus Merinowolle nicht nur kuschelige Kleidungsstücke, sondern auch märchenhafte Figuren. Passend dazu hat die Altranfterin jetzt ein Kinderbuch geschrieben.

Feen auf Holz, Wichtel im Garten, Blüten, eine schöne als die andere – Heidrun Jürgens lebt in ihrer Welt. Aus Filz, voller Phantasie und Magie. Seit 13 Jahren hält es die Altranfterin mit Merinowolle. Die lässt sie sich aus Australien schicken. Kein Billigkram. Zwischen acht und neun Euro kosten 100 Gramm. Dafür ist sie weich. Wie die daraus entstehenden Kleidungsstücke. Die haben ihren Preis. Der sei den meisten in der Region aber zu teuer, bedauert Heidrun Jürgens im MOZ-Gespräch. Dabei würden etliche Stunden vergehen, ehe ein Kleidungsstück fertig ist. Die Wolle müsse ganz dünn ausgelegt werden, erklärt sie. Im Nassverfahren. Um ihren Hals liegt ein orangefarbener Schal. Dazu trägt sie eine bunte Weste. Ihr Haar ziert eine gelbe Blüte. „Was ich haben möchte, filze ich mir. Ich trage beinahe nur noch meine eigenen Kleidungsstücke“, meint sie. Gerade im Winter seien die sehr kuschelig. Die Muster findet sie in der Natur. Der Himmel beschert ihr die tollsten Motive. Sogar Stiefel filzt sich die Altranfterin selbst. Ihr erstes Exemplar allerdings dient nur zur Ansicht. Dabei hat sie es teuer bezahlt, bei einem Kurs in Berlin. Diese Stiefel seien viel zu groß, lacht sie. Aber nach all den Jahren hat sie den Dreh raus und schlüpft an kalten Tagen in ihre eigenen bunten Filz-Stiefel.

Angefangen hat alles bei Maja Heese in Chorin. Dort besuchte die Altranfterin einen Filzkurs. Aus Neugierde. Von Anfang an war sie begeistert. „Es ist so ein schönes Gefühl, mit Wolle zu arbeiten“, schwärmt Heidrun Jürgens und streicht über eine Blüte, die sie in den Händen hält. Ihr Mann hat ihr ein kleines Atelier auf dem eigenen Grundstück ausgebaut. Das Gebäude bewohnte der Opa. Heute leben darin etliche Elfen, Wichtel, die Kräutermutter Edda, Antonia vom Baasee, Wassernixe Elias, Schnee-Eule Udo und Zauberer Merlin. Figuren, die ihrer eigenen Phantasiewelt entstammen und Geschichten aus der Region und dem Oderbruch erzählen.

Als Figuren kommen sie auch in einem Kinderbuch vor. Das hat Heidrun Jürgens jetzt geschrieben. Es trägt den Titel „Antonia, ihr Zauberigel und der Baasee“. Die Geschichte spielt in der Region. Und am Baasee. Dieser Ort habe es etwas Magisches, sagt Heidrun Jürgen und fügt hinzu: „Ich wollte schon immer ein Buch schreiben, das hier bleibt.“ Die Fotos für das Buch hat sie auch aufgenommen – natürlich mit ihren Filz-Figuren. Jetzt ist die 57-Jährige auf der Suche nach einem Verlag.

Von ihrem Hobby ist inzwischen auch auf Facebook zu lesen. „Darüber habe ich viele Menschen kennengelernt, die, wie ich, in dieser Märchenwelt leben“, verrät sie. Nicht nur das, sondern auch Fans ihrer Figuren sind. „Inzwischen gehen die Figuren vor allem in die Schweiz und nach Österreich“, freut sich Heidrun Jürgens, die ansonsten seit 20 Jahren als mobile Fußpflegerin unterwegs ist. „Meine Omis freuen sich, wenn ich komme und von meinen Figuren erzähle. Dann vergessen sie für eine Weile ihre Krankheiten“, sagt die 57-Jährige.

Nächstes Jahr will sie eine Seelen-Reise unternehmen und magische Kraftorte dieser Welt bereisen. Merlin, der Zauberer im blauen Mantel, wird dann ganz gewiss dabei sein.

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